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Renault 2017: Rückkehr BP/Castrol als starkes Signal

​Jahrelang hat sich die Formel 1 damit schwergetan, neue Firmen in den Sport zu holen oder alte Sponsoren von einer Rückkehr zu bewegen. Die Rückkehr von BP und Castrol sendet ein wichtiges Signal.

Formel 1

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In jüngerer Vergangenheit ist die Formel 1 immer wieder schlechtgeredet worden, teilweise von Serienpromoter Bernie Ecclestone selber. Das ist ungefähr so, als würde IKEA-Gründer Ingvar Kamprad seine Möbel als Schund bezeichnen. Nicht sehr geschäftsfördernd.

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Natürlich war ein erheblicher Teil der Kritik durchaus angebracht. Das logische Ergebnis zahlreicher Irrwege wie Kostenexplosion, Reglementswirrwarr und Träumereien von einer grünen Formel 1: Sponsoren wandten sich vom Sport ab, Lücken wurden nicht gefüllt. So kann beispielsweise McLaren seit dem Auslaufen des Abkommens mit Mobiltelefon-Anbieter Vodafone Ende 2013 bis heute keinen neuen Hauptsponsor finden.

Mit dem Einstieg von Liberty Media als Grossaktionär der Formel 1 wird sich in Sachen Geldgeber sehr viel tun. Die US-Amerikaner werden im Laufe der kommenden Monate und Jahre zahlreiche Seriengeldgeber verpflichten. Mit mehr Attraktivität des Sports, so sind Chase Carey und seine Kollegen überzeugt, werden auch die grossen Firmen in die Formel 1 zurückkehren.

Bestätigt ist: Renault arbeitet ab 2017 für mindestens fünf Jahre lang mit BP und Castrol zusammen.

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Letztmals haben wir BP in der Formel 1 1992 auf den Lotus-Rennern von Johnny Herbert und Mika Häkkinen gesehen. Castrol arbeitete 1997 zuletzt mit Renault zusammen – damals als Schmierstoffpartner bei den Weltmeistern Jacques Villeneuve und Williams.

BP verspricht sich von der Rückkehr auf die Formel-1-Bühne mehr Marktanteile beim umkämpften Tankstellengeschäft. Die 1906 als "British Petroleum Company" gegründete Firma mit Sitz in London ist ein absolutes Schwergewicht – 85.000 Mitarbeiter, Umsatz 2015 222,9 Milliarden US-Dollar. Damit ist BP nach Umsatz die Nummer 8 der Welt (hinter Saudi Aramco, den chinesischen Firmen Sinopec, China National und PetroChina, ExxonMobil, Shell und Kuwait Petroleum).

Zur BP-Gruppe gehört auch Castrol (Öl- und Schmierstoffe), die zuletzt mit BMW-Williams in der Formel 1 tätig waren. vor mehr als zehn Jahren.

Noch unbestätigt ist, dass BP 2017 auch mit McLaren und Honda in der Formel 1 zusammenarbeiten wird. Das passt, denn Castrol arbeitet seit dem Jahre 1959 mit der Firma Honda zusammen.

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Dafür trennten sich nach 21 Jahren Kooperation McLaren und der texanische ExxonMobil-Konzern – vier WM-Titel und 78 GP-Siege sind die stolze Ausbeute. ExxonMobil arbeitet weltweit mit 74.000 Mitarbeitern und setzte 2015 268,9 Milliarden US-Dollar um. ExxonMobil bleibt in der Formel 1: als neuer Partner von Red Bull Racing.

Insgesamt haben wir damit eine ungewöhnliche Situation: Renault liefert Motoren an Red Bull Racing und ans eigene Werksteam. Bei RBR heisst der Motor TAG-Heuer und wird mit Produkten von ExxonMobil betrieben, beim Werksteam heisst der Motor natürlich Renault und läuft mit BP und Castrol. Bislang hatte Renault im GP-Sport mit Produkten von Total gearbeitet.

Wenn Renault-Partner BP/Castrol mit einem gegnerischen Rennstall und anderem Motor arbeitet, also mit McLaren-Honda, hat Renault-Geschäftsleiter Cyril Abiteboul damit kein Problem: "Mit dem neuen Reglement ist tüchtig Motorleistung noch wichtiger geworden. Kraft- und Schmierstoffe sind dabei von ganz elementarer Bedeutung." Für den Franzosen ist Red Bull Racing in Sachen Motor die Messlatte, er sieht aber auch Vorteile für die Entwicklung besserer Produkte, wenn ein Rennstall wie McLaren-Honda mithilft, die Entwicklung zu beschleunigen. Zwei Rennställe lernen immer mehr als einer alleine. Renault und McLaren können beide profitieren.

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