Mercedes im Umbruch

Kolumne von Marcus Lacroix
DTM
Green und Ekström: Werden sie 2013 Markenkollegen?

Green und Ekström: Werden sie 2013 Markenkollegen?

Die Schwaben dürften ihr DTM-Aufgebot für 2013 auf sechs C-Coupés reduzieren.

Offiziell wird alles als Spekulation abgetan, doch innerhalb der DTM-Delegation von Mercedes kündigen sich grössere Umstrukturierungen an. Die Reduktion von acht auf sechs C-Coupés ist weder bestätigt noch den Mitbewerbern Audi und BMW gegenüber kommuniziert. Stattfinden wird sie nach momentanem Stand trotzdem.

Das hat mit Spardruck (Mercedes hat von den drei DTM-Herstellern das deutlich kleinste Budget) zu tun, aber nicht nur. Den Schwaben ist es in der abgelaufenen Saison nicht gelungen, acht gleichwertig konkurrenzfähige Fahrzeuge an den Start zu bringen. Nicht umsonst hätte Audi fast die Markenwertung gewonnen, und die Ingolstädter hatten über die Saison gesehen ganz sicher nicht das beste Auto.

Also geht es bei Mercedes in erster Linie um Effizienz-Steigerung. Das Persson-Team, Anfang letzten Jahres von Heico Motorsport übernommen, seitdem fast ständig störenden Personalfluktuationen unterworfen und 2012 als einzige Mannschaft ohne Punkte geblieben, ist nur noch ein Schatten seiner selbst und dürfte das DTM-Mandat verlieren. Also läuft es derzeit auf vier Autos von HWA und zwei von Mücke Motorsport hinaus. Auch wenn Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach Kräften mauert: «Wir werden das in Absprache mit den Sponsoren festlegen. Bis dahin entbehren diese Spekulationen jeglicher Substanz.»

Doch nicht nur beim Einsatz einer sehr gesunden technischen Basis (Valencia war ein Ausrutscher, wenn auch ein ziemlich übler) besteht Handlungsbedarf, sondern auch bei den Piloten. Nur zwei Sternfahrer – Gary Paffett und Jamie Green – waren in der abgelaufenen Saison in der Lage, konstant im Vorderfeld rumzutoben. Was Paffett vielleicht den Titel gekostet hat. Umso schmerzlicher wäre es, wenn eintritt, was gewöhnlich sehr gut informierte Kreise erwarten – dass nämlich Green zu Audi geht. Was bei der Marke mit den vier Ringen «weder bestätigt noch dementiert» wird. Und auch Jamie selbst hält sich bedeckt: «Spekulationen sind ein Teil des Geschäfts. Ich werde sie aber nicht kommentieren.»

Zurück zu Mercedes: Paffett war und ist eine sichere Bank und Robert Wickens ein Versprechen für die Zukunft. Aber dann wird’s auch schon ziemlich finster. Das Talent von Christian Vietoris ist unbestritten; allerdings nützt das nichts, wenn die Ergebnisse nicht passen, weil er ein Qualifying nach dem anderen vergeigt und im ganzen Jahr gerade dreimal den Einzug in Q3 schafft. Nach der ersten Saison bei HWA dürfte der junge Gönnersdorfer indes eine zweite Chance nicht nur verdienen, sondern auch bekommen. Roberto Merhi kann ein guter Rennfahrer sein, und er hatte bei Persson ganz augenscheinlich ein weniger funktionales Umfeld als Wickens bei Mücke. Aber der Spanier muss aufhören, ständig mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. So wird das nix.

Und Ralf Schumacher – tja. Der Mann ist ein herausragender Rennfahrer, sechs Grand-Prix-Siege, der Triumph im Formel-3-GP Macau 1995, der Titelgewinn in der Formel Nippon 1996 sowie die Vizemeisterschaft in der Japanischen GT-Meisterschaft im selben Jahr beweisen es. Aber zwei Podestplätze, eine Pole Position und eine Schnellste Rennrunde in 52 DTM-Rennen, davon 41 in einem aktuellen Auto bei HWA – das ist ganz einfach viel zu wenig. Und für die Ex-Formel-1-Stars gilt dasselbe wie für die Mädels. Sie können in der DTM Gold wert sein – aber nur, wenn sie konkurrenzfähig sind. Und so lustlos, wie Ralf auf dem Rennplatz seinen PR-Pflichten nachkommt (am liebsten verabschiedet er sich nach einem Rennen noch schnell von seinem Team und haut dann direkt ab), ist er für Mercedes relativ wertlos.

Kein Wunder, dass Norbert Haug lieber heute als morgen Timo Scheider holen würde. Der steht allerdings für 2013 bei Audi unter Vertrag. Das wäre ein Hindernis – aber kein unüberwindbares. Deswegen redet Scheider auch mit BMW. Auch Mattias Ekström steht auf den Wunschzetteln beider Mitbewerber. Aber der Schwede wird bleiben, wo er ist.

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