KTM: Riesenschritt bei Refinanzierung, Sicherheit auch für MotoGP-Projekt
Während die KTM-Piloten in Thailand zum MotoGP-Auftakt ausrücken, gelang der Unternehmensführung ein bedeutender Schritt, um die finanzielle Stabilität der Rennsportmarke entscheidend abzusichern.
Das letzte Kalenderjahr war ein wechselvolles für KTM. Begonnen hatte es mit der herausforderndsten Phase, die die Mattighofener in der jüngsten Vergangenheit zu durchleben hatten, und endete mit Signalen, dass die Firma diese erfolgreich hinter sich gebracht hat – und der Start in das Jahr 2026 verlief vielversprechend. Die Lager für Neumotorradräder am Stammsitz schrumpften, neue Modelle kommen zu Händlern und alte Baustellen werden sukzessive abgearbeitet.
Einer der Schlüssel für die erfolgreiche Absolvierung der Restrukturierungsphase im letzten Jahr war ein von den neuen Eignern Bajaj gewährter Kredit über 450 Millionen Euro, der der KTM AG seinerzeit die Rückzahlung ihrer Sanierungsquote ermöglichte. Diese Verpflichtung konnte am Montag abgelöst werden, was den Innviertler Motorradbauer schuldenfrei gegenüber dem Kreditgeber Bajaj Auto International Holdings B.V. macht und der Firma damit weitreichende Freiheiten geben dürfte - während sich das Tagesgeschäft von KTM weiter erholt. Kern der Refinanzierung ist ein auf fünf Jahre angelegter Kreditvertrag mit einem Bankenkonsortium aus J.P. Morgan SE, HSBC, DBS Bank Limited und MUFG Bank Ltd. mit einen Gesamtvolumen von 550 Millionen Euro zu herausragenden Konditionen mit einem Zinssatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Die Mitteilung aus der Finanzabteilung der Österreicher dürfte nicht nur ein Befreiungsschlag für die Hauptschlagader des Unternehmens – Entwicklung und Verkauf von Sportmotorrädern im internationalen Wettbewerb – sein; um das Geschäftsmodell glaubwürdig aufrechtzuhalten, können mit dem vereinbarten Finanzpolster auch die relevanten Rennsportaktivitäten ohne harte Sparmaßnahmen weitergefahren werden.
In Sachen Timing eine Punktlandung. Denn die entscheidenden Vertragswerke zwischen der MotoGP, jetzt vertreten durch die neu gegründete MotoGP Sport Entertainment, sowie den in der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft engagierten Herstellern und unabhängigen Teams für die Jahre 2027 bis einschließlich 2031 werden derzeit zur Unterschrift vorbereitet.
Die Absicherung des einzigen deutschsprachigen Herstellers in der MotoGP ist damit auch eine gute Nachricht für die neuen Inhaber der MotoGP. Denn Liberty Media kann die geplante Wachstumsstrategie mitsamt umfassenden Investitionen nur mit einem stabilen Hersteller-Konstrukt umsetzen.
Gegenüber SPEEDWEEK.com unterstrich CEO Gottfried Neumeister die Tragweite der jüngsten Refinanzierungsmaßnahmen: «Für ganz KTM hat dieser Schritt außerordentliche Relevanz. Die Finanzierungsvereinbarung zeigt das große Vertrauen in unser Unternehmen und hilft uns, in allen Belangen weiter zu beschleunigen.»
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