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Nico Rosberg: Endlich aus dem Schatten getreten

​«Das ist das Steilste, was ich je erlebt habe», sagte Gerhard Berger zum Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg. Niki Lauda hingegen lässt sich bedauern.

Formel 1

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Jetzt ist auch schon wieder eine Woche vergangen, seit Nico Rosberg seinen sofortigen Rücktritt verkündet hat.

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Trotzdem ist die Formel 1 deshalb nicht zur Ruhe gekommen.

Die Mercedes-Formel-1-Manager werden mit guten Ratschlägen überhäuft.

Manche Vorkommnisse sorgen für Belustigung.

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Niki Lauda, Vorsitzender von Mercedes F1, lässt sich bedauern, weil er jetzt im stillen Advent ein Problem lösen muss, eine Aufgabe, für die er mit Millionen entschädigt wird.

Ich kenne bedauernswertere Fälle.

Lauda jammert, Rosberg hätte ihn vorher informieren und vorwarnen sollen.

Ja, klar. Wann wäre es für den dreifachen Weltmeister denn am Passendsten gewesen?

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Nico Rosberg hat versichert, im Falle eines Titelverlusts wäre er weitergefahren. "Ich gebe nie auf", betonte er.

Der früheste Termin wäre also der späte Sonntagabend, 27. November, gewesen. Zwischen dem 27. November und der Rücktrittsankündigung vom 2. Dezember hat kein Topfahrer einen Vertrag unterschrieben.

Laudas Position hat sich also in den fünf Tagen in dieser Hinsicht nicht verschlechtert.

Ausserdem: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.

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Ein gewisser Niki Lauda stieg 1976 im fürchterlichen Regenrennen von Fuji aus dem Ferrari und sagte: "Mein Leben ist mehr wert als ein WM-Titel."

Drei Jahre später erklärte er beim Montreal-GP seinen Rücktritt. "Ich will nimmer im Kreis fahren."

Rosbergs Entscheidung hat überall Bewunderung ausgelöst.

Endlich einer, der nicht aus Habgier weitermacht, endlich einer, der in diesem harten Sport seine Liebe zur Familie offenbart und über alles stellt.

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Das verdient Respekt und hat im Motorsport auf diesem Level noch keiner geschafft.

Und kurios: Rosberg stand in seiner Formel-1-Karriere zuerst im Schatten seines Vaters Keke, dann im Schatten von Schumacher, Vettel und Hamilton.

Erst nach dem Rücktritt genießt er jene Wertschätzung, die ihm wohl schon länger gebührt hätte. Nicos Gegner waren nicht die leichtesten Kaliber.

Casey Stoner, MotoGP-Weltmeister 2007 auf Ducati und 2011 auf Honda, kommt dieser Geschichte noch am Nächsten. Er verkündete seinen Rücktritt per Jahresende beim Le-Mans-GP im Mai 2012. Er schlug ein 11-Millionen-Euro-Angebot von Honda aus, auch er wollte seine kleine Tochter aufwachsen sehen.

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Übrigens: Inzwischen arbeitet er wieder als Testfahrer bei Ducati.

Kurioserweise berichteten die Medien zwei, drei Tage nach dem WM-Finale in Abu Dhabi über einen möglichen Rücktritt des unterlegenen Lewis Hamilton.

Sie lagen knapp daneben.

Dass das Duell Hamilton gegen Rosberg nicht ewig weitergehen könnte, war vorhersehbar.

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Lauda und Wolff kamen vor lauter Eskalationen und Kollisionen kaum mehr zum Atmen, die Luft im Team war zum Schneiden, an den Erfolg der Beschwichtigungsversuche glaubte niemand mehr.

Lewis Hamilton widersetzte sich in Abu Dhabi als einer der höchst bezahlten Mercedes-Mitarbeiter sogar den Anweisungen seines Vorgesetzten Paddy Lowe und blamierte damit vor einem Millionenpublikum einen Weltkonzern. Er wusste: Rausschmeißen können sie mich nicht.

Und wie kann die Frage des Rosberg-Nachfolgers gelöst werden?

Naja, es wird voraussichtlich zu einer Übergangslösung kommen, vielleicht mit Pascal Wehrlein, für 2018 können dann Fahrer wie Vettel oder Alonso geködert werden. Vielleicht lässt sich aber schon für 2017 Bottas von Williams loseisen.

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Natürlich sucht Mercedes nach der bestmöglichen Lösung, Wehrlein wäre sie nicht. Nur mit zwei starken Piloten kann auch die wertvolle Konstrukteurs-WM gegen Ferrari (Vettel, Raikkönen) und Red Bull Racing (Verstappen, Ricciardo) gewonnen werden.

Kurios: Als Gerhard Berger im Sommer für Nico Rosberg den neuen Zwei-Jahres-Vertrag bei Mercedes F1 aushandelte, wurde ihm oft die Variante Pascal Wehrlein als Argument gegen den teuren Nico vor Augen geführt.

Und jetzt sträubt sich Mercedes gegen diese naheliegende Lösung. Klar, die erstbeste Lösung ist selten auch die beste.

Und Gerhard Berger belustigt sich. Er weiß, dass Mercedes 2017 auch mit Hamilton allein und dem besten Auto klarer Favorit ist.

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"Wenn jetzt nicht auch Hamilton zurücktritt", gibt der ehemalige BMW-Sauber-Teamprinzipal und ehemalige Scuderia-Toro-Rosso-Teilhaber mit einer Spur Schadenfreude und einem leichten Augenzwinkern zu bedenken.

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