Strakka (Honda) steigt aus, Zweiter Toyota wackelt

Von Oliver Runschke
FIA WEC
Le Mans war der bisher letzte Auftritt für Straka

Le Mans war der bisher letzte Auftritt für Straka

Strakka Racing verabschiedet sich für die Saison 2013 aus der Sportwagen-WM, Toyota steht offenbar vor Reduzierung des WEC-Programms.

Es im Sportwagengeschäft in jedem Jahr nach den 24h von Le Mans das gleiche Spiel: Irgendein Team macht sich nach dem Saisonhighlight rar. In diesem Jahr ist es das britische LMP1-Privatteam Strakka Racing und offenbar steht auch Toyota vor einer Reduzierung des WEC-Programms. Die Briten von Strakka Racing haben am Montag verkündet auf die kommenden fünf WEC-Läufe zu pfeifen. Deren Honda HPD ARX-03c wird am kommenden Wochenenden beim «Goodwood Festival of Speed» nochmals ausgeführt und bleibt danach in der Garage. Für Strakka Racing ist es allerdings kein Abschied, sondern eine Pause: Nach Angaben des Teams um Nick Leventis will Strakka Racing im kommenden Jahr, wenn das neue technische Reglement für LMP1-Prototypen in Kraft ritt, mit einem neuem Projekt ins Sportwagengeschäft zurückkehren. 

Das sich die Briten, die in Le Mans die Klasse der LMP1-Privatteam mit Nick Leventis, Danny Watts und Jonny Kane gewannen, nachdem beide Rebellion-Lola-Toyota in Probleme fuhren, zurückziehen, überrascht nicht.

Zum einen war der Honda nach dem wenig brauchbaren Technikupdate für 2013 bisher dem einzigen Konkurrenten in der Sportwagen-WM, Rebellion Racing, gnadenlos unterlegen. Dazu dezimierte ein Abflug von Jonny Kane im Qualifying zu den 24h von Le Mans in der zweiten Schikane den Ersatzteilbestand für den LMP1-Honda ordentlich.

Strakka investiert in 2014

Obwohl Geld bei Strakka Racing kaum eine Rolle spielt – der ebenfalls hochgradig autoverrückte Leventis senior ist in der Getränkeabfüllung und Import zu einem mehr als stattlichen Vermögen gekommen, will Strakka nicht Geld in totes Projekt pumpen und für die letzten fünf Saisonrennen nochmals aufrüsten - denn am Saisonende ist der Honda ein Museumsstück, so will es das Reglement.

Strakka Racing will die Zeit nun nutzen um sich solide auf die WEC-Saison 2014 vorzubereiten, muss aber nicht komplett aus Racing verzichten. Zum Saisonstart hat der fahrende Teamchef Nick Leventis einen Formel Renault 3.5 Rennstall übernommen, bei dem die Saison normal weiterläuft.

Toyota halbiert offenbar WEC-Programm

Der Ausstieg von Strakka ist nicht die einzige Hiobsbotschaft in der Sommerpause der Sportwagen-WM. Nach Angaben des britischen Magazins «Autosport» wird Toyota die WEC mit nur einem Auto zu Ende zu fahren. Toyota hat die Reduzierung auf einen TS030 noch nicht offiziell bestätigt, gegenüber Autosport allerdings auch nicht dementiert.

Anstelle zwei LMP1 in der WEC einzusetzen will Toyota Racing, die bei weitem nicht über die finanziellen Ressourcen von Gegner Audi Sport verfügen, sich auf die Entwicklung des 2014er Auto konzentrieren, dass nach einem neuen technischen Reglement gebaut wird. Noch in Le Mans hatte Toyota-Technikchef Pascal Vasselon gegenüber Speedweek.com bestätigt, mit dem Bau des nächstjährigen Autos derzeit im Verzug zu sein.

Welche Toyota-Fahrer arbeitslos werden ist noch offen

Sollte Toyota bestätigen, die Saison nur mit einem Auto fortzusetzen, ist die Team und Fahrerwertung der FIA WEC faktisch bereits jetzt zugunsten von Audi entschieden. Welches der beiden Toyota-Fahrertrios – Alexander Wurz/Nicolas Lapierre/Kazuki Nakajima oder Anthony Davidson/Sébastien Buemi/Stéphane Sarrazin, bis zum Saisonende arbeitslos wird, ist noch offen. Wahrscheinlich dürfte aber sein, dass das Wurz-Trio in der Startnummer #7 weiter fahren darf, obwohl deren Teamkollegen nach Platz zwei in Le Mans in der WEC-Wertung besser dastehen.

Dünne LMP1-Klasse in der Sportwagen-WM

In der Sportwagen-WM ist die Lage für Toyota für die letzten fünf Saisonrennen ohnehin nicht rosig. Nachdem was Audi in den ersten drei Läufen gezeigt hat, dürfte Toyota in den weiteren Rennen grösste Mühen haben, unter regulären Bedingungen ein Rennen gegen Audi zu gewinnen - das wissen die Japaner aus Köln auch.

Nach dem Rückzug von Strakka und der offenbar bevorstehenden Reduzierung des Programms von Toyota ist die LMP1-Klasse in der Sportwagen-WM bei den noch ausstehenden fünf Rennen ein Trauerspiel. Aller Voraussicht werden zwei Audi R18 e-tron quattro gegen einen Toyota TS030 und einen privaten Lola-Toyota von Rebellion Racing antreten.

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