Kein Einstieg: Darum retten die Japaner die DTM nicht

Von Andreas Reiners
DTM
Im November 2019 fand das Dream Race statt

Im November 2019 fand das Dream Race statt

Sie waren seit der Annäherung durch das gemeinsame Class-1-Reglement eine große Hoffnung: Toyota, Nissan und Honda aus der Super GT. Doch sie werden wohl nicht zu Rettern der DTM.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und auch wenn es in den vergangenen Monaten keine Anzeichen dafür gab, dass aus der Kooperation zwischen der DTM und der Super GT mehr als nur eine Flirterei in Form von gemeinsamen Freundschafts-Rennen entstehen könnte, war sie da, die theoretische Möglichkeit.

Denn beide Serien weisen zwar Unterschiede auf im Sportlichen Reglement, das Technische Reglement, die Class-1-Autos, sind aber nahezu identisch. Heißt: Ein Einstieg 2021 und damit eine Rettungsaktion nach dem Verlust von Aston Martin Ende Januar und Audi nach der Saison 2020 wäre denk- und machbar.

Aber eben nur theoretisch.

Denn dazu kommen wird es wohl nicht. Das betonte DTM-Chef Gerhard Berger im Rahmen der Testfahrten auf dem Nürburgring nochmals.

Starke Diskussionen

«Wir hatten Ende letzten Jahres starke Diskussionen, noch bevor Audi ausgestiegen ist. Und es kam definitiv zu schnell für sie», betonte Berger, der immer darauf verwiesen hatte, dass Japaner aufgrund ihrer Mentalität nicht für Schnellschüsse bekannt sind.

Deshalb hatte man sich beim Dream Race in Fuji im November 2019 vorgenommen, noch ein Jahr abzuwarten, nochmals gemeinsame Rennen zu veranstalten. «Um dann zu sehen, ob wir bereit für den nächsten Schritt sind. Es ist gut, das Vertrauen langsam aufzubauen», so Berger.

Doch jetzt muss es durch die Notsituation der DTM schnell gehen, die Tourenwagenserie steht vor dem Aus und kann es sich nicht leisten, es langsam angehen zu lassen. «Jetzt kommt der Zeitdruck hinzu. Ich sehe nicht, wie die japanische Kultur unter Zeitdruck funktionieren soll. Ich bezweifle, dass aus dieser Richtung eine Überraschung kommt», sagte Berger.

Audis Motorsportchef Dieter Gass bestätigte, dass die Situation «sehr komplex» sei: «Man hat nationale Interessen und individuelle Strategien der verschiedenen Hersteller. Wir hatten theoretisch Interesse, Autos in der Super GT einzusetzen. Es ist natürlich ein signifikanter finanzieller Aufwand, wenn man das macht.»

Der Plan, der beim Dream Race im vergangenen November besprochen wurde: Ein Autotausch, um beide Serien zu stärken, und ohne dabei die Anzahl der Autos in der eigenen Serie zu reduzieren. Für Audi und BMW war das kurzfristig noch nicht machbar, weil die Autos sonst in der DTM gefehlt hätten.

Die Japaner haben durch die Tatsache, dass sie 2020 neue Autos an den Start bringen, ebenfalls finanzielle Einschränkungen. Von der Coronakrise mal ganz abgesehen.

Wesentlich zögerlicher

Gass: «Die japanischen Hersteller sind in einer ähnlichen Situation, sie haben ihre eigene Meisterschaft. Ich würde nicht sagen, ob es mangelndes Interesse war. Es war eher die Schwierigkeit in der Realisierung.»

Auch BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt bedauert die Entwicklung, BMW sei vorbereitet gewesen, um dorthin zu gehen, sagte er: «Wir hatten viele Diskussionen. Jeder ist in einer anderen Situation, und jetzt sind wir in ganz anderen Situationen. Die Japaner wirkten wesentlich zögerlicher. Es ist schade, dass wir eine gemeinsame Basis nicht erreichen konnten.»


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