Priaulx: Die drei längsten Stunden seines Lebens

Von Andreas Reiners
DTM
Andy Priaulx

Andy Priaulx

Der BMW-Pilot im Steckbrief über die Geburt seiner Tochter, soziales Engagement und Zweifel als Rennfahrer.
Andy Priaulx, wo fühlen Sie sich zu Hause?

Ich fühle mich an mehreren Orten zu Hause. Auf meiner Heimatinsel Guernsey, in meinem Motorhome, mit dem ich zu den Rennen reise, in allen Crowne Plaza Hotels – und natürlich bei BMW.

Was macht Sie glücklich?

Glück kommt von innen. Man sollte es nicht von äußeren Einflüssen abhängig machen, ob man glücklich ist oder nicht.

Was fasziniert Sie am Motorsport?

Es ist die Kombination aus Mensch, Maschine und Team, die perfekt ineinander greifen müssen, damit man erfolgreich ist. Aus Fahrersicht ist es das Fahren am Limit, Dinge zu tun, die man eigentlich für unmöglich hält, und dadurch das Unmögliche möglich zu machen.

Gab es einen Moment, an dem Ihnen klar war, dass Sie professioneller Rennfahrer werden wollen?

Ich hatte diesen Traum schon immer. Ich habe Nigel Mansell und Damon Hill zugesehen, als sie Formel-1-Weltmeister geworden sind, und hatte seitdem immer den Drang, auch Rennfahrer zu werden.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr erstes Rennen?

Das war ein Kartrennen, und es lief gar nicht schlecht. Ich erinnere mich noch, dass ich die ganze Zeit gedacht habe, wie verrückt das ist, was ich gerade mache.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Sieg erinnern?

Das war im zweiten Jahr meiner Rundstrecken-Karriere in Donington. Ich weiß noch, dass der Sieg für mich unglaublich wichtig war, weil das erste Jahr nicht ganz so gut gelaufen war. Danach fiel eine große Last von meinen Schultern, und ich fing an, regelmäßig zu gewinnen.

Was war Ihr schönster Moment im Motorsport?

Die schönsten Erinnerungen habe ich an zwei Momente. Der erste war der Gewinn des Tourenwagen-Europameistertitels in Dubai 2004. Der zweite mein dritter WM-Titel in Folge, den ich 2007 in Macau errungen habe. In dem Augenblick wurde mir klar, dass niemand behaupten kann, ich hätte vier Titel hintereinander nur mit Glück gewonnen.

Hatten Sie jemals Zweifel, ob Rennfahrer der richtige Beruf für Sie ist?

Ich denke, jeder Rennfahrer kennt dieses Gefühl. Es kommt immer dann, wenn man den nächsten Schritt machen muss. Dabei fühlt man sich zunächst nicht wohl, aber es gehört dazu, wenn man sich weiterentwickeln und nicht stehen bleiben will.

Was bedeutet BMW für Ihre Karriere?

BMW hat mich auf die internationale Bühne gebracht. Es gibt vieles, wofür ich BMW dankbar bin, denn ich habe gemeinsam mit der Marke viel erreicht.

Welches Auto fahren Sie privat?

Ich fahre einen BMW 550i und einen BMW X3. Ich liebe aber vor allem den BMW X5 M - und werde dieses Auto 2013 auch wieder fahren.

Was haben Sie für Hobbys?

Ich bin unglaublich gerne mit dem Boot draußen auf dem Meer. Der Ozean gibt mir das Gefühl, ganz klein zu sein, ich fühle mich dort aber gleichzeitig sehr lebendig. Auf Guernsey gehe ich auch gerne fischen.

Ihr Lieblingsfilm?

Ich mag Jerry Maguire. Der Film beschreibt sehr gut, durch welche Höhen und Tiefen ein Sportler in seiner Karriere gehen muss und wie wichtig am Ende des Tages Loyalität ist.

Ihr Lieblingsbuch?

‘Der Alchemist‘ von Paulo Coelho inspiriert mich immer wieder. Ich habe das Buch schon drei oder vier Mal gelesen und sollte das eigentlich jedes Jahr einmal tun.

Ihre Lieblingsmusik?

Tracy Chapman.

Ihre Lieblingsstrecke?

Macau.

Ihr Lieblingsessen?

Richtig gut gemachte Spaghetti Carbonara.

Ihr Lieblingsort?

Shell Beach auf Herm Island, bei mir zu Hause auf den Kanalinseln. An einem perfekten Tag gibt es für mich auf der Welt keinen besseren Ort. Das ist das Paradies.

Hatten Sie in Ihrem Leben schon einmal richtig Angst?

Während der drei Stunden, in denen ich auf die Nachricht von der Geburt meiner Tochter gewartet habe. Sie kam zu früh auf die Welt - und ich war weit weg in Hongkong. Das waren die drei längsten Stunden meines Lebens.

Wer ist Ihr größter Fan?

Meine Frau, denke ich.

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich bin am besten, wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe.

Und Ihre größte Schwäche?

Ich erwarte immer das Beste von anderen Menschen. So läuft man Gefahr, enttäuscht zu werden.

Was wissen die Leute noch nicht über Sie?

Ich engagiere mich sehr für Charity-Projekte. Zum einen für Frühgeburten, zum anderen für straffällig gewordene Jugendliche.

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