Nix für Weicheier: 11 DTM-Fahrer auf der Nordschleife

Von Andreas Reiners
DTM
Fast die Hälfte des aktuellen DTM-Fahrerfeldes nimmt am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. Das hat mehrere Gründe.

Nein, abgesprochen war es nicht. Auch wenn man den Eindruck bekommen kann. Vorjahressieger Nico Müller, Maximilian Götz, Christian Vietoris, Augusto Farfus, Maxime Martin, Martin Tomczyk, Tom Blomqvist, Marco Wittmann, Edoardo Mortara, Mike Rockenfeller und Timo Scheider: Immerhin elf aktuelle DTM-Piloten steigen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in einen GT-Renner.

«Es war nicht abgesprochen», stellte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt klar. Auch wenn bei der Rekordzahl wie erwähnt der Verdacht naheliegt. Denn für die Fahrer ist es nicht nur ein Abenteuer und eine willkommene Abwechslung, sondern auch die Möglichkeit, Rennen zu fahren. Wegen der über sechs Monate langen Winterpause in der DTM und nur neun Events während der Saison monieren die Piloten regelmäßig, dass man zu wenig Fahrzeit habe. Mit Ausflügen in andere Serien wird das zumindest teilweise kompensiert.

Die Münchner stellen die Hälfte des DTM-Aufgebots für den Klassiker auf der legendären Nordschleife. «Ich bin stolz, dass wir so einen tollen Fahrerkader und solche Fahrer haben, die auch im GT-Auto einen tollen Job machen. Wenn wir die Programme haben, es zeitlich passt und es sich zeitlich arrangieren lässt, ist das eine logische Folge.»

«Das Rennen hat extrem an Attraktivität gewonnen. Und es geht darum, dass die Jungs gerne öfter Rennen fahren und eine Herausforderung neben der DTM haben wollen. Und vom Zeitaufwand her ist es überschaubar, jeder der in der DTM vertretenen Hersteller hat GT3-Autos und man kann die Teams unterstützen», sagte Mercedes' DTM-Leiter Ulrich Fritz.

«Die 24 Stunden sind ein Highlight für mich, ich bin ja jahrelang in der GT3-Szene gefahren. Ehrlich gesagt: Ich bin da richtig geil drauf!. Meine Jungs vom Haribo Racing Team und ich haben noch eine Rechnung mit der Nordschleife offen, nachdem wir im vergangenen Jahr unglücklich ausgeschieden sind», sagte Mercedes-Mann Maximilian Götz. «Für mich hat das einen hohen Stellenwert, das ist etwas ganz Besonderes. Ein Highlight der 24-Stunden-Rennen, die weltweit gefahren werden, wenn nicht sogar das Größte», sagte Marco Wittmann.

Groß ist die Vorfreude auch bei Timo Scheider, der erstmals seit 2011 auf die Nordschleife zurückkehren wird. «Die DTM fährt nicht viel. Der eine oder andere hat deshalb Lust, mehr zu fahren», sagte der Audi-Pilot, der das Abenteuer bei einem VLN-Lauf ausprobiert hat und feststellte, wie viel Spaß es ihm macht.

Diesen Spaß teilen aber längst nicht alle. Timo Glock hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Alex Zanardi und Bruno Spengler an den 24 Stunden von Spa teilgenommen. Und die Nordschleife? «Ich will meinen Sohn noch aufwachsen sehen», erklärte Glock.

«Das Rennen ist sicher nichts für Weicheier. Da muss man schon manchmal die Zähne zusammenbeißen und ein Stoßgebet nach oben abgeben», sagte Christian Vietoris. «Dass die Nordschleife nicht die sicherste Rennstrecke der Welt ist, wissen wir alle. Am Ende muss es dann auch Sinn machen. Ich habe auch Fahrer im Team, die sagen, die Nordschleife brauche ich nicht. Wenn jemand Lust darauf hat, sollte man sich das anschauen und den Jungs die Möglichkeit geben», sagte Fritz.

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