Netflix-MotoGP-Film: 1,90-m-Hüne soll GP-Wunderkind spielen
Die MotoGP soll zum Schauplatz eines neuen Netflix-Actionfilms werden. Mit Alan Ritchson ist ein prominenter Hauptdarsteller vorgesehen – dessen Statur allerdings Fragen aufwirft.
Die MotoGP soll den Sprung auf die große Leinwand beziehungsweise zu Netflix schaffen. Wie das Branchenmagazin Deadline berichtet, arbeitet der Streaminganbieter an einem Spielfilm, bei dem die Motorrad-Königsklasse eine zentrale Rolle spielen wird.
Wer allerdings eine weitere Dokumentation nach dem Vorbild der erfolgreichen Formel-1-Serie «Drive to Survive» erwartet, liegt falsch. Stattdessen soll ein Actionfilm entstehen, der Elemente eines Heist-Thrillers mit der Welt der MotoGP verbindet und damit eher in Richtung «Fast & Furious» zielt.
«Reacher»-Darsteller Alan Ritchson als ehemaliger MotoGP-Star
Im Mittelpunkt der Geschichte steht dem Bericht zufolge eine Gruppe von Motorraddieben, die rund um den Globus wertvolle Antiquitäten stiehlt. Interpol wendet sich daraufhin an ein ehemaliges MotoGP-Wunderkind, das bei der Jagd auf die Bande helfen soll. Die Geschichte nimmt eine persönliche Wendung, als der Protagonist erkennt, dass es sich beim Anführer der Gruppe möglicherweise um seinen lange für tot gehaltenen jüngeren Bruder handelt.
Für die Hauptrolle ist Alan Ritchson vorgesehen. Der US-Amerikaner ist vor allem als Hauptdarsteller der Actionserie «Reacher» bekannt. Ob er optisch als ehemaliges MotoGP-Ausnahmetalent durchgeht, dürfte unter Motorsportfans allerdings für Diskussionen sorgen.
Denn mit der typischen Statur eines MotoGP-Piloten hat Ritchson wenig gemeinsam. Der Schauspieler ist rund 1,90 m groß und präsentiert sich für seine Actionrollen ausgesprochen muskulös. Zum Vergleich: In der MotoGP sind kompakte und leichte Fahrer aufgrund der enormen körperlichen Anforderungen und des Einflusses von Größe und Gewicht auf das Motorrad klar im Vorteil. Selbst die größten aktuellen MotoGP-Piloten wirken neben Ritchson vergleichsweise schmal.
Für einen Actionfilm mag seine imposante Erscheinung bestens funktionieren. Bei der Darstellung eines ehemaligen MotoGP-Wunderkinds wird es dagegen interessant zu beobachten sein, wie glaubwürdig Ritchson auf einem Grand-Prix-Motorrad wirkt. Zumal die MotoGP selbst an der Produktion beteiligt sein soll und somit durchaus Wert auf eine authentische Darstellung legen dürfte.
Liberty unterstützt den Film
Laut Deadline unterstützen die Rechteinhaber der Motorrad-WM das Projekt offiziell. Die MotoGP habe eine Vereinbarung abgeschlossen, um die Filmemacher bei der Entwicklung zu beraten. Welche Rolle reale Fahrer, Teams oder Rennstrecken spielen werden, ist bislang nicht bekannt.
Für die MotoGP ist es nicht der erste Versuch, über ein großes Streamingportal ein neues Publikum zu erreichen. 2022 erschien bei Amazon Prime die Dokumentarserie «MotoGP Unlimited». Der erhoffte Effekt blieb jedoch aus. Einen mit «Drive to Survive» vergleichbaren Schub konnte die Serie nicht auslösen.
Der nun geplante Netflix-Film verfolgt ohnehin einen völlig anderen Ansatz. Statt den realen Rennsport dokumentarisch zu begleiten, soll die MotoGP als Kulisse für eine fiktive Actiongeschichte dienen. Die direkte Beteiligung der Rennserie könnte dabei helfen, zumindest die Darstellung des Sports möglichst authentisch zu gestalten.
Beim Hauptdarsteller beginnt diese Herausforderung allerdings schon bei den körperlichen Voraussetzungen: Ritchson bringt zweifellos das Format eines Actionhelden mit – nur eben nicht unbedingt das eines MotoGP-Piloten.
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