Premiere in Austin: Der Harley-Davidson Bagger World Cup startet
Am kommenden Wochenende feiert der Harley-Davidson Bagger World Cup auf dem Circuit of The Americas seine Premiere. In Austin finden die ersten beiden Rennen der neuen Serie statt.
Vom 27. bis 29. März findet der Red Bull Grand Prix der USA statt. Das MotoGP-Event in Austin markiert auch den Auftakt für den Harley-Davidson Bagger World Cup. Eine Woche davor, am 21. und 22. März, testeten die Teams und Fahrer ihre Road-Glide-Motorräder auf dem Circuit of The Americas. Sie sammelten Erfahrungen und nahmen wichtige Abstimmungsarbeiten vor, um für die ersten beiden Rennen in Texas gerüstet zu sein.
SPEEDWEEK.com gibt eine Übersicht über die neue Rennserie, bevor die großen V2-Motoren in Texas gestartet werden.
Sechs Events mit 12 Rennen
Der Harley-Davidson Bagger World Cup wird im Rahmen der Grand-Prix-Wochenenden in Austin, Mugello, Assen, Silverstone, Aragon und Spielberg ausgetragen. Nach dem Österreich-GP wird der Gesamtsieger feststehen. Pro Event finden jeweils zwei Rennen statt.
Die Teams und Fahrer
Am Start stehen vier Teams: «Saddlemen Race Development» aus den USA, «Joe Rascal Racing» aus Australien, «ParkinGO» aus Italien und «Niti Racing» aus Indonesien. Für Saddlemen gehen die US-Amerikaner Cory West, Jake Lewis und Travis Wyman an den Start. Joe Rascal ist ebenfalls mit drei Fahrern vertreten – Eric Granado, Archie McDonald und Cody Wyman. Niti Racing hat Oscar Gutierrez und Dimas Ekky Pratama im Aufgebot. ParkinGO ist nur mit einem Fahrer – Filippo Rovelli – vertreten.
Als Ziel für die erste Saison wurden bei der offiziellen Vorstellung der neuen Rennserie im letzten August in Spielberg sechs bis acht Teams mit 12 bis 14 Fahrern ausgegeben. Dieses Ziel wurde somit verfehlt. Angedacht ist, dass ab Mugello auch Wildcards zugelassen werden. Verhandlungen mit Teams für die Saison 2027 werden noch im Frühjahr 2026 starten.
Die Motorräder
Die Fahrer treten in rennfertigen Road-Glide-Motorrädern, die von Harley-Davidson zur Verfügung gestellt werden, gegeneinander an. Diese haben ein Gewicht von rund 280 kg. Die V2-Motoren haben 2152 ccm, über 200 PS und eine Maximaldrehzahl von 7000 U/min. Die Bikes erreichen Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h. Auf das Hinterrad wirken über 220 Nm. Die Front- und Heckpartie sowie die Silhouette des Motorrads müssen der Serie treu bleiben – mit Koffern.
Harley-Davidson arbeitet mit einer Reihe an rennsporterfahrenen Zulieferern zusammen. Die Bremsen stammen von Brembo. Das System verfügt über aus der Moto2 stammende Bremssättel mit vier Kolben. Die Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 330 mm. Gabel und Dämpfer stammen von Öhlins, die geschmiedeten Aluminiumfelgen von Marchesini. Akrapovič liefert die Rennauspuffanlage aus Titan. Die Antriebsketten liefert der Hersteller Regina. Panta Fuels tritt als alleiniger Kraftstofflieferant der Serie auf.
Die Reifen
Als Einheitslieferant fungiert Dunlop. Harley-Davidson und Dunlop verbindet eine langjährige Partnerschaft bei Serienmotorrädern. Auch in der amerikanischen King-of-the-Baggers-Serie, die seit 2021 im Rahmen der MotoAmerica besteht, arbeiten die Unternehmen zusammen. Vorne kommt ein Reifen mit den Dimensionen 120 mm zum Einsatz. Das Hinterrad hat eine Dimension von 200 mm. Dunlop wird auch den kompletten Reifenservice an der Rennstrecke bereitstellen.
Technische Unterstützung durch Harley-Davidson
Harley-Davidson liefert die Motorräder an die Rennteams und unterstützt diese. «Wir stellen alle Spezifikationen rund um das Motorrad zur Verfügung. Alle Teams – egal ob aus den USA, Australien oder Italien – erhalten von uns die gleiche Unterstützung», betonte Jason Kehl, Technischer Direktor and Teamchef Harley-Davidson Factory Racing im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir bieten einen vollen technischen Support für die Motorräder – wir bauen diese in unserem neuen Factory-Racing-Headquarter in Milwaukee, Wisconsin.»
Die Teams bekommen somit alle gleichwertiges Material gestellt, können aber an den Bikes Modifikationen vornehmen. «Die Teams und Fahrer dürfen Anpassungen hinsichtlich des Setups machen – beispielsweise was die Getriebeübersetzung oder das Fahrwerk anbelangt», meinte Kehl. Zudem stehen den Fahrern verschiedene Sitzvarianten und Lenker zur Verfügung.
Alle Bikes wurden für den Test und zum ersten Rennwochenende an den Circuit of the Americas angeliefert. Dort wurden die Motorräder an die MotoGP Sport Entertainment Group (ehemals Dorna, Anm.) übergeben. Diese übernimmt für die Teams die komplette Logistik. Die Teams müssen somit nur Fahrer, Crew und die Ausstattung für die Boxen zur Verfügung stellen.
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