KTM & Honda ringen um Tech3: Wie macht das Team von Günther Steiner weiter?
Das älteste MotoGP-Team im Fahrerlager steht vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Setzt man in der MotoGP-Ära ab 2027 weiter auf Partner KTM, oder folgt ein Neustart mit Honda? Die Zeit drängt.
Erst im Januar 2026 wurde der Wechsel offiziell vollzogen: Der in den USA lebende Südtiroler Günther Steiner übernahm das Grand-Prix-Team Tech3 – und damit die älteste Struktur im Fahrerlager
Nach zwei Dekaden mit Yamaha und dem gemeinsamen Aufstieg in die Topliga des Sports sattelte das Team zur Saison 2019 auf KTM um. Seit dem Wechsel ging man gemeinsam durch Tiefen – erlebte aber auch glorreiche Momente, wie den Heimsieg von Miguel Oliveira auf der Tech3-KTM beim Portugal-GP 2020.
Jetzt muss es schnell gehen
Da die Vereinbarung mit den Österreichern Ende 2026 ausläuft, werden seit Längerem Verhandlungen über eine Erneuerung der Zusammenarbeit geführt. Startet das Team aus Südfrankreich in die neue Ära mit 850er-Prototypen wie bisher mit Material aus Oberösterreich, oder aber wird das neue Technik-Regelwerk auch zu einem Neustart mit einem anderen Hersteller genutzt? Mit dieser Frage muss sich Teameigner Günther Steiner nun final auseinandersetzen, denn die Zeit drängt auch vor dem Hintergrund des Fahrermarkts, der immer mehr Spitzenpiloten vom Markt holt.
Einzige Alternative zu KTM ist Honda. Das Fahrerlager der MotoGP ist klein und es gilt als offenes Geheimnis, dass auf dem Höhepunkt der KTM-Krise Ende 2024 bereits Gespräche zwischen Tech3 und Honda stattfanden, um eine Alternative im Falle eines Vollausfalls des KTM-Projekts aufzustellen. Bekanntermaßen kam es dazu nicht und KTM gelang es, dank einer massiven Restrukturierung inklusive finanzieller Absicherung durch den neuen Hauptanteilsnehmer Bajaj, wieder in Fahrt zu kommen. Das Antreten der Mattighofener ist gesichert. Wie ernst man es meint, das bewies auch die
Tech3: Nur Honda als Alternative
Zugleich stand aber auch schon länger fest, dass Tech3 ab 2027 weniger stark am KTM-Tropf hängen würde. Ein größerer Teil des Gesamtbudgets müsste von Tech3 getragen werden. Aus nachvollziehbaren Gründen wurden seitens Tech3 entsprechend Potenziale und Konditionen mit anderen Partnern ausgelotet. Schnell stellte sich Honda als ernsthafter Gegenbieter um die Rolle als Technik-Ausrüster heraus. Nur der größte Hersteller der MotoGP verfolgt das Ziel, seine Präsenz im MotoGP-Fahrerlager auszuweiten. Erklärter Wunsch der Japaner ist es, mindestens mit Ducati auf zwei Kundenteams gleichzuziehen. Da Pramac mit Yamaha, Trackhouse mit Aprilia und Ducati mit VR46 und aktuell auch Gresini als gesicherte Strukturen gelten, bleibt nur Tech3.
Was auch bedeuten würde, dass, sollte es zu einer Neuausrichtung des Rennstalls von Günther Steiner kommen, KTM für 2027 erst einmal wieder auf den Stand von vor 2019 zurückfahren und ohne Kundenteam an den Start gehen müsste. Weder für KTM selbst noch für das Management der MotoGP ist das Wechselszenario verlockend. Doch am Ende des Tages
Noch ist das Ringen um das im Tagesgeschäft von Nicolas Goyon geführte Team, das zudem auch in der Moto3-WM mit KTM aktiv ist, nicht beendet. Gegenüber SPEEDWEEK.com bestätigte KTM-Rennsportchef Pit Beirer noch einmal: «Wir führen aktuell weiter Gespräche mit Günther Steiner und wollen das Team auf jeden Fall auf KTM halten.»
Für Tech3 wird es auch, aber nicht ausschließlich, um Zahlen gehen. Die Konkurrenzfähigkeit der Werke ist grundsätzlich genauso zu bewerten wie eine fabelhafte Infrastruktur. Bemerkenswert dazu die Personalie Kurt Trieb. Erst vergangene Woche berichtete SPEEDWEEK.com exklusiv, dass Motoren-Chefentwickler
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach