TT1985: Schiffsuntergang knapp überlebt, danach dreimal gewonnen
Nur noch vier Tage bis zum Trainingsbeginn der Tourist Trophy. Speedweek.com verkürzt die Wartezeit und erinnert an einigen der kuriosesten Geschichten rund um das wichtigste Straßenrennen der Welt.
Allein wegen der ungewöhnlich Streckenlänge des Snaefell Mountain Courses von 60,725 Kilometern, einem Höhenunterschied von über 400 Metern, den über 250 Kurven, der Renndistanz der Senior-TT von über 360 Kilometern, dem Einzelstart und einer Durchschnittgeschwindigkeit von beinahe 200 km/h unterscheidet sich die Tourist Trophy auf der Isle of Man von jedem anderen Motorradrennen. Die TT-Rennen lieferten in der Vergangenheit Geschichten, die sich heutzutage anhören, als seien sie der Fantasie eines von Hollywood-Drehbuchschreibern entsprungen.
1985 fassten die Rennfahrer Joey Dunlop und sein jüngerer Bruder Robert, Brian Reid, Noel Hudson und Sam McClements sowie einige Begleiter den Entschluss, mit einem Fischerboot von ihrer Heimat Nordirland auf die Isle of Man zu reisen, um an der Tourist Trophy teilzunehmen. Joey war bereits fünf Jahre davor mit seinem Boot zur kleinen Insel geschippert und dann mit dem Sieg im «Classic Race» den endgültigen Durchbruch geschafft. Der zurückhaltende Sportler sah es als gutes Omen. Wenn ein Schiff schon einmal Glück gebracht hat, warum nicht ein zweites Mal.
Fehlentscheidung mit katastrophalen Konsequenzen
Das Boot Tornamona war bereits auf dem Weg aus dem Strangford Louth, einem von der Irischen See durch die Ards-Halbinsel bis auf die schmale Meerenge zwischen den Orten Portaferry und Strangford abgetrennter Naturhafen, als man den Entschluss fasste nochmals umzudrehen, weil man noch ein zusätzliches Motorrad an Bord nehmen wollte. Diese Entscheidung hatte verheerende Konsequenzen, denn man verpasste auf dem Rückweg den Gezeitenstrom, geriet in raue See und prallte gegen die Felsen. Meerwasser drang in den Schiffsrumpf und das Boot begann zu sinken.
Nachdem alle Besatzungsmitglieder völlig durchnässt, aber ansonsten wohlbehalten von der Küstenwache aus ihrer misslichen Lage gerettet worden waren, stand man vor dem nächsten Problem. Mit dem Schiff waren die Motorräder, Ersatzteile, Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände im Meer verschwunden. In einer aufwändigen Aktion konnte schließlich alles geborgen werden. Nachdem die Motorräder anschließend zerlegt und gründlich gereinigt wurden, konnte alle bei den Rennen zur Tourist Trophy eingesetzt werden.
Joey Dunlop sollte am Ende recht behalten. Das Schiff hatte ihm Glück gebracht, auch wenn die Überfahrt ein vorzeitiges Ende nahm. Der Nordire holte sich drei Siege.
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