Oscar Piastri zum Belgien-Sieg: So schlug er Norris
WM-Leader Oscar Piastri hat den Belgien-GP gewonnen, mit einer fehlerfreien Leistung, vor Lando Norris und Charles Leclerc. Der Australier sagt, welche zwei Faktoren den Ausschlag zum Sieg gaben.
Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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Der Traditions-GP von Belgien gehört zu jenen Formel-1-Rennen, die ein Grand-Prix-Pilot unbedingt gewinnen will, Oscar Piastri hat das abgehakt: Der 24-jährige Australier triumphiert beim WM-Lauf in den Ardennen und gewinnt damit auf seiner Lieblingsstrecke.
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Dies ist der achte GP-Sieg des McLaren-Piloten, sein sechster in dieser Saison (nach China, Bahrain, Saudi-Arabien, Miami und Spanien). Belgien 2025 ist zudem sein 21. Podestplatz in der Königsklasse, WM-Vorsprung ausgebaut, nun 16 Punkte vor Norris. Für seinen Rennstall McLaren ist es der 199. GP-Triumph und der 15. auf dieser Strecke, der erste seit Jenson Button 2012. Dies ist für McLaren der 55. Formel-1-Doppelsieg und schon der sechste in dieser Saison, zudem der 10. Saisonsieg der Papaya-Renner.
Schlüssel zum Sieg: Wie Piastri sich Norris zu Beginn des Rennens schnappte und wie Oscar zum Schluss seine mittelharte Reifen wie rohe Eier ins Ziel brachte. Piastri ist mit sich und der Welt sichtlich zufrieden: "Das lief nach Plan. Aber leicht war das nicht. Ich wusste, dass die erste Runde meine beste Chance ist, um Lando zu schnappen, und das ist mir gelungen." "Zum Schluss des GP musste ich den mittelharten Reifen viel Sorge tragen, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Der Unterschied zwischen dem mittelharten und dem harten Reifen war nicht riesig, wir haben das heute sehr gut gemacht." "Das ist eine Genugtuung nach meinem zweiten Platz in der Quali. Ich nahm mir vor, beim Start eine Attacke zu wagen, und ich konnte das perfekt umsetzen. Es ist fantastisch, auf dieser Bahn zu gewinnen." "In Ungarn wird das in gleichem Stil weitergehen. Ich bin hier mit meinem Tempo sehr zufrieden gewesen, so darf es auf dem Hungaroring weitergehen."
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Immer wieder Regen, den ganzen Morgen und am Mittag vor dem Grand Prix, und rechtzeitig zu den ersten Erkundungsrunden der Piloten kehrte die Niederschläge zurück, daher Formationsrunde hinter dem Safety-Car (wie drei Wochen zuvor in Silverstone). Start aus der Boxengasse für Carlos Sainz, Lewis Hamilton, Kimi Antonelli und Fernando Alonso. Diese vier hatten das Set-up ihrer Rennwagen ändern lassen, zudem frische Motorenteile bei Hamilton, Antonelli und Alonso. Das ganze Feld (keine Überraschung) auf Intermediate-Reifen für Mischverhältnisse, die Gischt selbst bei gemässigtem Tempo gewaltig. Die GP-Rennwagen kreisten in einer Ruhephase zwischen zwei Regenzonen. Dann: rote Flagge. Leader Lando Norris hatte am Funk moniert: "Nicht ideal, ich kann hinter dem Safety-Car kaum etwas sehen, ich will mir gar nicht vorstellen, wie es weiter hinten aussieht." Auch die meisten anderen Piloten funkten, die Sicht sei miserabel. Die Autos kehrten an die Box zurück. Nicht alle Fahrer waren einverstanden. Max Verstappen meinte: "Wir sind viel zu vorsichtig. Und nun kommt mehr Regen und wir müssen stundenlang warten." Nach gut einer Stunde Warten und der Passage von zwei weiteren Zellen mit erheblich mehr Regen die ersten Flecken blauen Himmels, auf einmal wieder Sonne. Traktoren mit Gebläse versuchten, das stehende Wasser zu verdrängen. Wir erlauben uns die Bemerkung: Da ist die Formel 1 viel zu wenig flexibel. Wenn sich ein Fenster von freundlicherem Wetter bildet, muss schneller reagiert werden. Sonst gerät der Sport bei launischem Wetter in Gefahr, in den Fängen der nächsten Regenzelle zu landen. Wie auch immer: Das Feld macht sich um 16.20 Uhr wieder auf die Intermediate-Socken, natürlich hinter dem Safety-Car, um die Frage der Sicht zu beantworten. Fahrer, die ihre Autos mit flachen Flügeln auf viel Speed getrimmt hatten, hatten Grund zu Freude, weil die Bahn rasant trocknete; Piloten wie Esteban Ocon (Haas) und George Russell (Mercedes). Dies galt als Rennstart, der Rundenzähler hatte begonnen (erste Runde von 44 absolviert). WM-Leader Piastri meldete, dass die Sicht nach Eau Rouge noch immer übel sei, sonst aber erheblich besser. Um 16.29 Uhr die Meldung: rollender Start, wenn das Safety-Car endlich verschwindet. Und das passierte erst nach am Ende der vierten Runde. Letzter rollender Start in der Formel 1 vor Belgien: Sprint von Miami 2025 und Grand Prix von Monaco 2022. Ab Runde 5 also endlich Vollgas-Action, Piastri legte sich Leader Norris wunderbar zurecht und ging auf der langen Bergauf-Passage in Führung. Norris beklagte sich am Funk über eine nicht optimale Entfaltung der elektrischen Energie. In Runde 6 ging Russell an Albon vorbei – Platz 5. Verstappen hielt den Druck auf den drittplatzierten Leclerc aufrecht. Die Fragen nun: Wie lange würden die Intermediate-Reifen auf abtrocknender Bahn halten? Wann würde der richtige Zeitpunkt zum Wechsel auf die profillosen Slicks kommen? Weiter hinten machte Lewis Hamilton Ränge gut – vorbei an Sainz, vorbei an Colapinto, vorbei an Hülkenberg, vorbei an Gasly, P13. Hamilton zu diesem Zeitpunkt der schnellste Mann auf der Bahn, die Autos aber 20 Sekunden langsamer als in der Quali. Stand in Runde 10 (von 44): Piastri, Norris, Leclerc, Verstappen, Russell, Albon, Tsunoda, Hadjar, Lawson und Bortoleto, Hamilton auf P13, Hülkenberg auf P15. In Runde 11 ein kleiner Fehler von Leclerc in La Source, aber noch konnte Verstappen nicht profitieren. Leclerc jammerte am Funk über seine Reifen, die futsch seien. Noch keine Erlaubnis der FIA, dass die Fahrer ihre Heckflügel zum Angreifen flachstellen dürfen. Ferrari holte Hamilton am Ende der 11. Runde herein, der erste Fahrer, der wechselte, auf mittelharte Slicks, der Brite hatte nicht viel zu verlieren. Auch Gasly, Hülkenberg und Alonso tauchten an die Box. In Runde 12 Leader Piastri an die Box, Norris blieb draussen. Auch Leclerc und Verstappen an der Box. Gleichzeitig die Meldung der FIA – DRS an (also der verstellbare Heckflügel). Norris kam eine Runde später, Verstappen hatte keinen guten Stopp und musste sich nun gegen den aufsässigen Russell wehren. Stand nach dem Wechsel von Norris, der nicht der beste war (der Wechsel, nicht Lando) in Runde 15: Piastri, Norris, Leclerc, Verstappen, Russell, Albon, Hamilton schon auf P7, Lawson, Hülkenberg und Bortoleto. Aber: Piastri auf mittelharten Reifen, Norris auf harten und dadurch mit Chance, bis zur Zielflagge durchzufahren. Norris der einzige Mann im Feld mit den gelb markierten, mittelharten Pirelli. Verstappen beklagte sich am Funk über "clipping", also über mangelhaftes Laden der Batterie, will heissen: es fühlt sich im Auto an, als würde die Handbremse angezogen, wenn die Energiezellen aufgeladen werden. Nachricht von McLaren an Norris: beide Autos fahren durch. Und da waren erst 18 Runden gefahren von 44. Bei Sauber liess Hülkenberg den schnelleren Bortoleto vorbei, um Gabriel die Chance zu geben, sich auf Lawson zu werfen. Norris in Pouhon rechts kurz neben der Bahn, aber Lando rückte mit seinen harten Reifen dem führenden Piastri näher. Antonelli und Alonso holten sich zum zweiten Mal mittelharte Reifen ab, dies zwölf Runden vor Schluss. Würden die Reifen bei den Spitzenpiloten länger halten? In Runde 33 holte sich auch Silverstone-Held Hülkenberg frische Reifen ab. Leader Piastri liess am Funk wissen, er könne damit leben, mit seinen Reifen bis ins Ziel durchzufahren. Norris liess den rechten Vorderreifen in La Source kurz blockieren. Das half nicht gegen Piastri. Lando erhielt die Anweisung, auf der Bremse vorsichtiger zu sein. Fünf Runden vor Schluss rückte der viertplatzierte Verstappen näher an Leclerc. Der Ferrari-Fahrer bat am Funk nervös um keine weiteren Infos, wo sich Max befindet. An der Spitze änderte sich nichts mehr: McLaren-Doppelsieg, Piastri vor Norris. Belgien-GP, Circuit de Spa-Francorchamps 01. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:25:22,601 h 02. Lando Norris (GB), McLaren, +3,415 sec 03. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +20,185 04. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +21,731 05. George Russell (GB), Mercedes, +34,863 06. Alex Albon (T), Williams, +39,926 07. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +40,679 08. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, +52,033 09. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, +56,434 10. Pierre Gasly (F), Alpine, +1:12,714 min 11. Oliver Bearman (GB), Haas, +1:13,145 12. Nico Hülkenberg (D), Sauber, +1:13,628 13. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, +1:15,395 14. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1:19,831 15. Esteban Ocon (F), Haas, +1:26,063 16. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +1:26,721 17. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +1:27,924 18. Carlos Sainz (E), Williams, +1:32,024 19. Franco Colapinto (RA), Alpine, +1:35,250 20. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, +1 Runde
WM-Stand (nach 13 von 24 Grands Prix und 3 von 6 Sprints)
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Fahrer 01. Piastri 266 Punkte 02. Norris 250 03. Verstappen 185 04. Russell 157 05. Leclerc 139 06. Hamilton 109 07. Antonelli 63 08. Albon 54 09. Hülkenberg 37 10. Ocon 27 11. Hadjar 22 12. Gasly 20 13. Stroll 20 14. Lawson 16 15. Alonso 16 16. Sainz 16 17. Tsunoda 10 18. Bearman 8 19. Bortoleto 6 20. Colapinto 0 Konstrukteurspokal 01. McLaren 516 Punkte 02. Ferrari 248 03. Mercedes 220 04. Red Bull Racing 192 05. Williams 70 06. Sauber 43 07. Racing Bulls 41 08. Aston Martin 36 09. Haas 35 10. Alpine 20
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