Habsburg-Debüt: Ein Elfjähriger mit neuem Spielzeug

Von Andreas Reiners und Gerhard Kuntschik
DTM

Die schöne Kaiserin brachte ihm am Ende kein Glück. Glücklich war Ferdinand von Habsburg nach seinem ersten Rennwochenende in der DTM trotzdem.

Für einen Spaß ist Ferdinand von Habsburg immer zu haben. Weshalb es für ihn kein Thema war, sich vor dem ersten freien Training in Hockenheim eionen Smoking anzuziehen und als James Bond zu posieren.

Klar: Sat.1-Moderatorin Andrea Kaiser als Bond-Girl half vermutlich bei der Zusage. Glück brachte ihm das Shooting aber nicht, zumindest aus sportlicher Sicht nicht. Im Regen am Samstag soff von Habsbrug buchstäblich ab, fuhr im Qualifying sieben Sekunden langsamer als die Spitze. Sein Aston Martin Vantage DTM zickte herum. So sehr, dass im Rennen nach zwei Runden bereits Schluss war.

Am Sonntag lief es zumindest etwas besser. Im Qualifying nur 17., wurde er am Ende 13. Das Resultat war fast zweitrangig. Er konnte weitere Erfahrungen sammeln. Und genießen.

Denn von DTM-Fahrern hatte wohl von Habsburg das größte Aha-Erlebnis, was den Speed der neuen Vierzylinder-Turbos betraf: Während die Routiniers die 100 Mehr-PS zu den V8-Saugern auch deutlich spürten, meinte der Salzburger lachend: «Was glaubst du, wie es sich anfühlt, von einem VW in einen Aston Martin umzusteigen?» Er spielte damit auf den 300 PS weniger leistenden VW-Motor seiner jüngsten Formel-3-Jahre an.

Von Habsburgs Resümee: «Von Teamseite her einmal sehr, sehr positiv. Unser Gesamtauftritt war in Ordnung und verdient Anerkennung. In meinem Fall muss ich sagen: Mein Reifenmanagement ist verbesserungswürdig, aber das ist auch eine Sache der Erfahrung und der Testrunden. Aber ich konnte auch einige Konkurrenten überholen, das machte Spaß.» Dank Boxenstopps der anderen Fahrer lag der Aston-Pilot kurzzeitig sogar auf Rang acht.

Was ihn wirklich begeisterte: «Unser Teamspirit. Jeder motiviert jeden, wir pushen uns gegenseitig auch moralisch. Jedes Meeting steht unter dem Motto: „Wir sind stolz auf das Erreichte, aber wir können noch mehr erreichen.“»

Und er meinte auch: «Ich kann schon jetzt sagen, dass ich noch in keinem Team so ein Gefühl der Aufnahme und Geborgenheit empfand wie bei R-Motorsport.»

Zum Speed der Turbos meinte von Habsburg: «Die ersten Erfahrungen waren so, dass ich mich wie ein Elfjähriger mit neuem Spielzeug fühlte. Das ist einfach cool, wie man da auf eine Kurve zufliegen kann.»

Was sagt der Boss? R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger war mit dem Rookie zufrieden: «Er hat sein Talent bewiesen. Er braucht Erfahrung, und dafür braucht er Zeit. Die bekommt er bei uns.»

Was in der Mixed Zone nach dem zweiten Rennen auffiel: Von Habsburg versteht sich mit WRT-Teamchef Vincent Vosse weiterhin blendend. Von Habsburg sagt offiziell zum Zwist mit WRT (für das Audi-Kundenteam sollte er im Dezember testen, angeblich gab es sogar schon einen Vorvertrag): «Kein Kommentar.» Inoffiziell sei «alles geklärt. Es gibt zwischen uns keine Probleme.»


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