Kimi Räikkönen (Ferrari): «Dann wäre ich Mechaniker»

Von Rob La Salle
Formel 1

​Ferrari feiert 70 Jahre Firmenbestehen, Shell feiert mit. Schon der erste Serien-Ferrari 1947 lief mit Sprit von Shell, viele tolle Autos folgten, wie im Rennmuseum zu sehen ist. Kimi Räikkönen schaute sich dort um.

Der niederländische Shell-AG blickt auf eine lange Zusammenarbeit mit Ferrari zurück, die schon mit dem ersten Strassen-Ferrari 1947 begann. Der lief ebenso mit Sprit von Shell wie der GP-Ferrari beim WM-Lauf von Monaco 1950 oder heute der Renner von Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel. Gemeinsam gewannen Ferrari und Shell zehn Konstrukteurs- und zwölf Fahrer-WM-Titel gewonnen.

Zahlreiche der erfolgreichen Renner stehen im Werksmuseum von Ferrari. Dort sah sich Weltmeister Kimi Räikkönen um, und der 38jährige Finne gibt zu: «Ich bin zwar oft im Ferrari-Werk, aber selten im Museum. Wenn ich den Rennstall besuche, dann haben wir immer tausend Dinge zu erledigen. Es ist das erste Mal, dass ich hier in Ruhe durchspazieren und mir in Ruhe Autos angucken kann.»

Das Museum ist über die Jahre gewachsen. Pragmatiker Kimi gibt zu: «Am meisten am Herzen liegt mir natürlich der 2007er Ferrari, mit dem ich Weltmeister werden konnte.»

Vor zehn Jahren beharkten sich die McLaren-Asse Fernando Alonso und Lewis Hamilton so lange, bis Kimi Räikkönen mit einem bärenstarken letzten Saisonviertel (drei Siege in den letzten vier Rennen) die beiden Streithähne ausbremsen konnte.

Kimi blickt zurück: «Wir begannen die Saison stark, dann gab es einige Ausfälle, zum Schluss konnte wir nochmals tüchtig zulegen. Am Ende lief alles für uns. Das zeigt – du darfst nie aufgeben!»

Shell investierte damals 21.000 Arbeitsstunden in verbesserten Sprit und in optimiertes Öl. Kimi: «Immer abhängig vom jeweiligen Reglement sind das Bereiche, wo du beim Motor schöne Fortschritte machen kannst. Shell spielte eine elementare Rolle für die Erfolge von Ferrari. 2007 war mein erstes Jahr bei Ferrari, und ich staunte, was in Sachen Sprit und Öl alles machbar ist.»

Zehn Jahre später geniesst Kimi Kult-Status. Der 20fache GP-Sieger findet es aber noch immer ein wenig merkwürdig, sich beispielsweise an der Seite von Legenden an einer Wand im Ferrari-Museum verewigt zu sehen. «Ich denke nicht so oft über solche Zusammenhänge nach. Aber es ist sehr nett, sich in der Reihe mit diesen Weltmeistern zu entdecken. Die Ferrari-Champions sind alles grosse Fahrer, aber am nächsten stand mir Michael Schumacher. Weil ich gegen ihn fahren konnte.»

Über die Formel 1 der Zukunft sagt Kimi: «Wir haben eine neue Führung, und es ist zu spüren, wie sie den Sport grösser und auch für die Fans zugänglicher machen wollen. Aber welchen Einfluss sie wirklich haben, das werden wir wohl erst in einigen Jahren merken. Ich sehe, wie sie sehr aufmerksam zuhören und bemüht sind, für den Sport das Richtige zu tun. In drei Jahren werden wir neue Autos und eine ganz andere Formel 1 erhalten – und das wird eine sehr interessante Formel 1 sein.»

Kimi wird auch gefragt, welchen Job er in der Formel 1 ausüben würde, könnte er keine Rennen fahren. Der Finne lacht: «Also eines ist sicher – nichts mit Fernsehen! Vielleicht wäre ich Mechaniker. Ich bewundere unsere Jungs sehr. Ich sehe, wie hart sie arbeiten. Sie kommen in aller Frühe, sie schuften bis spät in die Nacht. Ich dachte mir immer: Wenn es mit der Karriere nicht klappt, dann werde ich vielleicht Mechaniker. Das ist gewiss nicht die einfachste Arbeit, aber das würde mich am meisten interessieren.»

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