Loses Rad: So dramatisch war Gary Paffetts Titelfahrt

Von Andreas Reiners
DTM
Gary Paffett

Gary Paffett

Gary Paffett ist relativ gemutlich zum Titelgewinn gecruist. So mag es tatsächlich ausgesehen haben. Denn ausgerechnet der große Showdown war auf der Strecke ein ziemlicher Langweiler.

Für die Fans zumindest. Paffetts Verfolger René Rast übernahm von Startplatz zwei aus unmittelbar vor Kurve eins die Führung, Paffett selbst verteidigte Platz drei und baute seinen Vorsprung auf die Verfolger Runde für Runde aus.

Unspektakulär? Ereignislos? Von wegen! Bei Paffett spielte sich ein kleines Drama ab. Denn der Brite musste einen ungeplanten Notstopp einlegen: Der 37-Jährige klagte in der neunten Runde über Vibrationen, meinte, er habe ein loses Rad.

«Wir konnten das Risiko nicht eingehen und mussten ihn reinholen, bevor ein Plattfuß entsteht oder ein Rad wegfliegt. Deshalb haben wir den frühen Boxenstopp gemacht. Das war so überhaupt nicht geplant», verriet Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz.

Mercedes holte den Briten also früh rein und verwirrte damit auch die Konkurrenz. «Dieter (Gass, Audi-Motorsportchef) meinte: „Ihr wolltet uns unter Druck setzen.“ Aber nein: Es war einfach nicht anders möglich», sagte Fritz. Das Problem: Mercedes hatte in Hockenheim vor allem hinten raus Probleme mit den Reifen. Eigentlich war Paffetts Stopps deshalb auch erst fünf Runden später geplant.

Apropos Stopp: Nach zahlreichen Patzern in den vergangenen Wochen, wo die Reifenwechsel teilweise fünf Sekunden länger als üblich dauerten, lief bei Paffett im entscheidenden Moment alles glatt. Paffett: «Als der Boxenstopp rum war, war ich ziemlich happy, dass das hinter uns lag.»

Doch gegen Ende wurde es tatsächlich noch einmal eng. Zum einen unterlief dem Briten in den letzten Runden in der Sachs-Kurve noch ein Flüchtigkeitsfehler. «Vielleicht war es, weil ich die Konzentration verloren hatte. Ich bin auf die weiße Linie gekommen und habe mir gesagt: „Das machst du besser nicht noch mal.“»

Hinzu kam: Bei den Audis trat das genaue Gegenteil ein, die konnten zum Ende des Rennens noch einmal richtig aufdrehen. Und tauchten plötzlich im Rückspiegel auf, als Paffett mit Reifenverschleiß zu kämpfen hatte. «Man erkennt natürlich, dass sie aufholen. Ich wusste aber auch: Sie waren nicht schnell genug, um mich noch abzufangen. Meine Position geriet nie in Gefahr. Ich wäre nur gerne etwas schneller gewesen», sagte Paffett,

Nie in Gefahr? Klar ist: Zwei Runden länger, und Nico Müller (1,4 Sekunden hinter Paffett im Ziel) und Robin Frijns (1,7 hinter Müller) hätten Rast möglicherweise zum Meister gemacht.

Der dramatische Tag began für Paffett übrigens bereits im Qualifying. Da kam er in Kurve eins von der Strecke ab, weshalb diese Rundenzeit gestrichen wurde. Hieß: Er musste im allerletzten Versuch abliefern, was ihm dann tatsächlich auch gelang.

Sein Team gab ihm überhaupt erst genug Sprit mit, um eine zweite Runde drehen zu können. Paffett weiß: «Das Qualifying war der Schlüssel.» Denn mit seinem dritten Startplatz in praktisch letzter Sekunde legte er den Grundstein für seine Fahrt zum Titel.

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