Juan Pablo Montoya fuhr den Porsche 919 Hybrid

Von Oliver Müller
FIA WEC
Gruppenbild zum LMP1-Test: Juan Pablo Montoya (vorne links) und Mitch Evans (vorne rechts) gemeinsam mit dem Porsche Team

Gruppenbild zum LMP1-Test: Juan Pablo Montoya (vorne links) und Mitch Evans (vorne rechts) gemeinsam mit dem Porsche Team

Beim Rookie-Test der Sportwagen-WM (FIA WEC) in Bahrain waren sowohl der aktuelle Indy-500-Gewinner Juan Pablo Montoya als auch GP2-Pilot Mitch Evans im LMP1-Wagen von Porsche unterwegs. Und das sogar richtig schnell.

Gerade einen Tag ist es her, dass Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley sich den Fahrer-WM-Titel in der Sportwagen-WM gesichert haben und schon steht der Fokus auf dem kommenden Jahr. Auf der Strecke von Sakhir/Bahrain stand heute der Rookie-Test der FIA WEC an. Neben einigen anderen Teams gab auch Porsche zwei Fahrern die Möglichkeit das Fahrzeug aus der FIA WEC zu testen. So sassen GP2-Fahrer Mitch Evans und Indy-500-Sieger Juan Pablo Montoya im über 1000-PS-starken Porsche 919 Hybrid. Beide hinterliessen eine sehr guten Eindruck.

Evans fuhr eine Rennsimulation von 54 Runden und erzielte dabei eine Bestzeit von 1:43,60 Minuten. Damit war er nur 1,71 Sekunden langsamer als Neel Jani während der 6 Stunden von Bahrain am Vortag. Evans sass bereits vor knapp zwei Wochen bei Testfahrten in Barcelona im Porsche-LMP1. Damals waren auch Ex-McLaren-F1-Pilot Kevin Magnussen und Oliver Turvey im 919 Hybrid unterwegs. «Grossartig, nach meinem ersten Testeinsatz in Barcelona erneut am Steuer des Porsche 919 Hybrid zu sitzen und diese aufregende Technologie geniessen zu dürfen. Das Auto lässt sich wirklich fantastisch fahren und vermittelt viel Vertrauen. Mit jeder Runde lerne ich dazu. Der Allradantrieb wirkt sich stark auf das Bremsen und natürlich das Beschleunigen aus. Hinzu kommen die Hybridsysteme. Er besitzt sehr viel aerodynamischen Abtrieb und geht schonender mit den Reifen um als mein GP2-Rennwagen», war Evans nach der Ausfahrt in Bahrain begeistert.

Und auch Juan Pablo Montoya gab richtig Gas: Er konnte insgesamt 55 Runden auf der 5,412 Kilometer langen Strecke drehen, wobei er während einer Rennsimulation auf eine Bestzeit von 1:44,46 Minuten kam. Im Qualifying-Trimm zauberte der Kolumbianer sogar eine Zeit von 1:40,86 Minuten in den Asphalt. Damit lag er nicht wirklich weit hinter der Pole-Runde von Timo Bernhard vom Freitag (1.39,670 Minuten) zurück. «Das Auto ist fantastisch – ein sensationelles Gerät und der derzeit am höchsten entwickelte Rennwagen auf dem Planeten. Ich bin alle möglichen Rennwagen gefahren, dieser macht wirklich Spass. Der 919 hat viel Leistung und liegt sehr, sehr stabil. Gerade weil er sich so sicher und berechenbar anfühlt, lädt er dazu ein, es zu übertreiben. Das Auto ist so gut, dass die hohen Geschwindigkeiten kaum auffallen. Im Vorfeld habe ich mich etwas erschreckt, als ich die 30-seitige Bedienungsanleitung sah, aber dann war es gar nicht so schwierig», erklärte Montoya nach dem Test.

Der IndyCar-Pilot wird vorerst jedoch nicht weiter im Porsche 919 Hybrid sitzen. Der Test war eine einmalige Sache und kam zustande, weil er Leiter-LMP1 Fritz Enzinger und Teamchef Andreas Seidl schon aus gemeinsamen Formel-1-Tagen kannte.

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