«Totales Chaos»: Für Preining wird ein Märchen wahr

Von Andreas Reiners und Gerhard Kuntschik
Thomas Preining

Thomas Preining

Thomas Preining hat DTM-Geschichte geschrieben. Ein besonderer Glücksbringer war Vater Andreas, der erstmals nach Jahren wieder bei einem Rennen seines Sohnes war.

Thomas Preining stand auf dem Podest, schaute sich um und konnte es selbst irgendwie nicht so richtig glauben. Immer wieder schüttelte der Österreicher den Kopf und grinste.

Man konnte dem Rookie förmlich ansehen, wie er das siebte DTM-Saisonrennen erst einmal verdauen musste. Denn der 23-Jährige hat mit dem Team Bernhard Geschichte geschrieben: Preining gewann das komplett irre Crash-Festival auf dem Norisring und bescherte Porsche damit den ersten Sieg in der Traditionsrennserie.

Teamchef Timo Bernhard stand ebenfalls auf dem Podium, strahlte mit Preining um die Wette und ließ seiner Freude freien Lauf, denn für das Team ist es ebenfalls der erste Sieg in der Debüt-Saison. «Ich war die ganze Zeit nervös, wir haben Geschichte geschrieben. Ich muss mich bei so vielen Menschen bedanken, die das möglich gemacht haben. Das ist für uns ein Meilenstein», sagte Bernhard.

«Das war Weltklasse, das Auto war so stark», freute sich Preining. «Wir waren stark auf der Bremse, das hat uns den Sieg gebracht. Das war ein Nervenkitzel, zum Glück war das Rennen irgendwann vorbei. Es war ein langer, harter Weg, und jetzt stehen wir endlich hier.»

Und es war der richtige Zeitpunkt für eine Premiere: «Mein Vater war seit einigen Jahren nicht mehr bei meinen Rennen, heute war er da, und es hat geklappt.»

So konnte Thomas Preining, Sohn des langjährigen Motorrad-WM-Piloten Andreas Preining, auch mit seiner Mutter und seiner Freundin feiern – nachdem er von Teamchef Timo Bernhard, seinen Mechanikern und Porsche-Vertretern wie Sportchef Thomas Laudenbach ausgiebig umarmt worden war.

Damit scheint auch die anfängliche Durststrecke für Preining und seine Porsche-Kollegen Dennis Olsen und Laurens Vanthoor als DTM-Neulinge zu Ende. «Wir hatten einen schlechten Start ins erste DTM-Jahr. Aber wir zeigten Moral und kämpften uns zurück. Man sah schon in Imola, dass wir Fortschritte machten», erklärte der Linzer Porsche-Werkfahrer.

In den ersten sechs Rennen musste er vier Ausfälle hinnehmen, wurde in Portimao im ersten Lauf 13. und schaffte in Imola im fünften Lauf als Vierter fast den Sprung aufs Podium (nach Platz drei in der Qualifikation), ehe es auf dem Norisring klappte.

«Ich konnte zwei Mal bei Re-Starts gegen Kelvin van der Linde und René Rast einen Platz gutmachen und in Führung gehen, danach war jeder Neustart gelungen und ich konnte meinen Vorsprung nach und nach ausbauen», rekapitulierte Preining zufrieden, um sofort anzufügen: «Ich bin mächtig stolz auf mein Team, aber auch meine Leistung, den ersten Porsche-Sieg in der DTM. Dieser Tag wird mir lang in Erinnerung bleiben.»

Auch, weil das Rennen mit den zahlreichen Kollisionen «totales Chaos» war. Dennoch bleibt es für den Porsche-Carrera-Cup-Meister von 2018 ein «Märchen, das wahr wurde». Und das Preining als einer von sehr wenigen unbeschadet überstand.

Preining gehört seit seinen zehn Siegen in 14 Läufen des Carrera-Cups 2018 und Platz drei im Supercup (drei Erfolge in zehn Starts, jeweils für Lechner Racing) im selben Jahr zum Werkfahrerkader der Stuttgarter. In den laufenden Gesprächen über einen neuen Kontrakt wird ihm der Samstag auf dem Norisring wohl einen satten Bonus beschert haben.


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