Tech3-Boss Günther Steiner: «Das macht mehr Spaß, als nur Geld zu haben»
Günther Steiner (60) hat das MotoGP-Team Tech3 übernommen und erlebt in Thailand sein erstes Wochenende als Chef. Er wird sich genau überlegen, in welchen Bereichen etwas geändert werden muss.
Es war die Breaking-News rund um den Katalonien-GP Anfang September 2025: Günther Steiner, jahrelang Teamchef bei Haas in der Formel 1, kauft Tech3 Racing. Anders als in seiner Formel-1-Zeit ist er
«Leute bitten mich ständig darum die MotoGP mit der Formel 1 zu vergleichen, das ist sehr seltsam», begann Steiner. «Ich versuche, nicht zu vergleichen. Das ist nicht die Formel 1, ich bin klug genug, das zu wissen. Ich weiß, was ich weiß. Aber ich war im Rallyesport und in vielen anderen Sportarten. Ich versuche herauszufinden, wie die Situation ist. Die Frage ist nicht, wie das Gleiche in der Formel 1 ist. Selbst wenn es dort richtig ist, muss es das hier nicht sein. Ein paar Dinge hier sind möglicherweise besser, man muss die richtige Balance finden.»
Steiner: «In der F1 musste ich mit nichts beginnen»
«Im Team selbst, wenn wir Rennen fahren gehen, müssen wir gar nichts ändern», unterstrich der Tech3-Boss. «Hervé Poncharal leistete gute Arbeit, das Team war bereit. Das ist für mich der größte Unterschied: Als ich ein F1-Team übernahm, musste ich mit nichts beginnen. Hier war ein gut funktionierendes Team vorhanden. Für mich geht es momentan darum zu lernen was vorhanden ist, dann werden wir versuchen, das zu verbessern. Ich weiß aber noch nicht was. Zuerst musst du wissen, von was du redest, bevor du Dinge änderst. Wenn man etwas ändert, ohne eine Ahnung davon zu haben, kann es in die falsche Richtung gehen.»
Man hört viel – Gerede ist aber nicht immer wahr.günther steiner über den wert von motogp-teams
Chief Sporting Officer Carlos Ezpeleta hielt in Thailand fest, dass der Wert der MotoGP-Teams steige, Steiner macht sich um solche Dinge keinen Kopf. «Carlos ist qualifizierter als ich, um das zu beurteilen», bemerkte der 60-jährige Meraner. «Leute, die ein Team kaufen wollen, müssen über ihn gehen. Er weiß also genau, wie der Markt aussieht. Man hört viel – Gerede ist aber nicht immer wahr. Wenn es um hohe Beträge geht, versuchen Leute die Zahl immer nach oben zu reden. Aber zwischen einen hohen Betrag sagen und einen hohen Betrag zahlen liegt ein großer Unterschied.»
«Es ist normal, dass der Wert der Teams und der MotoGP insgesamt steigt, es ist allgemein bekannt, was Liberty Media für die Serie bezahlt hat (rund 4,2 Milliarden Euro – der Autor)», fuhr Steiner fort. «Der Wert des einen treibt den des anderen an. Für mich geht es aber nicht nur um Wertsteigerung, wir wollen erfolgreich sein. Sämtliche unserer Investoren wollen nicht nur Profit, sie wollen dabei sein, in einem Sport, den sie mögen. Das macht viel mehr Spaß, als nur Geld zu haben. Leute, die in so einer Größenordnung investieren können, haben genug Geld, sie brauchen keinen Profit am nächsten Tag. Es ist eine Investition – eine, die Spaß macht.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach