Schnapsidee? Genial? Stehende Starts nach Safety-Car!

Von Mathias Brunner
Künftig soll nach Safety-Car-Phasen stehen gestartet werden

Künftig soll nach Safety-Car-Phasen stehen gestartet werden

​Wenn am 30. November der FIA-Weltrat tagt, wird es auch um eine aufregende Neuheit gehen: Stehende Starts nach jeder Safety-Car-Phase sollen die Action aufhübschen. Schnapsidee oder genial?

Ziemlich radikal, worüber die verschiedenen Gremien der Formel 1 in den kommenden Tagen abstimmen müssen: Im Bestreben, die Grands Prix spannender zu gestalten, hat Force India einen Vorschlag auf den Tisch geknallt, den die anderen Teamchefs in Abu Dhabi spontan toll finden und dem auch Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone nicht abgeneigt ist. Nach jeder Safety-Car-Phase soll nicht fliegend gestartet werden, sonden die Fahrzeuge sollen sich zu einem stehenden Start aufstellen!

Seit dieser Plan durchgesickert ist und von auto, motor und sport an die Öffentlichkeit gebracht wurde, wird in den sozialen Netzwerken hitzig diskutiert: Viele Fans finden das fabelhaft, um den Rennen frische Würze zu verleihen. Denn stehende Starts bergen ein Element der Unwägbarkeit. Bei rollenden Starts bleibt die Reihenfolge in der Regel unverändert, ausser, einer hat hinter dem Führungswagen den Neustart verschlafen.

Andere Formel-1-Anhänger kreiden an: Wieder ein Eingriff, der viel zu künstlich ist.

Der Vorschlag aus Abu Dhabi durchläuft nun die üblichen Gremien, in jedem davon kann der Vorschlag scheitern, wie unsere Erklärung weiter unten zeigt.

Formel-1-Entscheidungsfindung: So geht es

Die Entscheidungsfindung im Formel-1-Sport ist komplex. Verschiedene Arbeitsgruppen reichen ihre Ideen der so genannten Strategiegruppe weiter. Sie besteht aus Vertretern von sechs Rennställen (gegenwärtig sind das Ferrari, Red Bull Racing, Mercedes, McLaren-Honda, Williams und Force India), des Autoverbands FIA sowie der «Formula One Group». Jede dieser drei Parteien besitzt sechs Stimmen.

Der weitere Ablauf: Die Ideen der Strategiegruppe gehen an die Formel-1-Kommission. Die hat nur die Möglichkeit, einen Vorschlag abzunicken oder abzulehnen. Über die gegenwärtige Zusammensetzung der Kommission ist im FIA-Reglement nichts zu finden. Einst bestand sie aus: einem Vertreter von «Formula One Management» (also Bernie Ecclestone) sowie der FIA (üblicherweise der Präsident), aus Vertretern aller Rennställe, aus sechs Rennpromotern (drei aus Europa, drei aus Übersee), die von FOM aufgestellt werden, aus zwei Vertretern von Rennstrecken (eine aus Europa, eine aus Übersee), von den Teams ernannt, dazu aus Repräsentanten des Reifenherstellers (also Pirelli), der Motorenhersteller sowie der Sponsoren (zwei, aus verschiedenen Marktbereichen). Somit kamen wir (abhängig von der Anzahl Teams) auf ein Gremium von 24 Fachleuten.

Allerdings haben wir nicht eine Stimme pro Vertreter. Es gibt immer zwölf Team-Stimmen, ungeachtet dessen, ob wir nun zwölf Rennställe haben oder elf wie derzeit. Wenn von diesen elf eine interne Abstimmung zum Beispiel 6:5 ausgeht, so wird die restliche Stimme zur Mehrheit addiert (7:5). Wir kommen somit auf 25 Stimmen.

Auch die «Formula One Group» ist machtvoll: kein Rennpromoter würde es sich bei Abstimmungen mit jener Firma verscherzen, welche die Rennen vergibt! Die FIA hingegen hat hier so gut wie nichts zu melden.

Ist in der Kommission ein Vorschlag gutgeheissen, geht der zum Abnicken an den so genannten Weltrat der FIA. Hier könnte die FIA eine Idee blockieren (was selten passiert). Die Ratsmitglieder stellen sich in der Regel hinter ihren Präsidenten, schliesslich wollen sie ihre feinen Posten nicht verlieren.

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