Habsburg und der Hubert-Tod: Sorge um die Familie

Von Andreas Reiners
DTM
Ferdinand von Habsburg

Ferdinand von Habsburg

Der Tod von Anthoine Hubert hat die Motorsport-Welt tief getroffen. Auch DTM-Pilot Ferdinand von Habsburg, er ging auf seine eigene Art und Weise damit um.

Ferdinand von Habsburg dachte nach, holte gewissermaßen die Gefühle zurück. Ein wenig Abstand hatte er beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim bereits gewonnen. Trotzdem schüttelt man den tragischen Tod eines Fahrerkollegen nicht so einfach ab. Vor allem dann nicht, wenn man ihn gekannt hat, gegen ihn gefahren ist.

Wir erinnern uns an den großen Zuspruch und die Anteilnahme aus der gesamten Motorsport-Welt, die in diesen Fällen immer sehr eng zusammenrückt. Deshalb führte den Österreicher sein erster Weg in die Kirche, nachdem er vom Tod des Franzosen Anthoine Hubert erfahren hatte.

«Es ist wichtig, dass man die Emotionen rauslässt. Ich habe Tag und Nacht gebetet, für seinen Bruder und seine Mutter. Man kennt ja das Foto von ihr im Grid von Spa. Das war das Härteste», sagte von Habsburg SPEEDWEEK.com.

Hubert hatte am 31. August in Spa nach einem Horrorcrash sein Leben verloren. Er wurde nur 22 Jahre alt. Auch von Habsburg ist 22.

Wie geht man als junger Mensch mit so einer Tragödie um? Es waren schwierige Wochen, gibt der Aston-Martin-Pilot zu. Seine erste Reaktion: Er bat Familie und Freunde, vorerst nicht mehr zu den Rennen zu kommen.

«Die größte Angst beim Motorsport ist, wenn du jung bist, nicht einmal dein eigenes Leben», sagte er: «Du hast keine Frau, keine Kinder, es geht ja nur um dich. Die Sache, die richtig schmerzt, ist der Gedanke an deine Familie: Wie wird es ihr ergehen? Denn es ist ja extrem unnatürlich, wenn die Kinder vor den Eltern gehen.»

Dieser Gedanke war extrem schwierig für ihn. «Ich wollte diesen Gedanken bei den Rennen nicht haben», so von Habsburg, der sehr gläubig ist. «Ich glaube, dass man an einen besseren Ort kommt, wenn man stirbt. Ein guter Grund, sich auf das Leben zu freuen. Ich würde dann hochschweben und herunterschauen, für meine Familie beten und mich auf sie freuen. Aber ich weiß, dass es für sie extrem schwierig wird.»

Er selbst musste den Tod auch aufarbeiten. Klar kommen dann auch Gedanken auf, dass er vor der Saison vor der Wahl stand: Formel 2 oder DTM? «Er fuhr in einer Serie, in der ich sehr wahrscheinlich gewesen wäre, wenn ich den DTM-Sitz nicht bekommen hätte. Für meine Mutter war das sehr schwierig. Sie hat auch nicht verstanden, warum ich sie nicht dabei haben wollte. Es hat uns aber viel nähergebracht», sagte er.

Seinen Ansatz, sein eigenes Gefühl dem Motorsport und seinen Gefahren gegenüber hat der Tod aber nicht verändert. «Wir wissen, dass es passieren kann. Es verändert sich nichts. Wenn sich etwas verändert hätte, was meine Einstellung zu Gefahr angeht, würde ich keine Rennen mehr fahren. Mit Sorge zu fahren, erhöht die Gefahr, auch für andere», sagte er.

Sehr herzlich, er hat extrem geliebt, was er tut. Er ist wie ein Held, wie eine Legende gestorben bei dem, was er liebt. Es gibt fast keinen besseren Weg, finde ich.


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