Titeldrama: Rast reicht Sieg nicht, Paffett Champion

Von Andreas Reiners
DTM
Gary Paffett

Gary Paffett

Riesiger Jubel bei Mercedes: Die Stuttgarter verabschieden sich nach 30 Jahren mit dem Triple aus der DTM. Gary Paffett hat am Ende vier Punkte Vorsprung.

Der Abschied nach Maß ist perfekt, Mercedes tritt mit dem Triple ab: Gary Paffett hat der Marke mit dem Stern im letzten DTM-Rennen vor dem Ausstieg nach 30 Jahren den Fahrertitel beschert. Dem Briten reichte im 20. Saisonrennen in Hockenheim ein dritter Platz, um sich zum zweiten Mal nach 2005 die Meisterschaft in der Tourenwagenserie zu sichern.

Paffett konnte seinen Emotionen im Auto nicht mehr zurückhalten, ließ seinen Tränen freien Lauf. «Das ist der beste Tag meines Lebens. Die Jungs haben es sich verdient. Wir haben so hart dafür gekämpft.«

Die furiose Aufholjagd von Rene Rast endete dramatisch. Der Audi-Star feierte zwar seinen sechsten Sieg in Folge und baute damit seine eigene Rekordmarke weiter aus. Am Ende fehlten dem Champion von 2017 aber vier Pünktchen auf Paffett, um seine Serie mit dem Titel zu krönen.

Paul di Resta, der die Gesamtwertung zwischenzeitlich angeführt hatte, war im letzten Rennen ohne Chance: Der Schotte hatte sich seine Chancen mit einem schlechten Qualiyfing und Startplatz elf selbst zunichte gemacht. Im Rennen reichte es nur zu Platz 14.

Mit dem neuen Champion auf dem Podium feiern durfte Marco Wittmann (BMW), der Zweiter wurde. Rasts Markenkollegen Nico Müller und Robin Frijns wurden Vierter und Fünfter.

Mercedes machte mit dem Fahrertitel das Triple perfekt: Die Herstellerwertung war bereits seit dem vorletzten Rennwochenende in Spielberg entschieden, Mercedes-AMG sicherte sich die Krone durch eine starke Gesamtleistung souverän.

Auch in der Teamwertung war die Entscheidung schon vor dem finalen Rennen gefallen: Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (347 Punkte) ist der neue Team-Champion.

Rast über nimmt die Führung

Der Start verlief äußerst diszipliniert. Rast kam besser als Polesetter Wittmann weg, der sich vor Kurve eins nicht groß wehrte, so dass Rast schnell die Führung übernahm. Dahinter verteidigte Paffett seinen dritten Platz. Der dritte Titelkandidat di Resta hatte an seinem schlechten Startplatz zu knabbern, er versauerte zunächst auf Rang zehn.

Der Schotte ging volles Risiko, er kam als erster Fahrer in Runde sieben in die Box. Er hatte dadurch keinen Verkehr mehr und war zugleich gegen ein frühes Safety Car abgesichert. In Runde zwölf zog Paffett nach, der Stopp war mit 7,6 Sekunden in Ordnung. Rast zog zwei Runden später nach, sein Reifenwechsel dauerte 6,8 Sekunden.

Nach den Stopps blieb Rast klar an der Spitze vor Paffett, der sich zwar vor Wittmann setzen konnte, von dem zweimaligen Meister 20 Minuten vor dem Ende aber wieder geschnappt wurde.

Rasts Hoffnung waren Spengler, Müller und Frijns: Der BMW-Pilot war erster Verfolger von Paffett, der Fünfter werden musste, damit es für Rast reichen würde. Doch der Kanadier lag sechs Sekunden hinter dem Briten. Als Rasts Markenkollege Müller und Frijns sich an die Verfolgung von Paffett machten, war es aber schon zu spät. Der Rückstand auf den neuen Meister war aber zu groß.

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