Walter Röhrl nach Ekström-Skandal: «Krautköpfe»

Von Andreas Reiners
DTM
Kritik am DMSB: Walter Röhrl (re.)

Kritik am DMSB: Walter Röhrl (re.)

Die Disqualifikation von Mattias Ekström bringt Rallye-Legende Walter Röhrl auf die Palme. Der 66-Jährige kritisierte die Entscheidungsträger als «Krautköpfe».

Die Disqualifikation von Mattias Ekström nach seinem Sieg am Norisring sorgte für reichlich Wirbel: Audi legte Berufung gegen die umstrittene Entscheidung des DMSB ein und die Fans gingen auf die Barrikaden. Der Schwede selbst tauchte erst einmal ab. Auch Rallye-Legende Walter Röhrl bringt die Entscheidung der Sportkommissare auf die Palme. Der zweimalige Weltmeister, der in seiner Karriere zehn Mal in der DTM unterwegs war, wäre sogar noch einen Schritt weiter gegangen.

«Ich hätte gesagt: Meine Herren, ihr könnt mich alle mal. Ich hätte meine Lizenz zurückgegeben und wäre heim gefahren. Wenn ich heute noch aktiv wäre, hätte ich wahrscheinlich sowieso schon längst keine Lizenz mehr. Ekström, der für mich der beste Tourenwagen-Fahrer der Welt ist, tut mir leid», sagte Röhrl der «Bild».

Audi-Pilot Ekström war an seinem 35. Geburtstag unmittelbar nach dem Rennen im Parc fermé von seinem Vater und einem Teammitglied Wasser in den Rennoverall geschüttet worden. Damit wurde angeblich das Gewicht des Fahrers verändert und somit ein Regelbruch begangen. Neuer Sieger am Norisring ist vorerst Mercedes-Pilot Robert Wickens. In den kommenden Wochen wird das Berufungsgericht des DMSB über den Rennausgang entscheiden.

Unverhältnismäßig und Irrsinn

Röhrl hat für diesen Vorgang kein Verständnis. «Natürlich müssen Regeln eingehalten werden. Aber was ist denn passiert? Es hat doch alles dem Reglement entsprochen! Das Auto war sogar sieben Kilo zu schwer. Und dann wird Ekström disqualifiziert, weil ihn sein Vater aus Freude nassspritzt, oder um ihn bei der Hitze zu kühlen?», sagte Röhrl und nannte das Urteil «unverhältnismäßig und Irrsinn. Und das schadet dem Motorsport! Es rückt ihn in ein schlechtes Licht, sodass kein normaler Mensch mehr zuschauen mag.»

Die Fans der DTM hatten bereits kurz nach dem Rennen auf der Facebook-Seite der Serie ihren Unmut über das Urteil geäußert. Karnevalsveranstaltung, Lachnummer, Korruption, fehlendes Fingerspitzengefühl oder einfach nur peinlich oder lächerlich: Die meisten User waren sich einig, dass die Entscheidung der DTM schade. So sieht es auch Röhrl. «Der Fan kann das doch gar nicht mehr nachvollziehen. Der freut sich über ein tolles Rennen, über einen verdienten Sieger. Aber plötzlich ist dann alles anders», sagte Röhrl und kritisierte die Entscheidungsträger scharf. Ein Fahrer entscheide auf der Strecke in einer Hundertstelsekunde, was er mache. «Und dann sitzen da hinterher ein paar Krautköpfe und suchen stundenlang nach irgendwelchen Fehlern. Wenn die so weitermachen, machen Sie den Motorsport kaputt.»

Röhrl hofft nun auf eine erfolgreiche Berufungsverhandlung. «Vielleicht wird das Urteil in eine Geldstrafe umgewandelt. Für mich ist aber klar: Wenn es so bleibt, schaue ich kein DTM-Rennen mehr. Weil ich mich von den Offiziellen nicht an der Nase herumführen lasse.»

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