Porsche 919 fährt Rekordrunde auf der Nordschleife

Von Oliver Müller
FIA WEC
Timo Bernhard hat in der Evo-Version des Porsche 919 Hybrid einen neuen Rekord auf der Nordschleife des Nürburgrings aufgestellt. Mit 5:19,55 Minuten unterbot er die legendäre Marke von Stefan Bellof aus dem Jahre 1983.

Es ist vollbracht: Am Freitag hat Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard eine ganz besondere Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings gedreht. Der Saarpfälzer fuhr im Porsche 919 Hybrid Evo eine Fabel-Zeit von 5:19,55 Minuten. Damit unterbot er den bisherigen Streckenrekord um 51,58 Sekunden. Dieser stammt noch aus dem Jahre 1983, als der legendäre Stefan Bellof am 28. Mai auf eine Marke von 6:11,13 Minuten kam. «Das ist ein großartiger Moment für mich und für das ganze Team. Die Krönung des 919-Programms! Der Evo war perfekt vorbereitet, und ich habe alles gegeben auf dieser Runde. Aufgrund des aerodynamischen Anpressdrucks gehen Passagen mit Vollgas, an denen ich mir das zuvor nie vorstellen konnte. Die Nordschleife ist mir ja wirklich vertraut. Aber heute habe ich sie neu kennengelernt», war Bernhard regelrecht selig. 

Porsche hatte es mit der Evo-Version des ehemaligen LMP1-Sportwagens extra auf den Nordschleifen-Rekord angelegt. Bereits Anfang Juni rückten Bernhard und sein Team zu Testfahrten auf die 20,832 Kilometer lange Strecke in der Eifel aus, um sich perfekt auf den nun absolvierten Rekordlauf vorbereiten zu können. Die Evo-Version des 919 Hybrid ist nicht mehr an das strenge Effizienzreglement der FIA WEC gebunden. Somit kommt der Wagen dank eines stärkeren Hybrid-Systems und eines ohne Benzindurchfluss-Begrenzer agierenden Motors auf eine Leistung von 1160 PS. Auch das Aerodynamik-Paket wurde verfeinert, wie beispielsweise am erheblich größeren Front-Diffusor oder dem mächtigeren Heckflügel. Außerdem verfügt der Wagen nun über ein Drag Reduction System (DRS), welches den Luftwiderstand auf den Geraden elementar reduziert. Auf der Döttinger Höhe erreichte Bernhard eine Höchstgeschwindigkeit von unglaublichen 369,4 km/h.

Insgesamt bringen die Aerodynamik-Maßnahmen 53 Prozent mehr Abtrieb und eine Effizienzsteigerung von 66 Prozent. Auch ein Vierrad-Brake-by-Wire-System ist nun mit an Bord. Das Gewicht konnte ebenfalls reduziert werden. Es verringerte sich um 39 kg auf 849 Kilogramm.

Im Unterschied zu Bernhards Rekord wurde Bellofs Zeit mit einem vollständig homologierten Porsche 956 C erzielt. Bellof fuhr seine Marke zudem auch während einer offiziellen Rennveranstaltung - dem Training zum 1000-Kilometer-Rennen 1983. «Für mich ist und bleibt Stefan Bellof ein Riese. Mein Respekt vor seiner Leistung mit der damaligen Technik ist heute noch einmal größer geworden», vergleicht Bernhard.

Der 37-Jährige ist sogar ein echter Bellof-Fan. Beim FIA-WEC-Lauf im belgischen Spa-Francorchamps hatte Bernhard 2015 einen Helm im Bellof-Design getragen, um an den 30 Jahre zuvor verunglückten Gießener zu erinnern.

Bereits im April hatte der Porsche 919 Hybrid Evo eine Rekordrunde gedreht. Damals unterbot Neel Jani in Spa-Francorchamps die Formel-1-Bestzeit von Lewis Hamilton.

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