GP Frankreich 2018: 340 km/h schnelle Rechtskurve!

Von Mathias Brunner
​Die Formel 1 kehrt 2018 auf den Circuit Paul Ricard (bei Le Castellet) zurück: Im Rahmen einer Pressekonferenz haben die Organisatoren des Grossen Preises von Frankreich Details zum Rennen veröffentlicht.

Anfang Dezember 2016 war endlich alles in trockenen Tüchern und konnte verkündet werden: Ab 2018 wird es wieder einen Grossen Preis von Frankreich geben, mindestens für fünf Jahre lang! Exakt zehn Jahre nach dem vorderhand letzten Formel-1-WM-Lauf auf französischem Boden (2008 in Magny-Cours, Nevers) kehrt der Traditions-GP zurück. In Le Castellet wurde zwischen 1971 und 1990 bereits vierzehn Mal der Frankreich-GP gefahren.

Nun haben die Organisatoren Details zur Rückkehr des ältesten aller Grands Prix verkündet (der erste Grand Prix wurde schon 1906 in Le Mans ausgetragen).

Bei der Wiederauflage des WM-Laufs in Südfrankreich wird die 5,8 Kilometer lange Strecke gefahren. Wermutstropfen für alle Highspeed-Fans, einschliesslich der Fahrer: Die lange Mistral-Gerade wird durch eine Schikane kastriert. Die Veranstalter versprechen sich davon eine Überholmöglichkeit mehr, es wird um mehr als 200 Sachen verlangsamt, wie die Grafik der Organisatoren zeigt. Es gab auch Sicherheitsbedenken, wenn die Autos mit Vollgas zur berüchtigten Signes-Rechtskurve kommen, der Mistral anschliessend. Das kann aber keine Ausrede für den Bau einer Schikane sein: Mit den modernen GP-Boliden wird die Signes mit 340 km/h befahren, trotz der Halbierung der Geraden.

GP-Botschafter Jean Alesi, der 1990 in Le Castellet sein Formel-1-Debüt gab: «Die Piste wird eine echte Messlatte für die Fahrer, weil wir hier jede Form von Kurven vorfinden. Ich bin überzeugt, die Piloten werden viel Spass haben.»

Auch Haas-Fahrer Romain Grosjean war bei der Präsentation anwesend: «Ich habe inzwischen 115 Rennen bestritten, aber ich hatte noch nie das Vergnügen, einem Heim-GP zu fahren. Ich freue mich extrem darauf.»

Die Rennstrecke wird im kommenden Winter komplett frisch asphaltiert.

Vorgestellt worden ist auch das Logo des Rennens, das an die markant blau und rot bemalten Auslaufzonen des südfranzösischen Kurses erinnert. Der Slogan ist eine Mischung aus Französisch und Englisch: Vivez la French course.

Die Veranstalter streben eine Besucherzahl von 65.000 an, die ersten Karten sollen Mitte November verkauft werden, der Preis für ein Zweitages-Ticket soll bei 150 Euro liegen. Ab 20 Euro kann ein einzelnes Training am Freitag verfolgt werden. Es wird Sonderkonditionen für Jugendliche und Behinderte geben.
Mehr Infos gibt es auf der offziellen Webpage und via Twitter

Das lange Warten

Seit dem Aus für den Magny-Cours-GP nach Ausgabe 2008 war in Frankreich auf Regierungsebene viel geredet worden und wenig passierte. Immer wieder war von einem neuen Projekt im Grossraum Paris die Rede (aufgrund strenger Umweltschutz-Bestimmungen so gut wie unmöglich umzusetzen), dann von der Rückkehr nach Südfrankreich (Fragezeichen in Sachen Infrastruktur), auch ein Comeback von Magny-Cours wurde nicht ausgeschlossen.

Die Rennstrecke Paul Ricard gehört heute einer Familienstiftung von Bernie Ecclestone. Der langjährige Formel-1-Promoter hatte gehöhnt: «Es gibt einfach keine brauchbare Rennstrecke in Frankreich. Wir sind aus Frankreich weggegangen, weil das Rennen dort keinen Sinn mehr machte. Klar könnte Frankreich wieder einen Grand Prix haben, aber am alten Ort hat das aber niemanden interessiert.» Mit dem alten Ort hatte der 85jährige Engländer Magny-Cours gemeint. Der Engländer hat wiederholt über die rückständige Infrastruktur der Anlage in Zentralfrankreich geschimpft.

Bei Paul Ricard bleibt das Problem des Verkehrs – die Zufahrtsstrassen sind seit dem letzten Formel-1-WM-Lauf dort im Jahre 1990 kaum geräumiger geworden. Aber der frühere Motorradrennfahrer Christian Estrosi (Präsident des Regionalrats Provence Alpes Côtes d’Azur) sagt: «Ja, es wird Staus geben. Aber keine Panik. Wir arbeiten daran, die Zufahrt zur Strecke zu verbessern.»

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