René Arnoux: Ferrari? Zu viele Fehler, Antonelli hält Mercedes-Niveau hoch
Der langjährige Renault- und Ferrari-Werkspilot René Arnoux über die aktuelle F1. Der 78-jährige Franzose lobt WM-Leader Kimi Antonelli und tadelt die Arbeit seines früheren Arbeitgebers Ferrari.
Der Franzose René Arnoux, 149-facher GP-Teilnehmer und siebenfacher Rennsieger, ist tief beeindruckt: vom 20-jährigen WM-Leader Kimi Antonelli.
Arnoux schwärmt vom italienischen Teenager in den höchsten Tönen, wenn er in der Gazzetta dello Sport sagt: «Kimi ist eine reife und ruhige Person, ich bin sicher, dass er kühlen Kopf bewahren wird. In den letzten Rennen hat er sich auf die Weltmeisterschaft konzentriert und unnötige Risiken vermieden. Er muss genau so weitermachen.»
«In der Formel 1 reicht Talent nicht aus, man braucht auch Intelligenz und ein bisschen Glück. Eigenschaften, die Kimi im Laufe des Jahres unter Beweis gestellt hat. Er fährt fast fehlerfrei, abgesehen von dem Patzer in der Qualifikation von Aserbaidschan. In der zweiten Hälfte der Saison gelingt es ihm, das Niveau mit einem nicht mehr dominanten Mercedes hoch zu halten.»
«Was er in so jungen Jahren leistet, das beeindruckt mich. Jetzt ist er der unangefochtene Leader bei Mercedes, während George Russell zur zweiten Geige geworden ist. Alle lieben ihn, einschliesslich Teamchef Toto Wolff, der ihn schon seit den Kart-Zeiten verfolgt. Man sieht, wie glücklich er ist, wenn Antonelli ein gutes Ergebnis erzielt. Kimi hat aus seinen Fehlern 2025 gelernt und sich in kürzester Zeit enorm weiterentwickelt.»
Zur Situation von Ferrari sagt der WM-Dritte von 1983: «Ich fand es schade, dass sich Lewis Hamilton nach dem Singapur-GP bei Ferrari entschuldigt hat. In Silverstone und Ungarn hatte das Team Fehler gemacht, also hat er dieses Mal lieber selbst die Entscheidung getroffen.»
«Das grundlegende Problem ist, dass in Maranello viel mehr Fehler gemacht werden als bei den anderen Teams. In diesem Jahr hat Ferrari ein gutes Auto, aber sie haben viele Punkte wegen mangelhafter Strategien verloren.»
Arnoux zum knallharten Duell Verstappen gegen Leclerc kurz nach dem Start zum Singapur-GP: «Ich sage immer – wenn sich eine Lücke auftut, dann muss ein Fahrer reinstechen, so klein sie auch ist. Max hat während seiner gesamten Karriere diese Mentalität gezeigt. Auf dem Marina Bay Circuit gibt es nur sehr wenige Gelegenheiten zum Angreifen, daher hätte sich das Rennen ändern können, wenn Leclerc an Verstappen vorbeigegangen wäre.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach






