Toto Wolff: «Wollen auf die richtige Art gewinnen»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff musste im Ungarn-GP eine schwierige Wahl treffen. Der Wiener entschied sich für Fair Play und betonte hinterher: «Das war die schwierigste Entscheidung der letzten 5 Jahre.»

Nach dem Ungarn-GP, den Ferrari für sich entschied, wurde Mercedes mit Lob überhäuft. Aus gutem Grund, denn die Silberpfeile bewiesen im elften Saisonlauf echten Sportsgeist und liessen ihre Fahrer ganz zum Schluss noch einmal die Plätze tauschen. So kam es, dass nicht Titelkandidat Lewis Hamilton vom dritten Podesttreppchen strahlte, sondern Valtteri Bottas, der seinen Teamkollegen im Rennen vorgelassen hatte, damit sich dieser an den Ferrari-Fahrern an der Spitze die Zähne ausbeissen konnte.

Wie versprochen liess der dreifache Champion seinen Stallgefährten vor der Zielankunft wieder vorbei – und zwar in der letzten Kurve der letzten Runde. «Wir hatten intern eine lange Diskussion, weil Verstappen immer näher kam. Wir haben diskutiert und kamen zum Schluss, dass es wohl das Beste ist, das in der letzten Kurve zu machen, denn so limitierten wir die Überholchancen von Max», erklärte Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff hinterher.

«Das ganze Team hat viel Sportsgeist bewiesen, auch Valtteri, der Lewis im Rennen vorgelassen hat. Es war aber sicher schwierig für das Team und auch sehr schwierig für Lewis, das Wort dann auch zu halten.», gestand der Wiener unumwunden, betonte aber auch: «Es wäre naiv zu sagen, dass wir die Entscheidung nicht bereuen würden, wenn uns am Ende diese drei Punkte den Titel kosten. Aber diese Werte haben uns sechs WM-Titel eingebracht und werden uns auch in Zukunft viele Erfolge bescheren. Es ist uns durchaus bewusst, dass uns diese Haltung die WM kosten könnte. Aber wir stehen zu unserem Wort, und wenn die Konsequenz ist, dass wir den Titel verlieren, dann werden wir das hinnehmen. Langfristig gewinnen wir mit dieser Attitüde mehr Rennen und Titel.»

Und der Österreicher stellte klar: «Wir fahren nicht aus purer Freue, sondern weil wir hoffen, dass das unsere Marke bekannter macht und wir mehr Autos verkaufen. Das ist ein langfristiges Projekt. Wenn du denkst, dass Ergebnisse auf der Strecke das Wichtigste sind, dann liegst du falsch. Wir haben die Konsequenzen von kaltblütigen Entscheidungen auch schon erlebt und gesehen, welchen Einfluss das auf die Marke hat. Unser Zweck hier ist, das Richtige zu tun und auf richtige Art zu gewinnen. Und das ist manchmal halt verdammt hart. Es war sicher die schwierigste Entscheidung, die wir in den letzten fünf Jahren treffen mussten.»

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