Martin über Aprilias Schritt zum Sieger-Bike: «Ein riesiger Unterschied!»
MotoGP-Champion Jorge Martin war beim WM-Auftakt in Thailand nur Fahrer Nummer drei im Aprilia-Lager und dennoch im Spitzenfeld. Ein Ergebnis der Weiterentwicklung der RS-GP in den letzten Monaten.
Platz 5 und 4 – Jorge Martins Ausbeute beim MotoGP-Auftakt in Thailand liest sich positiv, doch nicht berauschend. Nicht, wenn man bedenkt, dass Teamkollege Bezzecchi das Sonntagsrennen gewann, im Sprint in Führung stürzte und Martin stattdessen in beiden Rennen mit Raul Fernandez einer Kunden-Aprilia den Vortritt lassen musste.
Doch der Weltmeister von 2024 muss derzeit kleinere Brötchen backen: Ihm fehlt es durch eine weitere Verletzungspause zu Jahresanfang noch immer an Fitness und die fehlenden Rennkilometer in der letzten Saison machen sich ebenfalls noch bemerkbar. Zudem sind auch während der Saisonvorbereitung weniger als vorgesehen dazugekommen. Dass ihm noch einiges zur Bestform fehlt, daraus macht der 28-Jährige keinen Hehl: «Letztes Jahr war ich nie bei 100 % und hatte vor dieser Saison auch nur zwei Tage auf dem Motorrad. Diese Zeit lässt sich nicht aufholen.»
Dass der Auftakt in Thailand trotz ungünstiger Vorzeichen noch vergleichsweise erfolgreich verlief, sei vor allem der Strecke in Buriram zu verdanken gewesen: «Thailand war gut für uns – nicht zu herausfordernd.» Die Strecke in Goiânia ist allerdings eher das Gegenteil. Martin: «Eine weitere Strecke, eine neue Herausforderung! Dies Anlage ist anders als alles, was wir gewöhnt sind.«
Realist Jorge Martin
Ein Kurs, dessen Streckenführung dem Charakter der RS-GP theoretisch entgegenkommen sollte. Jorge Martin hält von derlei Gedankenspielen wenig. Zu nah sieht er das MotoGP-Feld beieinander: «Letztes Jahr in Barcelona waren wir Zehnter, obwohl die Strecke ideal für uns gewesen wäre. In Thailand waren zuletzt alle vier Aprilia extrem schnell, obwohl es eine Strecke mit vielen harten Brems- und Beschleunigungszonen ist.»
Dass der Prototyp aus Noale inzwischen unter allen Bedingungen konkurrenzfähig ist, anstatt nur auf bestimmten Streckentypen zu glänzen, das ist das Resultat intensiver Weiterentwicklung. Schon im Laufe der Testfahrten in Thailand, Martins ersten Kilometern auf seinem Arbeitsgerät in diesem Jahr, war das zu erkennen. Die Unterschiede zwischen der RS-GP bei der ersten Ausfahrt des Madrilenen und dem diesjährigen Motorrad: «Gewaltig! Ich werde keine Details verraten, aber es ist ein riesiger Unterschied.»
Es fehlt der Speed am Kurveneingang – noch
Doch die Konkurrenz schläft nicht: «Die Spitzenmotorräder, egal ob Ducati, KTM oder unseres, haben ein so ähnliches Leistungsniveau, dass es auf die Fahrer ankommt, sich besser an die Strecke und die Bedingungen anzupassen.» Die Athleten müssen das Potenzial ihres Motorrads 100 Prozent nutzen. Ein Punkt, mit dem der «Martinator» selbst noch Schwierigkeiten hat.
Wo der Ex-Pramac-Pilot seine Schwächen gegenüber Frontmann Marco Bezzecchi hat, ist dem Spanier bewusst, denn er hat einen Bereich als wichtigste Baustelle ausgemacht: «Mir fehlt es noch an Vertrauen in das Motorrad, wenn ich die Bremse am Kurveneingang löse. Marco kommt besser in die Kurven, doch das ist der einzige Punkt, an dem ich noch schwächer bin. Wie lange es dauert, das abzustellen, kann ich nicht vorhersagen. Hoffentlich so schnell wie möglich.»
Jorge Martin geht auf WM-Rang 4 mit fünf Punkten Rückstand auf Trackhouse-Ass Raul Fernandez in das zweite Rennwochenende des Jahres.
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