Honda-Pilot Mir: Fahrt aufs GP-Podium. Dann folgte die Strafe, null Punkte
Honda-Pilot Joan Mir ist der Sturzkönig der MotoGP. Am Sonntag in Catalunya ließ der Spanier Vorsicht walten, um das Podiumsergebnis nicht zu riskieren. Auf den Jubel über Platz 2 folgte Enttäuschung.
«Es sollte mehr Punkte geben für dieses Rennen!», so die nicht ganz ernst gemeinte Einschätzung von Joan Mir nach dem MotoGP-Sonntagsrennen auf der Piste nahe Barcelona. Nach gleich zwei Horror-Stürzen und anschließenden Neustarts hatte sich der Spanier bis auf den zweiten Platz vorgearbeitet und mit KTM-Ass Pedro Acosta und später mit Sieger Fabio Di Giannantonio um das oberste Treppchen gekämpft.
Vom zehnten Startplatz aus ging es für den Honda-Piloten zunächst vor bis auf Rang 7, bevor das Rennen wegen der Kollision zwischen Pedro Acosta und Alex Marquez unterbrochen wurde. Im zweiten Teil des Grand Prix arbeitete sich der Mann mit der Startnummer 36 sofort bis auf den zweiten Rang vor, den erst im Zweikampf mit Fabio Di Giannantonio abtreten musste, in der letzten Runde im Kampf mit Pedro Acosta zurückerobern konnte: «Für so ein Ergebnis muss ich dauerhaft mit dem Grenzbereich kämpfen und das geht nicht bei jedem Rennen gut. Für einen Platz unter den ersten sechs oder sieben sind wir immer, aber für ein besseres Resultat muss alles zusammenpassen und nach diesem Extra-Quäntchen haben wir die ersten fünf Rennwochenenden gesucht!»
Bei den MotoGP-Events der laufenden Saison war der MotoGP-Weltmeister an sechs Rennwochenenden bereits sieben Mal zu Sturz gekommen, zu häufig fuhr er mit dem Messer zwischen den Zähnen.
Im Grand Prix auf der Strecke nahe Barcelona konnte er sein Rennen nach dem zweiten Neustart an seinen Kontrahenten ausrichten. Zunächst an Pedro Acosta, dem mir sieben Runden lang dicht folgte: «Ich habe Pedro die harte Arbeit machen lassen. Unsere Fahrstile haben sich so weit angeglichen, dass ich mich nicht besonders anstrengen musste, um ihm folgen zu können.»
In der Folge wurde der HRC-Pilot vom späteren Rennsieger Fabio Di Giannantonio überholt. Dieser erwies sich als zu harte Nuss für den ehemaligen Moto3-Weltmeister: «Mit Diggia hatte ich größere Probleme. Ich musste aufpassen, nicht auch zu stürzen!»
Bestimmendes Thema waren auch für Joan Mir die beiden Horror-Stürze, die zu Unterbrechungen des Sonntagsrennens in Montmelo geführt hatten und Alex Marquez und Mirs Markenkollegen Johann Zarco ins Hospital befördert hatten: «Hoffentlich können beide so schnell wie möglich wieder antreten. Das Risiko auf der Strecke war heute sehr hoch!» Der 28-Jährige war selbst in der Startphase des Sprintrennens am Samstag in der ersten Kurve im Kiesbett gelandet, nachdem ein Überholmanöver von Fabio Di Giannantonio eine Kettenreaktion ausgelöst und Brad Binder sowie den HRC-Piloten ins Aus gekegelt hatte: «Man muss daran arbeiten, die erste Kurve hier in Montmelo sicherer zu machen. Dort passiert nach dem Start immer etwas und auf solche Situationen kann man sich als Fahrer unmöglich vorbereiten!»
Das dicke Ende kam gut neunzig Minuten nach der Zielflagge. Mir wurde für den falschen Reifenluftdruck gleich mit 16 Sekunden Plus auf die Rennzeit bestraft. Damit fiel der Honda-Held des Tages ans Ende des Feld zurück. Was blieb war die emotionale Fahrt aufs Podium.
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