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Mike Hailwood mit zerbeulter und waidwunder MV Agusta zum Senior-TT-Sieg

Nur noch fünf Tage bis zum Trainingsbeginn der Tourist Trophy. Speedweek.com verkürzt die Wartezeit und erinnert an einigen der kuriosesten Geschichten rund um das wichtigste Straßenrennen der Welt.

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Allein wegen der ungewöhnlich Streckenlänge des Snaefell Mountain Courses von 60,725 Kilometern, einem Höhenunterschied von über 400 Metern, den über 250 Kurven, der Renndistanz der Senior-TT von über 360 Kilometern, dem Einzelstart und einer Durchschnittgeschwindigkeit von beinahe 200 km/h unterscheidet sich die Tourist Trophy auf der Isle of Man von jedem anderen Motorradrennen. Die TT-Rennen lieferten in der Vergangenheit Geschichten, die sich heutzutage anhören, als seien sie der Fantasie eines von Hollywood-Drehbuchschreibern entsprungen.

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Obwohl Mike Hailwood ab dem Jahr 1962 der uneingeschränkte Star in der Mannschaft von MV Agusta war und das mit vier Titeln in der 500er-WM unterstrich, engagierte Count Domenico Agusta den jungen Giacomo Agostini – der Moto-Morini-Fahrer aus Bergamo hatte mit einigen positiven Ergebnissen in der Viertelliterklasse die Aufmerksamkeit des patriarchalischen Chefs des italienischen Motorradherstellers auf sich gelenkt – für die Saison 1965. In ihm sah Agusta endlich den Italiener, der für sein Werk die prestigeträchtige Halbliter-Weltmeisterschaft gewinnen könnte. Es ärgerte nämlich den Grafen, dass in der seit 1949 ausgetragenen Weltmeisterschaft mit Umberto Masetti und Libero Liberati zwar bereits zwei Italiener dieses Kunststück geschafft hatten, aber sie mit Gilera auf einem Konkurrenzprodukt gesessen waren.

Nach dem Grand Prix der Vereinigten Staaten von Amerika in Daytona Beach und dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring traf die Motorrad-Elite der Königsklasse bei der Tourist Trophy zum dritten Mal aufeinander. Hailwood war in der Halbliter-Klasse jeweils seiner Favoritenrolle gerecht geworden und Agostini hatte in Deutschland in der 350ccm-Kategorie mit seinem allerersten GP-Sieg viel Selbstvertrauen getankt. Es war auf der Isle of Man damit alles für ein denkwürdiges Duell des Herausforderers gegen die arrivierten Teamleader angerichtet.

Senior-TT bei heftigem Wolkenbruch und Sturmböen

Die Rollen waren vor der Veranstaltung auf der Isle of Man allerdings klar verteilt. Der Brite saß auf einem Vier-Zylinder-Modell, der junge Italiener musste mit der Drei-Zylinder vorliebnehmen. Fast zeitgleich mit dem Startzeichen setzte ein heftiger Wolkenbruch und ein furchterregender Sturm – so sah es zumindest Agostini in seiner Autobiografie «Maschinen, Frauen, Konkurrenten» – ein. Damals kein Anlass zuzuwarten oder gar an eine Verschiebung zu denken. Die 68 Fahrer wurden von den Verantwortlichen gnadenlos ins Rennen über sechs Runden geschickt.

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Wie nicht anders zu erwarten, hatte Hailwood im ersten Umlauf die Spitze vor Agostini übernommen, der Rest des Feldes lag bereits aussichtslos zurück. Um den Anschluss nicht zu verlieren, erhöhte Ago sein Tempo bis ihm seine Risikobereitschaft in der Rechtskurve bei Sarahs Cottage zum Verhängnis wurde. Beim unvermeidlichen Sturz blieb er bis auf einige Schrammen unverletzt, an eine Weiterfahrt war aber nicht zu denken, weil seine MV Agusta nach dem Einschlag in eine Begrenzungsmauer zu stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Nur eine Runde später landete an derselben Stelle auch der Führende auf dem Hosenboden. Obwohl sein Motorrad arg ramponiert wurde, konnte er den Motor gegen die Fahrtrichtung schiebend (!!!) starten und im Gegensatz zu seinem Teamkollegen das Rennen fortsetzen. Trotz einer zersplitterten Verkleidungsscheibe, die später bei einem Boxenstopp entfernt wurde, stark eingedrückter Auspuffrohre und einem Aggregat, das nur noch auf drei Zylindern lief, siegte Hailwood unangefochten vor Joe Dunphy und Mike Duff.

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