Pirelli wachsam: Falsches Spiel mit dem Reifendruck?
Das Thema Reifendruck ist nicht erledigt. Nachdem Pirelli für seine Reifen neue Richtwerte eingeführt haben, sollen einige Rennställe Kniffe gefunden haben, die zum umgehen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Bis vor dem ersten Training zum Monza-GP am Freitagmorgen war gerungen worden. Dann stand als Folge der Pirelli-Reifenschäden von Belgien fest: Der Radsturz wird als künftiger Richtwert rundum um jeweils ein halbes Grad verringert – neu beträgt der Maximalsturz vorne minus 3 Grad, hinten minus 2 Grad. Der Reifendruck wird von 18 PSI rundum angehoben auf 21 vorne und 19,5 hinten. Pirelli wollte sogar 23 vorne und 22 hinten!
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Pirelli erhoffte sich durch die Erhöhung des Drucks eine Entlastung der Reifenschulter, die Techniker der Rennställe führten ins Feld, der Reifen werde sich dadurch auf der Lauffläche mehr erhitzen, das begünstige Blasenbildung. Doch am ersten Tag zeigte sich: richtige Probleme gab es mit den neuen Werten nicht. Schnell jedoch machte im Fahrerlager von Monza die Runde: Haben einige Rennställe bereits Mittel und Wege gefunden, um zwar beim Verlassen der Box den neuen Richtwerten zu entsprechen, dann jedoch im Fahrbetrieb mit weniger Reifendruck zu fahren, was die Haftung verbessert und damit die Rundenzeit?
Normalerweise steigt im Fahrbetrieb der Reifendruck. Der gegenteilige Effekt lässt sich beispielsweise erzielen, wenn die Reifen in ihren Heizdecken übermässig aufgewärmt werden.
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Unterstellt wird auch, dass ein Fahrer nach einer Runde (auf die mit korrektem Druck gegangen wird) an die Box fahren kann, wo dann der Druck manuell verringert wird.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Das alles widerspricht den Vorgaben von Pirelli und kann die Sicherheit kompromittieren. Der Mailänder Reifenhersteller hat daher allen Teams gegenüber klar gemacht: man habe die Rückendeckung von FIA bezüglich verschärfter Kontrollen. So kann es Stichproben der Heizdeckentempaturen geben.
Wird jemand in einer Grauzone erwischt, was den Umgang mit den schwarzen Walzen angeht, obliegt es den Rennkomissaren, entsprechend zu handeln. Falls Pirelli heute Abend noch immer glaubt, dass die Teams die neuen Vorgaben ausbremsen, so behält sich der Formel-1-Reifenlieferant vor, noch höhere Grundeinstellungen zu verlangen. Auch hier haben die Norditaliener volle Rückendeckung von der FIA.
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Allerdings: die Vorgaben von Pirelli sind in keinem Reglement verankert, das lässt viel Raum für Interpretationen – und weiterhin heisse Köpfe.
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