Alkoholwerbung in Bahrain: Keine einheitliche Lösung

Von Mathias Brunner
Williams und Ferrari beim Bahrain-GP 2016: Williams ohne, Ferrari mit Alkoholwerbung

Williams und Ferrari beim Bahrain-GP 2016: Williams ohne, Ferrari mit Alkoholwerbung

​Immer wieder wundern sich die Formel-1-Fans: Wieso tragen in Bahrain einige Formel-1-Rennwagen Werbung für alkoholische Getränke und andere nicht? Eine Spurensuche in der Wüste.

Bei Fotos vom Wüsten-GP in Bahrain fällt immer wieder auf: Ein Team wie Williams verzichtet oft auf Werbung für Hauptsponsor Martini (Apéritiv), aber der Force-India-Renner trägt sehr wohl Werbung für Kingfisher (indisches Bier). Logische Frage: Wieso fahren einige Rennwagen mit Werbung für alkoholische Produkte und andere ohne?

Auch in diesem Jahr ist die Erscheinungsweise der Rennställe nicht einheitlich: Williams trägt auf den Team-Uniformen den Schriftzug «Williams Martini Racing», aber auf dem Auto war heute Donnerstag das Wort Martini nicht zu sehen. Force India trägt Werbung für Kingfisher. Am seitlichen Windleit-Element von Ferrari ist Singha (Bier aus Thailand) zu entdecken.

Williams hat in den vergangenen Jahren in Bahrain die Martini-Werbung in Schriftzüge «Racing» geändert oder einfach nur sein wunderschön einfaches Streifenmuster gezeigt. Force India auf der anderen Seite ändert an den Wagen überhaupt nichts und fährt so wie in Australien und China. Schon 2013 wurde hier mit Whiskey-Werbung gefahren, damals für Whyte & Mackay Scotch.

Hintergrund 1: Alkohol-Konsum ist in Bahrain erlaubt (das ist einer der Gründe, wieso viele Menschen aus Saudi-Arabien in den Inselstaat reisen), der Konsum in der Öffentlichkeit oder in nichtlizenzierten Lokalen ist aber verboten. Die Einfuhr alkoholischer Produkte ist streng reguliert.

Hintergrund 2: Grundsätzlich ist Alkoholwerbung in Bahrain untersagt, für den Formel-1-WM-Lauf ist jedoch eine Ausnahme gemacht worden. Teams wie Williams unterwerfen sich einer Selbstbeschränkung aus Respekt vor den Gastgebern, zumal bei vielen Arabern Alkoholkonsum generell als verpönt gilt. Force India profitiert von der Ausnahmeregel und ist auf Anfrage in den vergangenen Jahren nie in Schwierigkeiten geraten.

Allerdings wird das alles nicht konsequent angewandt: Der Rennstall von Felipe Massa und Lance Stroll heisst 2014 offiziell «Williams Martini Racing» und dieser Name wurde für Bahrain nicht geändert.

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