Seltener Ausraster: Di Resta und der «verf***** Funk»

Von Andreas Reiners
Paul di Resta

Paul di Resta

Paul di Resta ist keiner, den man mit extremen Gefühlsausbrüchen in Verbindung bringen würde. Laustarke Schimpftiraden? Der Schotte ist zumindest vor laufenden Kameras für die ganz großen Emotionen nicht bekannt.

So gesehen lieferte Brands Hatch eine echte Premiere in Form von echten Emotionen eines Routiniers. Inklusive Beweis: Auch einen alten Hasen kann man noch richtig auf die Palme bringen. Auch wenn man es mehrmals versuchen muss.

Denn es war bei seinem Stopp in der 24. Runde nun schon das dritte Rennen in Folge, in dem der Funk in seinem Aston Martin Vantage DTM nicht funktionierte.

Die Folge: Ein Missverständnis beim Boxenstopp, ein Urschrei, gefolgt von «Mein verf****** Funk hat nicht funktioniert.»

Man konnte di Resta den Frust in seinem Cockpit förmlich ansehen, hören konnte man ihn zudem noch mehrmals. Was die Situation nicht verbesserte: Sein Teamkollege Ferdinand von Habsburg wurde parallel abgefertigt, weshalb es für di Resta nicht sofort die nötigen Reifen gab.

Er verlor 20 Sekunden beim Stopp und somit mögliche Punkte. Er wurde am Ende 14. (Zum Video vom Ausraster geht es hier)

Trost für Aston Martin beim Heimspiel: Bereits am Samstag fuhr Daniel Juncadella ein Top-10-Ergebnis ein. Am Sonntag ließ er im zweiten Rennen auf dem britischen Traditionskurs mit Platz acht ein weiteres folgen. Juncadella ging von Platz zehn ins Rennen und legte in Runde 13 seinen Pflichtboxenstopp ein.

Direkt hinter Juncadella belegte sein Teamkollege Jake Dennis den neunten Platz und komplettierte damit die doppelte Punkteankunft für das Team. Der Brite verbesserte sich im Verlauf seines Heimrennens um acht Positionen.

«P8 ist ein gutes Ergebnis, mit dem wir zufrieden sein können. Jetzt müssen wir das Rennen analysieren, um zu sehen, was wir noch besser machen können. Mir ist auch ein kleiner Fehler unterlaufen, der mich eine Position gekostet hat. Aber schlussendlich bin ich zufrieden, erneut in die Punkte gefahren zu sein», sagte Juncadella.

Auch R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger war zufrieden. Denn weit weg von der Pace der Spitze war der Neuling nicht. «Mit den Punkterängen acht und neun haben wir das heute Mögliche erreicht. Ermutigend dabei ist aber besonders, dass Dani und Jake nur 5,2 und 6,1 Sekunden hinter dem Sieger Rene Rast ins Ziel fuhren. Ferdinand lieferte mit dem elften Platz eine solide Leistung ab. Schade, dass Paul durch ein Missverständnis beim Boxenstopp mehr als 20 Sekunden verlor und somit einen sicheren Punkterang verpasste. Unsere Rundenzeiten zeigten, dass wir weiter Fortschritte gemacht haben, was uns beim Heimrennen von Aston Martin in England besonders freut.»


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