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Vorsicht, Fake-News! Angebliches Audi-Bild ist eine Fälschung

Kaum war am 9. Januar das erste 2026er F1-Auto auf der Bahn, Audi sei Dank, kursierten Bilder vom schwarzen Renner. Nur: Die waren plumpe Fälschung! Audi selber zeigt eine interessante Info-Grafik.

Mathias Brunner

Von

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In Zeiten hochgestochener künstlicher Intelligenz müssen wir uns zwei Mal fragen, ob wir unseren Augen trauen dürfen. So auch beim Filmtag des Formel-1-Rennstalls von Audi.

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Wahr ist: Am 9. Januar brachte das Team mit Sitz in Hinwil (Chassis, Schweiz) und Neuburg an der Donau (Antrieb, Deutschland) den Wagen von Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto auf den Circuit de Barcelona-Catalunya.

Audi selber stellte einige (Details klug verdeckende) Fotos von der Probefahrt ins Netz. Und wir ergänzen das gerne mit einer Info-Grafik (siehe Bild oben), mit welcher Audi selber einen Blick unter die Motorverkleidung erlaubt.

Dazu jedoch gab es das eine oder andere Bild, das sich bald als plumpe Fälschung erwies. So wurde ein Auto gezeigt, das in seltsamer Position eine Kurve anfährt, ganz in Schwarz gehalten, es wurde vorgeschützt, dies sei der neue Audi R26 von Hülki und Bortoleto.

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Von wegen! Aufgeweckte GP-Fans monierten schnell: Okay, da ist offenbar kein Fahrer im Cockpit zu sehen, dafür am Rad die umstrittene Aero-Braue, die es bei den 2026er Autos gar nicht mehr gibt. Die Frontflügel-Endplatte entspricht ebenfalls nicht dem neuen Reglement, und das Banner im Hintergrund trug unsinnige Worte, während der Bereich des Randsteins auch nicht dem entsprechenden Layout der katalanischen Piste entspricht. Täuschung entlarvt!

Das alles hielt einige Seiten-Betreiber nicht davon ab, die Fälschung für bare Münze zu nehmen und das angebliche Foto des R26 munter zu veröffentlichen. Damit haben wir einen Vorgeschmack auf den ersten Wintertest auf der besagten Strecke erhalten, 26.–30. Januar, der hinter verschlossenen Toren stattfinden wird, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir weitere angebliche Spionage-Bilder zu sehen erhalten, über deren Wahrheitsgehalt wir ein fettes Fragezeichen setzen müssen.

In dieser Phase von Präsentationen und Funktionstests gilt: Trauen Sie Ihren Augen nicht – denn Tricksen, Täuschen und Tarnen sind mit der Formel 1 so eng verbunden wie Aston mit Martin.

Die Rennställe lassen sich ungern in die Karten gucken. Und so gehört es zum Vollgasgeschäft, dass bei Präsentationen zwar nicht gleich gelogen, aber eben auch nicht die volle Wahrheit gesagt wird. Und dass Wintertests bei einigen Rennställen gleichzusetzen sind mit galoppierender Geheimniskrämerei, die an Paranoia grenzt.

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Die meisten GP-Teams vermeiden es beispielsweise geschickt, Bildwinkel zu zeigen, welche clevere Details enthüllen. Wie praktisch ist es doch, wenn Fahrzeugpräsentationen nur noch online stattfinden, da kann prima kontrolliert werden, was den Menschen gezeigt wird. Einige Rennställe zeigen nur noch Computergrafiken statt echter Bilder. Die lassen sich leichter manipulieren.

Einige Lösungen werden abgedeckt oder auf Fotos kurzerhand wegretuschiert. Jahrelang und vor KI war es üblich, alte Frontflügel ans Auto zu hängen, weil man der Konkurrenz das neue Geflügel erst so spät als möglich zeigen will. Oder, es wird lediglich eine neue Lackierung gezeigt und das dann als 2026er Auto verkauft.

Ebenfalls sehr beliebt: Gewisse Flächen am Wagen schwarz einzufärben, das verschluckt Konturen und macht es neugierigen Augen schwieriger, die wahre Form auszukundschaften. Oder das Auto wird gleich mit einer Tarnlackierung versehen, wie das Red Bull Racing 2015 mit dem Modell RB11 vormachte.

Diese Rechnung ging gleich doppelt auf – der Verlauf der Karosserie war nur schwer erkennbar, und die Bilder gingen um die Welt. Werbewirkung: massiv.

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An der Teststrecke ging das Versteckspiel jahrelang munter weiter: Die unsäglichen spanischen Wände hatten Hochkonjunktur, die Autos wurden bei jeder Rückkehr an die Box sofort hinter diesem rollenden Sichtschutz versteckt. Nicht nur zum Ärger der Berichterstatter, sondern vor allem jener Fans, die sich ein Ticket für die Haupttribüne gekauft hatten und dann nicht mal in die Box blicken konnten.

Der langjährige Formel-1-Techniker Gary Anderson kritisierte: "Ich fand dieses Affentheater lächerlich. Wenn ein Team von einem anderen Rennstall Detailbilder des Autos will, dann kriegt es sie auch. Die spanischen Wände sind komplett sinnlos."

Das sah – lieber spät als nie – auch der Autoverband FIA ein: Sichtwände bei Testfahrten sind seit 2020 verboten. Somit ist der freie Blick in die Team-Boxen, der schon für die GP-Wochenenden vorgeschrieben ist, auch bei den Probefahrten mit den neuen Autos garantiert. Ausgenommen von dieser Regel sind Abdeckungen, die eine mechanische oder eine Schutzfunktion haben. Oder ein Fahrzeug hat ein größeres technisches Problem, dann geht der Rollladen runter.

Gary Anderson hat natürlich völlig Recht. Ist ein Auto auf der Bahn, klicken die Kameras im Stakkato: Nicht nur für Fachpublikationen, sondern auch für die Konkurrenz – Digitalaufnahmen der gegnerischen Fahrzeuge liegen innerhalb kürzester Zeit den Technikern in den Formel-1-Werken vor.

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So mancher Fotograf verdient sich für die Spionage-Arbeit einen Batzen dazu. Das Studium der Gegner ist so wichtig wie die Analyse des eigenen Renners. Abkupfern gehört zum Geschäft.

Dazu fällt mir eine Anekdote mit Ruth Buscombe ein. Die Britin arbeitete vor ihrer langjährigen Tätigkeit für das Sauber-Team bei Ferrari als Ingenieurin in der Simulations-Abteilung, dann wurde sie Rennstrategin. In Formel-1-Kreisen bekannt wurde die Blondine, als sie bei Testfahrten in Abu Dhabi 2014 von einer Gallerie unmittelbar über der Mercedes-Box mit einer Wärmebildkamera den Silberpfeil filmte. Einige Mercedes-Mitarbeiter baten die Dame, damit bitteschön aufzuhören.

Ein wenig älter war ein Kniff, der phantasievoll mit den Reizen der Frau spielte. Da kam eine hübsche Dame mit ihrem angeblichen Freund in die Box und bat um einige Fotos, zur Gaudi der Rennmechaniker. Was die Schrauber nicht wussten: Das Objektiv des Fotografen wurde dabei nicht auf das angebliche Model gerichtet, sondern auf Details des Rennwagens.

Das ging noch weiter: Teils trug die Dame einen Rock im Schachbrettmuster, aufgrund dessen konnten die Masse des Autos nachvollzogen werden.

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Spanische Wände sind teils durch menschliche Körper ersetzt worden. Nähert sich eine TV-Kamera, sagen wir mal der Ferrari-Box, um ein bestimmtes Detail des Rennwagens zu zeigen, so taucht wie aus dem Nichts eine Handvoll Mechaniker auf, die sich vor die Kamera stellen, als menschliches Schutzschild sozusagen. Die gleiche Praxis wird gegen aufsässige Fotografen angewandt, die sich vor der Box platziert haben.

In seinem sehr empfehlenswerten Buch "How to Build a Car" verriet Star-Designer Adrian Newey, wie er die Gegner wie Ferrari ein wenig aus dem Konzept zu bringen pflegte.

Der anerkannt beste Designer der Branche, der von March über Williams, McLaren und Red Bull Racing zu Aston Martin gezogen ist, schreibt in seinem Werk: "Techniker wie ich nutzen jede Gelegenheit, um sich die anderen Autos anzuschauen. Wenn ein leitender Ingenieur in die Nähe des gegnerischen Fahrzeugs kommt, schwärmen sofort deren Leute aus, um die Sicht auf ein Teil zu verdecken, das vielleicht meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Bei Ferrari entsteht ein wahres Bienenhaus an Aktivität, sobald ich in deren Nähe wandere."

"Also habe ich mir einen kleinen Trick ausgedacht. Ich gehe zu einer Stelle des Autos, die mich gar nicht besonders reizt. Sofort eilen die Mechaniker heran, wie Motten zum Licht, und während dieser Zeit haben unsere Fotografen auf der anderen Seite des Autos alle Zeit der Welt, um jene Teile abzulichten, die mich wirklich interessieren. Ferrari hat das nie durchschaut."

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