Pascal Wehrlein: Den Druck mache ich mir selbst

Von Andreas Reiners
Pascal Wehrlein: Rookie mit Ambitionen

Pascal Wehrlein: Rookie mit Ambitionen

Der Mercedes-Pilot ist mit 18 Jahren der jüngste Pilot der DTM-Geschichte. Wehrlein im Interview über einen Anruf, seine Ambitionen und Vorbilder.

Pascal, wie hast du dich in den ersten Wochen eingelebt?
Bis jetzt sehr gut. Das Team Mücke kenne ich ja schon aus den vergangenen Jahren. Da habe ich mich natürlich schnell wohlgefühlt. Das Klima bei uns ist sehr gut.

Wie war es, als du den Anruf bekommen hast?
Es war für mich sehr kurzfristig. Natürlich habe ich mich über den Anruf gefreut. Eigentlich war ja die Formel 3 geplant, deshalb habe ich mich darüber sehr gefreut.

Wie lange musstest du überlegen?
Überhaupt nicht, das war sofort klar.

Hättest du denn eine Wahl gehabt?
Klar hätte ich auch sagen können, dass ich das Angebot nicht annehmen will. Aber jeder, der in meiner Situation gewesen wäre, wäre dumm gewesen, wenn er das nicht angenommen hätte.

Wie fühlt sich die DTM an? Wie lange brauchst du, um dich einzugewöhnen?
Es ist natürlich eine große Umstellung im Vergleich zur Formel 3. Man sieht die Räder beim Anbremsen nicht, das Gewicht ist größer und die Sicht ist eine ganz andere. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Ich muss so viel möglich lernen und mitnehmen. Und die Saison wird dann schon zeigen, wie ich mich vorbereitet habe.

Machst du dir den Fahrstil kaputt wenn du von einem Formelauto auf ein DTM-Auto umsteigst?
Nein, aus meiner Sicht nicht. Wenn man aus den unteren Formelklassen oder aus dem Kartsport kommt, muss man sich immer neu an das Auto gewöhnen. Man lernt immer dazu, wie das Auto funktioniert, und jedes Auto funktioniert anders. Ein Formel-3-Auto hat knapp 230 PS und ein DTM-Auto 500 PS, und das ist natürlich schon ein großer Sprung. Ein DTM-Auto wiegt aber das Doppelte, deswegen merkt man den PS-Unterschied nicht so stark.

Was erwartest du von dir selber?
Ich kann es noch nicht richtig einschätzen. Ein Rennfahrer will natürlich immer gewinnen und immer das Maximum herausholen. Aber man muss auch realistisch sein, dass man eine Eingewöhnungsphase braucht. Das wird auch bei mir der Fall sein.

Wann fährst du in die Punkte?
Schwer zu sagen. Wenn ich Hellseher wäre, würde ich damit mein Geld verdienen. Ich versuche natürlich so schnell wie möglich, Punkte mitzunehmen.

Spürst du Druck?
Den meisten Druck mache ich mir selbst. Natürlich hat man Druck, weil man für Mercedes in der DTM fährt. Aber in der Vergangenheit hatte ich auch immer die größten Erwartungen an mich selbst und die Leute mich eher bremsen mussten. Ich habe von Anfang an immer große Erwartungen an mich selbst, deshalb macht es mir auch nichts aus, was andere Leute von mir erwarten.

Ralf Schumacher ist dein Vorgänger und ist jetzt gewissermaßen dein Coach. Was bedeutet das für dich?
Er hat sein Cockpit sozusagen für mich freigemacht und bei Mücke eine Rolle übernommen. Das ist cool, weil ich so jung bin und seinen Platz in der DTM übernehmen darf. Dafür bin ich dankbar und das macht mich natürlich stolz.

Hast du ein Vorbild?
Ja, Lewis Hamilton und Michael Schumacher. Es macht sehr viel Spaß, Lewis beim Fahren zuzuschauen. Michael natürlich durch seine ganzen Erfolge und ich kenne ihn auch ein wenig persönlich.

Hätte es für dich sportlich eine Alternative gegeben?
Ich glaube nicht. Ich habe früher sehr gerne Fußball gespielt. Für eine Karriere im Fußball hätte es aber nicht gereicht. Fußball war neben Kart immer das zweite Hobby. Da musste man sich aber sehr früh entscheiden, weil ein Kart-Wochenende von Freitag bis Sonntag geht und die Fußballspiele auch immer am Wochenende sind. 2005 habe ich mich dann für den Rennsport entschieden.

Deiner Mutter wäre es wohl lieber gewesen, du wärst Fußballer geworden. Haben deine Eltern Angst wenn du Rennen fährst?
Vor dem Rennen sind meine Eltern immer sehr aufgeregt. Die Angst fährt bei ihnen immer mit, es kann ja immer etwas passieren. Aber die Autos sind ja sehr sicher inzwischen.

Was macht deine Ausbildung?
Ich bin mitten in der Ausbildung zum Feinmechaniker bei meinem Vater im Betrieb. Momentan habe ich aber natürlich keine Zeit, meine Ausbildung fortzusetzen.

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