Nico Müller (Audi): «Das war richtig geil»

Von Andreas Reiners
DTM
Nico Müller

Nico Müller

Für DTM-Rookie Nico Müller schließt sich in Hockenheim ein Kreis. Der Schweizer erwartet reichlich Lehrgeld, dafür aber wenig Druck.

An seinen ersten Gedanken kann sich Nico Müller noch gut erinnern. «Das war richtig geil, auf gut Deutsch gesagt», sagte er im Interview SPEEDWEEK.com. Es war der erste Gedanke, nachdem der Schweizer erfuhr, dass er dabei ist. Bei der DTM. Im Tourenwagen. Für Audi. «Das war einerseits eine Riesenerleichterung und auch einfach ein richtig gutes Gefühl.» Denn der Anruf kam passenderweise auch noch kurz vor Weihnachten.

Und für Müller schließt sich nun, an diesem Wochenende, ein Kreis. Sein erstes Autorennen, das er live vor Ort sah, war das DTM-Saisonfinale 2007. Eine weitere nette Anekdote: Damals sah er seinem heutigen Teamkollegen Mattias Ekström dabei zu, wie der Schwede den Titel holte. Und Müller kam wohl auf den Geschmack.

Der erste Traum, die DTM, ging schon einmal in Erfüllung. Und wer in der Tourenwagen-Serie antritt, tut das ja nicht, um einfach nur dabei zu sein. Müller ist als Rookie noch am Anfang seiner Lernphase. Ein paar Tests müssen vor dem Saisonstart an diesem Wochenende reichen. Druck? Ja, den gibt es. Aber nicht von außen. «Man macht sich selber immer am meisten Druck, denn wir wollen ja nicht nur dabei sein, sondern auch vorne mitfahren. Ich glaube, ich muss mir diese Ambitionen am Anfang auch ein bisschen selber nehmen», so Müller.

Der smarte Schweizer will nur eines: lernen. Um das Gelernte dann im zweiten Saisonabschnitt umzusetzen und sich in den Top Ten zu zeigen. Eine bestimmte Platzierung hat er nicht ins Auge gefasst. Zu eng ist die Leistungsdichte in der DTM, von zu vielen Faktoren kann das letztendlich abhängen. Und vor allem als Rookie fehlt ihm die Praxis auf der Strecke. Gerade einmal 90 Minuten Training blieben ihm am Samstag, als es schließlich ins Qualifying ging. Es fing gut an: Platz vier im Training. Trotzdem: «Das wird sicherlich ein sehr hartes Jahr werden. Gerade am Anfang werde ich sicher Lehrgeld zahlen müssen», so Müller.

Um das Lehrgeld in Grenzen zu halten, hat er ja noch seinen Teamkollegen Jamie Green. Ein smarter Brite. Erfahren. Weiß, wie man gewinnt. Und vor allem ist Green offen für seinen unerfahrenen Teamkollegen. «Wir spielen beide mit sehr offenen Karten. Versuchen gemeinsam, das Team, das Setup, das Auto voranzutreiben und bis jetzt hat das gut funktioniert», erzählt Müller. Green offenbart auch den einen oder anderen wertvollen Tipp. «Für mich war bisher das Zeitmanagement an einem Wochenende das Wichtigste. Und da hat er die Erfahrung und die Herangehensweise, die für ihn gut funktioniert», so der Audi-Mann.

Das Schwerste, die Gewöhnung an einen Tourenwagen, klappte allerdings schon sehr gut. Bei den Testfahrten konnte er bereits überzeugen. «Ich kann überhaupt nicht sagen, dass ich das Auto perfekt am Limit bewege, aber das Auto unter der Haube ist sehr nah an einem Formel-Auto dran und das wiederum spiegelt sich auch im Fahrverhalten wider.» Die ersten Schritte gingen also schneller als gedacht, zu tun ist aber noch einiges.

Auch in seiner Heimat. Denn dort hat es der DTM-Rookie nicht so einfach, sich einen Namen zu machen. Rundstreckenrennen sind seit einem Unfall in Le Mans 1955 in der Schweiz verboten, eine eigene Rennstrecke wie Deutschland zum Beispiel Hockenheim haben die Eidgenossen nicht. Für Müller aber noch lange kein Grund, nicht durchzustarten. Erst einmal will er sich etablieren. «Und dann hoffe ich natürlich in der möglichst nahen Zukunft, so in drei, vier Jahren, in der DTM um den Titel zu fahren. Das ist das große Ziel.»

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