Eric Boullier (McLaren): Wahrheit zu Fernando Alonso

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso

Fernando Alonso

​Einhellige Meinung im Formel-1-Fahrerlager: Fernando Alonso ist ein überragender Rennfahrer – aber auch ein gewiefter Politiker, der sich damit keinen Gefallen macht. McLaren-Teamchef Eric Boullier widerspricht.

Im Grunde müssten sich die Top-Teams um Fernando Alonso reissen, jetzt, wo sein McLaren-Vertrag Ende 2017 ausläuft. Aber eine Rückkehr zu Ferrari wird es nicht geben. Ferrari-Chef Sergio Marchionne: ««Alonso mag zwar Interesse daran haben, zu Ferrari zurückzukehren. Aber er hat von uns nicht die dazu passende Antwort erhalten. Wir haben uns nicht bei Red Bull nach Verstappen erkundigt, und wir sind auch nicht an Alonso interessiert.» Bei Red Bull Racing ist ein Quereinsteiger kein Thema.

Und Mercedes-Teamchef Toto Wolff äusserte sich zu Fernando Alonso so: «Jeder weiss, welch grossartiger Fahrer Fernando ist. Aber wir sind mit unseren Piloten zufrieden. Und wir erachten Kontinuität als einen ganz wichtigen Faktor.» Klingt nach einem neuen Vertrag für Valtteri Bottas.

Sky-GP-Experte Marc Surer bringt es auf den Punkt: «Alonso ist für McLaren gefahren, und jeder weiss, was dort 2007 mit Lewis Hamilton passiert ist – die zwei beharkten sich so lange, bis Kimi Räikkönen mit Ferrari Weltmeister wurde. Und Alonso ist jahrelang für Ferrari gefahren, wir kennen die Geschichte, wie das in Maranello geendet hat.»

Alonso sagt über die Saison 2007 mit McLaren, an der Seite von Lewis Hamilton: «Der Rahmen hat damals einfach nicht gestimmt, ich war für diese Aufgabe vielleicht nicht reif genug. Mit Lewis als Racer hatte ich nie ein Problem.» Alonso hat mehrfach gesagt, wem er die Schuld gab, dass ihm damals der dritte Titel durch die Lappen ging: Ron Dennis.

Aber Lewis Hamilton macht klar, dass er auf einen Stallgefährten Alonso wenig scharf ist. Gegenüber der spanischen Tageszeitung El País meinte der Engländer: «Die Beziehung zu Alonso war reines Gift, die Atmosphäre im ganzen Team war vergiftet. Klar war das damals persönlich. Es gibt Menschen, mit welchen du klarkommst, und es gibt Leute, mit denen du einfach nicht leben kannst. Wenn du zwei Champions ins gleiche Team setzt, dann wird jeder für sich nur das Beste herausholen wollen und keine Kurve preisgeben. Das erzeugt einfach zu viel Spannungen.» 

Umkehrschluss: Alonso ist im Umgang nicht eben pflegeleicht. Das sieht jedoch McLaren-Teamchef Eric Boullier ganz anders, wie er im Gespräch mit dem französischen Portal F1i betont: «Fernando hat den Ruf, ein wenig schwierig zu sein. Aber in Wahrheit ist er das überhaupt nicht. Wenn du seinen unheimlichen Erfolgshunger verstanden hast, dann ist es leicht, mit seinen Charakterzügen umzugehen.»

«Für Alonso geht es nur um den Erfolg. Er muss einfach gewinnen. Es spielt keine Rolle, ob du dich in den Go-Kart setzt oder aufs Tennisfeld begibst, du kannst dir sicher sein, dass Fernando alles geben wird, um siegreich hervorzugehen. Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass er wie ein Mönch ist, aber sein ganzes Leben dreht sich um sein tiefes Verlangen, konkurrenzfähig zu sein. Als Fahrer ist es so gut wie fehlerfrei. Und er kann in jedem Gerät von der ersten Runde an am Limit fahren. Das habe ich in dieser Weise mit keinem anderen Piloten erlebt.»

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Mathias Brunner
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