Austin 2025: Marc Marquez und die spanische Revolution in Amerika
Vor einem Jahr war die MotoGP – anders als heute – fest in Ducati-Corse-Hand. Marc Marquez bestimmte das Tempo auf der Rennstrecke und zettelte eine bis dahin einmalige Revolution der Königsklasse an.
Vor zwölf Monaten erreichte die Motorrad-Weltmeisterschaft den Circuit of the Americas ebenfalls aus Asien und Südamerika. Doch statt aus Brasilien reiste man 2025 aus dem Nachbarland Argentinien an. Komplett anders sah damals auch der noch junge Tabellenstand in der Königsklasse aus. Kurzum, die Brüder Marquez hatten die WM schon früh an sich gerissen. Nur Fahrer einer Ducati Desmosedici hatten bislang auf dem Podium gestanden. Aprilia-Neueinsteiger Marco Bezzecchi war damals noch nicht einmal in den Top-5 zu finden.
Ducati im Frühjahr 2025: Unschlagbar
Und auch beim US-GP ging das Bologna-Fest weiter. Im Qualifying hatten sich in den ersten Sechs fünf Ducati-Racer breitgemacht. Nur Pedro Acosta hatte als Vierter ein Ausrufezeichen in Orange gesetzt. US-Spezialist Marc Marquez war damals ganz oben auf allen Listen zu finden, keine Überraschung. Sehr wohl dagegen, dass Alex Márquez wie schon beim Auftakt in Thailand auf Augenhöhe unterwegs war. «AM73» parkte die Gresini-Ducati auf 2 und folgte seinem Bruder im Sprint wie ein Schatten. Selten hatte der König des Linkskurses in Texas so für einen Sieg kämpfen müssen wie beim Austin-Sprint 2025.
Bemerkenswert: Der Marquez-Familie folgten mit Bagnaia, Di Giannantonio und Morbidelli drei weitere Ducati-Vertreter. Dahinter – Fabio Quartararo, der seine Yamaha immerhin vor KTM-Spitzenmann Acosta über die Linie rettete.
Vor dem Großen der USA erlebte die MotoGP einen Tag später vor Ort und an den Bildschirmen rund um den Planeten nach der Show der Cheerleader eine Fortsetzung, präsentiert von Ducati-Werksfahrer und Pole-Setter Marc Marquez. Der Spanier hatte das Regelwerk sehr exakt gelesen und mit einem Sprint in letzter Sekunde zu seiner Box einen Startabbruch erzwungen. Hintergrund der Rebellion waren die am GP-Sonntag sehr instabilen Wetterbedingungen.
Regeländerung nach dem US-GP 2025
Das Ergebnis der Revolte sorgte für offene Münder. Denn nachdem etliche Piloten Marquez gefolgt waren, herrschte ein Riesenchaos, das zu einem kompletten Neustart führte. Strafen wurden keine ausgesprochen, doch die Situation zog insofern Konsequenzen nach sich, als dass man im Nachgang des GP eine Regeländerung verkündet.
Seit dem US-GP 2025 wird das Verhalten (Verlassen des Grids nach der Tafel «3 Minuten») mit einer Zeitstrafe belegt. Der vermeintliche Vorteil eines Reifenwechsels nach einem Start aus der Boxengasse soll damit aufgehoben werden.
Die Bestrafung für den Show-Akt in der Startaufstellung, die übernahm der spätere Weltmeister selbst. Marc Marquez kommandierte nach dem Neustart auf Slicks zunächst auch den Großen Preis, flog dann aber auf einem feuchten Randstein ab und schenkte den Sieg Teamkollege Pecco Bagnaia, der an diesem Tag im März 2025 mit einem feineren Händchen unterwegs war. Der Italiener siegte vor Alex Marquez.
Erstaunlich: Mit Bagnaia, Di Giannantonio, Morbidelli, Bezzeccchi, Bastianini und Marini in den Top 10 war ein Festtag für die MotoGP-Fans aus Italien. Marc Marquez fuhr zunächst weiter, doch ohne Fußraste musste auch Ikone Marquez den GP vorzeitig beenden. Während Jorge Martin für Aprilia erst gar nicht am Start war, beendet Marco Bezzecchi das Rennen auf Position 6. Sehr bitter verlief der Sicht aus Sicht von KTM, denn sowohl Pedro Acosta als auch Brad Binder kamen nicht ins Ziel.
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