Aldeguer rückt auf Rang 2 vor, aber «mental extrem müde» nach Horror-Crashs
Fermin Aldeguer feierte nach dem Catalunya-GP Platz 3, rückte durch eine Strafe auf Rang 2 vor. Die Freude war getrübt: Der schwere Unfall seines Teamkollegen Alex Marquez steckte ihm in den Knochen.
In einem chaotischen MotoGP in Barcelona feierte Gresini-Ducati-Pilot Fermin Aldeguer nach schwierigem Saisonstart seine Wiederauferstehung. Der dritte Rang war für ihn trotz der zahlreichen Ausfälle ein zwar überraschendes, aber auch erklärbares Ergebnis. Gut 90 Minuten nach dem Rennen wurde er dann wegen einer Reifendruckstrafe gegen Joan Mir sogar noch zum Zweiten hochgestuft.
Der Platz auf dem Podium – zum Interview-Zeitpunkt noch der Dritte – kam auch für Fermin Aldeguer (21) unerwartet. «Ich wusste zwar, dass ich das Zeug dazu hatte, um Platz fünf oder sechs zu kämpfen. Obwohl ich in den Trainings und im Sprint mein Potenzial noch nicht ausschöpfen konnte», analysierte der Pilot aus Murcia seine Performance in diesen Catalunya-Tagen. «Doch schon in Le Mans hatten wir etwas gefunden, das mir das Vertrauen zurückgab. Der Grip war deutlich besser und die Fortschritte aus Frankreich haben uns auch hier geholfen».
Nach seiner erfolgreichen letztjährigen Rookie-Saison kam der Gresini-Ducati-Pilot in dieser Saison bisher nur mässig auf Touren. Vor etwas mehr als einem halben Jahr liess er sich als Sieger des Indonesien-GP in Mandalika noch als zweitjüngster MotoGP-Sieger aller Zeiten feiern. «Die Ducati GP25 ist für mich ein viel schwierigeres Bike als die GP24, mit der ich mich immer und überall sofort wohl fühlte», erklärt Aldeguer seinen zähen Saisonstart.
Unfalls eines Teamkollegen überschattete Podiumsfeierlichkeiten
Nach seinem dritten Rang in Catalunya war Fermin Aldeguer allerdings keineswegs euphorisch. «Ich bin völlig erschöpft, vor allem mental enorm müde. Es war ein extrem schwieriger Tag. Wenn dein Teamkollege auf der Strecke auf dem Boden liegt und du nicht weisst, wie es ihm geht, ist es schwierig den Fokus zu behalten. Auch wenn wir Profis sind und man das von uns erwartet».
Die beiden Restart im chaotischen Rennen hätten ihm natürlich viel geholfen. «Ich war dadurch ohne mein Zutun bereits nahe an den Podiumsrängen. Und dann hatte ich eben diese Selbstverständlichkeit der letzten Saison wieder etwas gespürt und konnte pushen» analysierte der aktuelle Zehnte des MotoGP-Zwischenklassements. «Aber ich bin natürlich noch nicht bei 100%».
Neben dem etwas schwierigeren Handlings seiner Desmosedici des letzten Modelljahrgangs, sieht Aldeguer einen anderen Faktor als Ursache seines schwierigen Saisonstarts. «Durch meinen Oberschenkelbruch Anfang Januar musste ich die darauffolgenden Testtage auslassen. Und es tut weh, wenn man zu Hause auf dem Sofa sitzen muss, während die Kollegen Test-Kilometer sammeln und den Saisonstart in Thailand fahren. Diese Erfahrungen fehlen mir immer noch etwas, auch wenn es nun besser läuft.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach