WEC am Nürburgring: Zum Erfolg verdammt

Von Oliver Runschke
FIA WEC
Neveu (Mitte) mit Toyota-Teammanager Steeghs (li.) und Audi-Sportchef Dr. Ullrich

Neveu (Mitte) mit Toyota-Teammanager Steeghs (li.) und Audi-Sportchef Dr. Ullrich

WEC-Boss Neveu hat kein Zweifel an der Austragung des deutschen WM-Laufes. Sollte das Rennen kein kommerzieller Erfolg werden, könnte der deutsche WEC-Lauf aber zu einer Eintagsfliege werden.

Das scheinbar niemals endende Drama rund um den Nürburgring ist auch Thema weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Wie es um den Ring steht, interessiert auch Journalistenkollegen aus dem gesamten europäischen Ausland. Das grosse Interesse am Nürburgring bekommt auch FIA WEC-Boss Gerard Neveu zu spüren. Keine Formel 1 in der Eifel und nun definitiv auch kein Rockkonzert mehr, nicht ganz zu unrecht muss sich Neveu Fragen stellen, ob angesichts der Dauerquerelen in der Eifel das erstmalig geplante WEC-Rennen am 30. August gesichert ist.

«Das Rennen findet zu 200% statt», bekräftigt der Franzose, der jeden Hinweis auf die verzwickte Situation in der Eifel ignoriert. «Ich verstehe nicht, wie man diese Veranstaltung hinterfragen kann. Es stellt ja auch niemand ein Rennen in Texas in Frage oder in Fuji. Das wäre so, als würde ich in Frage stellen, ob das Champions-League-Endspiel in Berlin denn wirklich stattfindet.»

Zur Ausrichtung des Rennens hat die WEC einen Vertrag mit der Nürburgring Capricorn GmbH geschlossen. Nach Angaben von Neveu ein joint-venture, bei dem sich beide Parteien das finanzielle Risiko teilen. «Die Zusammenarbeit mit dem Nürburgring ist hervorragend. Wir treffen uns einmal im Monat, telefonieren wöchtlich und schreiben uns täglich. Sicher gab es im Oktober, November etwas Unsicherheit durch die neuen Gesellschafter. Das hat uns aber keine Sorgen gemacht, denn wir haben ein sehr gutes Verhältnis und wurden immer über alle Schritte weit im voraus informiert.»

Zu Hochzeiten der Le Mans Series waren die 1000km-Rennen nie ein grosser Erfolg, auch ein Grund, warum der Nürburgring zuletzt 2009 ein Sportwagenrennen sah. Zuletzt versuchte sich der ADAC Nordrhein 2008/2009 an der LMS, doch trotz guter Promotion floppten die Rennern. Seitdem machen die Sportwagen einen weiten Bogen um Deutschland. 

Mit der WEC soll nun aber alles anders werden, auch wenn das WEC-Rennen die erste Grossveranstaltung auf dem Nürburgring ist, bei dem Capricorn als Veranstalter auftritt. Neveu: «Ich möchte nicht arrogant klingen, aber die WEC kann man nicht mit der damaligen Le Mans Series vergleichen, die WEC ist eine ganz andere Meisterschaft. Es gibt überhaupt keinen Vergleich. Um das Rennen zu einem Erfolg zu machen, sitzen wir gemeinsam mit den Herstellern, Vertretern vom Nürburgring und Schlüsselfiguren wie Hans-Joachim Stuck an einem Tisch, die alle dazu beitragen werden, damit das Rennen ein Erfolg wird.“

Details zur Promotion oder zum Rahmenprogramm will sich Neveu noch nicht entlocken lassen. «Wir haben eine Strategie und auch ein spannendes und volles Rahmenprogramm. Doch derzeit sprechen wir darüber noch nicht, denn momentan ist es noch zu früh und wenig zielführend». 

Rätselraten gibt das «spannende und volle» Rahmenprogramm auf. Noch keine Serie hat ihren Start im Rahmen der WEC bestätigt. In Le Castellet kursierten Gerüchte um Porsche Sports Cup und eine Radical-Series, doch keine der genannten Serien hat bisher ein entsprechendes Event im Kalender.

WEC und Nürburgring haben bisher nur einen Vertrag über ein Jahr geschlossen. Floppt das Rennen Ende August, sieht Neveu keine grosse Zukunft für seine Serie in Deutschland. Geld verlieren mag er wenn überhaupt nur ein Mal. «Wir gehen zum Nürburgring und erwarten dort ein erfolgreiches Event. Sollten zu der Veranstaltung nicht viele Fans kommen, wären wir sicherlich sehr enttäuscht. Wir gehen das Risiko ein und teilen uns dies, denn das Rennen veranstalten wir in einem joint-venture mit der Rennstrecke. Wir haben also keine andere Wahl, als zu versuchen, eine erfolgreiche Veranstaltung hinzubekommen. Wir gehen Ende August in die Eifel, das ist ein sehr guter Zeitpunkt von der Wetterseite. Mit der Unterstützung von Porsche, Audi und Toyota, mit unserem tollen Feld und den ganzen fantastischen Fahrern. Mit dem Fakt, dass es keinen anderen grossen WM-Lauf in Deutschland in diesem Jahr gibt. Wenn wir speziell in diesem Jahr, unter diesen Voraussetzungen, kein erfolgreiches Event in Deutschland haben, mit dem Potenzial, das dies Land hat, sieht die Zukunft für ein weiteres Langstreckenrennen in Deutschland sehr schwierig aus.»

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