Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Dr. Wendelin Wiedeking hat in der vergangenen Nacht seinen Rücktritt als Vorstandvorsitzender der Porsche AG verkündet und wird den Konzern mit sofortiger Wirkung verlassen. Sein Nachfolger wird der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht. Welche Auswirkungen der Wechsel für den Motorsport haben wird, ist natürlich noch völlig unklar und dürfte im Moment im Machtgerangel zwischen Volkswagen und Porsche auch mit das unwichtigste Thema sein.
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Wiedeking war seit 1991 Mitglied des Vorstands und von August 93 Vorsitzender des Vorstands. Sein Wirken ist vor allem damit verbunden, aus einem maroden Konzern eines der profitabelsten Unternehmen weltweit gemacht zu haben. Er erfreute sich innerhalb der Belegschaft einer grossen Beliebtheit. Die enormen Summen, die Wiedeking verdiente, neidete ihm kaum jemand im Konzern, wohl wissend, dass man es ihm mit am meisten zu verdanken hat, dass Porsche in den neunziger Jahren nicht sang und klanglos untergegangen ist. In seine Ära fallen die Le Mans-Siege des werksunterstützten Teams von Dauer 1994, von Joest-Racing 1996 und 1997 sowie der bislang letzten Porsche-Gesamtsieg 1998. Unter seinem Vorsitz wurde das GT1-Projekt ins Leben gerufen, unter seinem Vorsitz beendete Porsche dann Ende 1998 aber auch die werksseitigen Motorsport-Aktivitäten, bevor man erst 2005 mit dem RS Spyder in die ALMS zurückkehrte.
Laut einigen Insidern arbeitete man in Weissach im letzten Herbst an der Rückkehr in die LMP1-Kategorie für Le Mans 2010, hat dieses Projekt aber bei den ersten Anzeichen der Wirtschaftskrise gleich auf Eis gelegt.
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Der heute 56-jährige Wiedeking galt einerseits als Freund des Motorsports, aber nicht um jeden Preis. Der Sport sollte für ihn möglichst profitabel, mindestens aber kalkulierbar sein. Er lies es sich auch nicht nehmen, bei Oldtimer-Veranstaltungen selbst einmal das Steuer eines historischen-Porsche-Rennwagens zu übernehmen, auch nahm er in seiner Amtszeit fast immer an der jährlichen Motorsport-Night in Weissach teil, bei der zum Jahresende alle Porsche Cup-Sieger geehrt werden.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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