Freudenberg KTM: Doppelsieg in Assen und WM-Führung
Nach einem Schlag in die Magengrube feierte das Team Freudenberg KTM-Paligo Racing beim Event in Assen das erfolgreichste Rennwochenende in der Supersport-WM 300.
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Die Nachricht von der schweren Verletzung infolge eines Motocross-Trainingssturzes von Phillip Tonn am 8. April war für das Team Freudenberg KTM-Paligo Racing ein absoluter Tiefschlag. Doch die Truppe aus dem sächsischen Bischofswerda schlug am vergangenen Wochenende beim Superbike-WM-Event in Assen unnachahmlich zurück und feierte mit dem Doppelsieg des niederländischen Lokalmatadoren Jeffrey Buis den größten Erfolg in der Supersport-WM 300.
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Noch am Montag war Teamchef Carsten Freudenberg zwar voller Freude, rang aber auch nach der Sache gerecht werdenden Worten. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com meinte der Sachse: "Natürlich waren es die letzten Tage gemischte Gefühle nach der Info Dienstagabend von Phillips schwerem Unfall. Da haben wir viel telefoniert und wollten natürlich wissen, wie es um Phillip steht. Am Mittwoch war dann schon die Anreise nach Assen. Das war dann ein totales Wechselbad der Gefühle." Aber wie immer in solchen Fällen, muss das Leben weitergehen: "Wir haben uns entschieden, nur mit einem Fahrer anzutreten. Dabei war es mir von Anfang an klar, dass wir aus Respekt Phillip gegenüber nur mit Jeffrey Buis antreten. Mich haben sofort einige Fahrer angerufen, aber da habe ich dankend abgelehnt. Das war alles sehr nervenaufreibend."
So trat man nur mit dem 23-jährigen Niederländer an, was die richtige Entscheidung war, denn so konnte man das Betriebsklima in geordneten Bahnen laufen lassen und sich voll auf das Wesentliche konzentrieren. "Wir haben ein Rennen Zeit, um einen Ersatzfahrer zu bringen, doch für das nächste Rennen in Most brauchen wir einen. Wir haben drei, vier ernsthafte Kandidaten, aber entschieden ist noch nichts. Bis kurz nach Ostern wollen wir das aber möglichst lösen."
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Die Konzentration aus Wesentliche managte das gesamte Team, allen voran Jeffrey Buis, hervorragend, sodass Carsten Freudenberg immer noch voll des Lobes ist: "Jeffrey hat einen super Job gemacht. Wir hatten in unserer Teamgeschichte noch nie ein solch erfolgreiches Wochenende. Das ging schon am Freitag mit dem neuen Rundenrekord für die 300er in Assen los. Das Qualifying lief etwas unglücklich, doch immerhin sind wir noch Dritter geworden. Aufgrund der Performance von Jeffrey haben die anderen ihn immer gesucht. Daher war es für ihn nicht einfach, eine schnelle Runde hinzubekommen."
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Die Rennen liefen dann mit einer breit gefächerten Spitzengruppe Supersport-300 typisch ab, wobei Carsten Freudenberg da noch eine Steigerung erkannte. Dazu meinte er: "Ich habe schon viel erlebt, aber da konnte man fast nicht hinschauen. Vor allem zum Sonntag fehlen mir noch fast die Worte, wie er das gemacht hat, von Platz 7 oder 8 noch so clever die ganze Gruppe zu überholen und zu Hause erneut zu gewinnen. Das war einfach großartig."
Mit nun drei von vier möglichen Saisonsiegen führt Jeffrey Buis die WM-Wertung an und ist nun der Gejagte. Er hat in diesem Jahr die einmalige Chance, nach seinen Weltmeistertiteln 2020 und 2023 auf der 300er-Abschiedstournee als dreifacher Champion in die Geschichte einzugehen. Zudem führt die sächsische Truppe auch die Team- sowie Hersteller-Wertung an. Da müsste man doch mal über das Wort Weltmeister 2025 nachdenken? "Das werden wir aber ganz gewiss nicht tun", antwortet Freudenberg mit Nachdruck. Und weiter: "Die Saison ist noch lang und wir haben wieder gesehen, wie schnell sich alles ändern kann. Zum Beispiel auch, wie Jeffrey in Portimão auf einem sicheren Podestplatz gestürzt ist und mit null Punkten aus dem Rennen herausgegangen ist. Dennoch macht es uns stolz, als einzige KTM im Feld solche großartigen Erfolge gefeiert zu haben. Das macht auch KTM stolz. Wir genießen jetzt den Moment, dann gilt es wieder die Ärmel hochzukrempeln. Träumen darf man aber."
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Wenngleich es Freudenberg nicht leicht fällt, über Phillip Tonn zu sprechen, verriet er so viel, dass er am Montag ein erstes Mal operiert wird und der Unter- sowie Oberschenkelbruch mit Nägeln stabilisiert werden. Nach Ostern soll es zu einem Spezialisten der Sportmedizin gehen, um sich des gebrochenen Schulterblattes anzunehmen.
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