Marco Wittmann: So lieferte er die irre Assen-Show ab

Von Andreas Reiners
DTM
Marco Wittmann

Marco Wittmann

Marco Wittmann hat beim zehnten DTM-Saisonrennen in Assen eine beeindruckende Show abgeliefert. Wir haben mit dem BMW-Piloten über die irre Aufholjagd gesprochen.

Der Frust war groß. Marco Wittmann haderte nach dem Qualifying. War stocksauer. Warum jetzt wieder so ein Rückschlag? Nach dem Sieg am Samstag streikte im Qualifying zum Lauf am Sonntag die Technik an seinem BMW – er musste vom letzten Startplatz los. Bitter.

Irgendwann zwischen Quali und Rennen kam aber der Punkt, als er den Schalter umlegte. «Lass uns Rennen fahren, lass uns alles geben, vielleicht geht doch etwas», beschreibt der zweimalige Meister bei SPEEDWEEK.com seine Gedanken. Immerhin ging auch in Misano etwas, als er (auch dank des Safety Cars) von ganz hinten zum Sieg fuhr.

Viel hatte er sich trotzdem nicht ausgerechnet. Denn Assen gilt als Strecke, auf der man nicht gut überholen kann. Und mut einem frühen Stopp auf ein Safety Car zu zocken, wäre alleine schon wegen des zu erwartenden Reifenabbaus Selbstmord gewesen. Also musste es so gehen. Und es ging so.

Denn Wittmann legte los wie die Feuerwehr: «Ich hatte eine super erste Runde, in der ich acht Plätze gutgemacht habe.» Danach war er weiter der schnellste Mann im Feld, hing aber als Sechster hinter den ersten fünf Audis fest. Deshalb entschied man sich, ihn früher als die Konkurrenz in die Box zu holen und einen Undercut zu versuchen. «Und der ging auf, wir waren dann virtuell Zweiter. Das war unglaublich.»

Im zweiten Stint ging es vor allem um das Reifenmanagement. Auch Wittmann hatte seine Probleme, hatte Vibrationen am Auto, «das hörte sich alles nicht mehr gesund an», sagte er.

Er bekam Zweifel, ob er durchfahren kann. In Assen gibt es schließlich die Ramshoek, die schnellste Kurve der DTM mit 260 km/h.

Wittmann: «Da willst du keinen Reifenschaden haben. Am Ende waren die Vibrationen so stark, dass ich dachte, ich kann niemals durchfahren.» Er wies sein Team an, zu überlegen, ob man einen zweiten Stopp einlegen soll. «Es war kritisch», so Wittmann.

Doch es reichte. Gegen Mike Rockenfeller hatte Wittmann zwar keine Chance, konnte sich kaum wehren. Aber dadurch, dass Rast wegen seiner Reifenprobleme nochmal an die Box musste und so den sicheren Sieg verlor, landete Wittmann auf Platz zwei.

Das «Reifenflüster»-Geheimnis? Was baucht man, um so eine Show abliefern zu können?

«Du brauchst ein Auto, das eine gute Balance hat, um einen gleichmäßigen Verschleiß vorne und hinten zu gewährleisten. Außerdem musst du die Reifen managen: Wenn man zu sehr pusht, gehen sie früher in die Knie», so Wittmann.

Es geht auch hier darum, die Balance zu finden. Eine Mischung aus aggressiv und defensiv. Das Reifenmanagement ist bei einer Aufholjagd durch das Feld mit vielen Zweikämpfen und Überholmanövern weitaus schwieriger als an der Spitze, es ist ein Balanceakt, der bei Wittmann aufging.

«Das Rennen ist viel besser verlaufen als wie es uns hätten vorstellen können», sagte Wittmann, der sich mit 118 Punkten wieder im Titelrennen zurückgemeldet hat. Rast führt mit 158 Zählern, gefolgt von Nico Müller (136).


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