Kritik an ARD: DTM-Fans wollen Co-Kommentator zurück

Von Andreas Reiners
DTM
Die ARD überträgt auch 2014 wieder live

Die ARD überträgt auch 2014 wieder live

Einige DTM-Fans machten während des ersten Saisonrennens ihrem Unmut Luft: Norbert Haug ist als neuer ARD-Experte im Einsatz. Das Rennen kommentiert Philipp Sohmer aber alleine.

Es war zunächst (fast) alles beim Alten: Beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim moderierte Claus Lufen wie gewohnt durch das ARD-Programm am ersten Rennwochenende. Als Experte erstmals dabei war der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Der 63-Jährige machte seine Sache gut, analysierte sowohl das Qualifying als auch das Rennen, sachlich und fachlich einwandfrei.

Es entbehrte natürlich nicht einer gewissen Ironie, dass der frühere Mercedes-Motorsportchef seinen Einstand feierte, als die Stuttgarter ein Debakel erlebten. Die mit großen Zielen gestarteten Mercedes-Piloten gingen allesamt leer aus. «Ich bin sicher dass die Jungs vorankommen werden, ich kenne sie. Die sollen nun in die Hände spucken und dann kommen die wieder!», sagte Haug.

Einen markanten Unterschied gab es bei der Live-Übertragung dann aber doch. Nicht nur, dass die Streckenvorstellung, die Haugs Vorgänger Manuel Reuter vor dem Rennstart immer persönlich durchführte, entfiel. Als Lufen zu Kommentator Philipp Sohmer schaltete, war der während des Rennens erstmals alleine.

Haug wurde zumindest hin und wieder live zugeschaltet. Doch auch für einige Fans vor dem TV war es ungewohnt. Sie machten ihrem Unmut auf der ARD-Homepage noch während des Rennens Luft. «Nix gegen Norbert Haug, aber es fehlt ein Experte für den Kommentar des Rennens neben Sohmer, jede andere Rennserie hat zwei Kommentatoren!!», schrieb ein User. Zahlreiche andere User sahen das ähnlich: «Die Moderation als Dialog zwischen zwei Experten finde ich viel besser weil es auch mal von zwei Seiten dargestellt wird», so ein weiterer DTM-Fan.

«Haug als Experte ist okay, aber es fehlt ein Co-Kommentator. Dringend. Sohmer allein ist unterirdisch», hieß es weiter. Oder: «Ich fand Reuter nicht gut, aber sie brauchen einen zweiten moderator sehr schade: keine streckenvorstellung und keinen experten beim kommentar ...» Auch auf der Facebook-Seite der DTM gab es Kritik: «Die Präsentation / Moderation vom Team Lufen/Sohmer, dieses Jahr wohl ohne den Kompetenzfaktor Reuter ausgestattet, war mal wieder so aufregend wie die Senioren-Ü90-Schach-WM. Die ARD kann das Potential, das eigentlich in der DTM vorhanden ist, nicht rüberbringen. Das schadet dem Sport.»

Auch wenn das nicht die Meinung der Mehrheit der DTM-Fans widerspiegeln muss: Es war in der Tat ein wenig gewöhnungsbedürftig, als Sohmer ohne einen Experten an seiner Seite das Rennen kommentierte. Vorher hatten er und Reuter sich die Bälle gegenseitig zugespielt, Reuter sein Fachwissen als Ex-DTM-Fahrer eingestreut. Auch wenn die Rennen in dieser Saison lesbarer und nicht mehr so chaotisch sind wie im vergangenen Jahr, bringt ein vernünftiges Zusammenspiel zwischen Kommentator und Experte einen Mehrwert für die Zuschauer.

Für die ARD ist sowieso noch Luft nach oben, denn das erste DTM-Rennwochenende der neuen Saison war nicht zufriedenstellend. Nur 1,08 Millionen Zuschauer schalteten ein, was einen Marktanteil von acht Prozent bedeutete. Damit pendelte sich der TV-Partner trotz des neuen Reglements, durch das die Rennen für die Zuschauer lesbarer gemacht werden sollte, auf dem Niveau des Vorjahres ein.

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