Lowes (Bimota): Fortschritte, Defizite und die umstrittene Fuel-Flow-Regel
Nach den ersten drei Rennwochenenden der Superbike-WM 2026 liegt Bimota auf Rang zwei. Alex Lowes sprach in Ungarn exklusiv mit SPEEDWEEK.com über die Entwicklung der KB998 Rimini.
Nach den Rennwochenenden in Phillip Island, Portimao und Assen zählt Bimota zu den positiven Überraschungen des ersten Saisonviertels der Superbike-WM 2026. Mit der neuen KB998 Rimini gelang dem von Kawasaki geführten Traditionshersteller im zweiten Jahr ein großer Schritt nach vorne: In der Herstellerwertung liegt Bimota aktuell auf Rang zwei – ein deutlicher Fortschritt, denn vor einem Jahr war man nach den ersten drei Events lediglich WM-Fünfter und hatte nur Kawasaki hinter sich.
Der Aufwärtstrend ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit: Das erfahrene Provec-Team, Bimota in Italien und Kawasaki in Japan haben gemeinsam an den entscheidenden Stellschrauben gedreht. Das Resultat ist ein deutlich konkurrenzfähigeres Gesamtpaket – auch wenn Branchenprimus Ducati mit der überarbeiteten Panigale V4R derzeit die Messlatte sehr hoch ansetzt.
Verbessertes Paket und mehr Erfahrung
Wir trafen uns vor dem vierten Event der Saison in Ungarn mit Alex Lowes. Der Brite zog nach den ersten Stationen in Phillip Island, Portimao und Assen ein positives Fazit: «Ja, ich bin ziemlich zufrieden. Es ist definitiv besser als unser Start im letzten Jahr. Damals waren wir in der zweiten Saisonhälfte stark, jetzt haben wir schon mehr Informationen über das Bike.»
«Australien war etwas enttäuschend, da hätten wir vielleicht mehr erreichen können, aber in Portimao und Assen haben wir gut gearbeitet. Es war ein ziemlich guter Start», bilanzierte Lowes, der als WM-Fünfter zum Balaton Park Circuit reiste – punktgleich mit BMW-Werkspilot Miguel Oliveira.
Ein zentraler Faktor ist die Weiterentwicklung der KB998 Rimini – aber auch die gewachsene Erfahrung im Team: «Das Bike ist besser geworden. Wir versuchen ständig, kleine Bereiche zu verbessern, und die Erfahrung hilft allen. Wir sind insgesamt schneller geworden, besonders in Portimao und Assen. Trotzdem kommen wir der Spitze noch nicht wirklich näher. Wir machen einen guten Job, aber wir wollen natürlich immer noch mehr.»
Doch wie viel Potenzial gibt es beim technischen Paket noch? «Schwierige Frage», grübelte Lowes und erinnerte sich an die Zeit in Grün: «Man hätte auch bei Kawasaki gedacht, dass das Potenzial irgendwann ausgeschöpft ist, aber wir haben uns jedes Jahr weiter verbessert. Der Abstand nach vorne ist im Moment noch etwas groß, aber das liegt nicht nur am Bike. Es geht um viele kleine Schritte in verschiedenen Bereichen – das ist unser Ziel.»
Grandioses Handling hat Motorlimitierung zur Folge
Eine der größten Stärken der Bimota sieht Lowes im Fahrverhalten: «Unser Chassis funktioniert sehr gut. Man sieht auf der Strecke, wie das Bike einlenkt und die Richtung wechselt – das ist ein großer Pluspunkt. Es gibt auf jeder Strecke Abschnitte, in denen wir sehr schnell sind. Wir müssen aber unsere Schwächen verbessern, vor allem bei der Beschleunigung.»
Für Diskussionen sorgt derzeit die sogenannte Fuel-Flow-Limitierung, die nach den Events in Australien und Portugal sowohl Bimota als auch Ducati auferlegt wurde. Besonders pikant: Gerade auf den Geraden zählt die Bimota ohnehin nicht zu den stärksten Motorrädern im Feld.
Lowes ordnet die Maßnahme nüchtern ein: «Es ist nicht meine Aufgabe, die Regeln zu verstehen. Aber es zeigt wohl, dass wir einen guten Job machen, wenn wir bestraft werden. Trotzdem ist es schade, gerade in einem Bereich, in dem wir ohnehin nicht zu den Besten gehören.»
Einen spürbaren Leistungsverlust oder eine Veränderung beim Ansprechverhalten konnte Lowes nicht feststellen: «Ehrlich gesagt habe ich in Assen keinen großen Unterschied gespürt», bemerkte der Brite. So bleibt ein ambivalentes Fazit: Bimota hat sich als ernstzunehmender Ducati-Herausforderer etabliert – wird durch die Regularien aber möglicherweise eingebremst. Für die Spannung im Titelkampf ist das nicht unbedingt förderlich.
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