Ferrari und Philip Morris: Die E-Zigarette IQOS kommt

Von Mathias Brunner
Formel 1
Die Scuderia Ferrari – berühmteste Rennstall der Welt

Die Scuderia Ferrari – berühmteste Rennstall der Welt

​Ferrari bestätigt, dass die Partnerschaft mit dem Tabakunternehmen Philip Morris andauert. Damit ist der Weg zur Werbung für die E-Zigarette IQOS auf den Ferrari von Vettel und Räikkönen frei.

Ferrari hat bestätigt: Die Partnerschaft zwischen dem berühmtesten Rennstall der Welt und dem Tabakunternehmen Philip Morris International wird weitergeführt. Das ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Denn die Verlängerung der Partnerschaft wurde schon Anfang September 2017 verkündet – seit über 40 Jahren sind der Tabakkonzern Philip Morris International und der Rennstall Ferrari Partner. Der bisherige Vertrag wäre Ende 2018 ausgelaufen. Über die neue Dauer schweigt sich die Scuderia aus.

Auch über den Umfang des Sponsorings gibt es nur Gerüchte, angeblich soll Philip Morris für die Jahre 2013, 2014 und 2015 160 Millionen Dollar pro Jahr hingeblättert haben. Auch wenn die Hausmarke Marlboro seit Jahren kaum noch in der Königsklasse auftaucht.

Philip Morris selber hat sich ein wenig umfangreicher als Ferrari zu Wort gemeldet. Marlboro wird kaum erwähnt. Dafür ist ständig vom Aufgeben des Rauchens die Rede, und das gibt den entscheidenden Hinweis, wo die Reise hingeht, wenn am 22. Februar in Maranello der neue Wagen enthüllt wird – auf den Autos von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen soll für die E-Zigarette IQOS geworben werden.

Philip Morris enthüllt auch gleich, wie lange die Partnerschaft weitergeht: bis 2021.

«Philip Morris International Inc. (PMI) und die Scuderia Ferrari verlängern ihre seit 40 Jahren erfolgreich bestehende Partnerschaft bis zum Jahr 2021 und richten diese neu aus. Ab sofort konzentriert sich die Zusammenarbeit ausschliesslich darauf, dem Ziel einer rauchfreien Welt näher zu kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Raucher von einem Umstieg von Zigaretten – und damit der schädlichsten Form des Nikotinkonsums – auf wissenschaftlich fundierte, potentiell weniger schädliche Alternativen überzeugt werden.»

«„Wir wollen den weltweit 1,1 Milliarden Rauchern die Chance geben, bessere und fundierte Entscheidungen zu treffen“, sagt der CEO von PMI, André Calantzopoulos. „Wir fühlen uns dazu verpflichtet, diesen revolutionären Wandel mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln – dazu zählen auch unsere Aktivitäten im Bereich des Motorsports – für erwachsene Raucher, die öffentliche Gesundheit und die Gesellschaft insgesamt, voranzubringen. Wir wissen die Unterstützung der Scuderia Ferrari in dieser Sache sehr zu schätzen.“»

«Von entscheidender Bedeutung ist dabei, weltweit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Chancen Innovation, Wissenschaft und Technologie bieten, um eine rauchfreie Zukunft zu erreichen. Zusätzlich zu PMIs klarem Bekenntnis zu diesem Ziel ist es grundlegend, dass sich Regierungen, Experten für die öffentliche Gesundheit, die Wissenschaft sowie die Gesellschaft insgesamt dieser Herausforderung stellen und mithelfen, einen vernünftigen Regulierungsrahmen zu entwickeln.»

«Die Scuderia Ferrari ist zur Realisierung dieses Zieles der perfekte Partner, da das Unternehmen stets Pioniergeist, Technologie und Innovation vereint und unermüdlich große Ziele verfolgt. Im Rahmen der Partnerschaft plant PMI daher auch nicht, auf den Werbeträgern der Scuderia Ferrari produktspezifische Botschaften zu platzieren. Details zu den Botschaften, insbesondere denen auf den Boliden der Scuderia Ferrari, sollen in den kommenden Monaten ankündigt werden.»

Ferrari, Marlboro und IQOS

Seit 2006 ist Tabakwerbung in der Formel 1 verboten, genauer gesagt, der Selbstbeschränkung des GP-Sports zum Opfer gefallen. Die Scuderia Ferrari trug jedoch weiterhin die Farben ihres Langzeitpartners auf dem Auto und den Markennamen Marlboro in der Teambezeichnung.

Tabakwerbung verschwand aus der Formel 1, nur eine Marke blieb: Marlboro. Ein Abkommen zwischen Ferrari und Philip Morris wurde 2005, dann 2011 erneuert. Doch in immer weniger Ländern war Tabakwerbung so frei wie früher erlaubt, zuletzt in Bahrain, Monaco und China. 2007 war Ferrari als letztes Formel-1-Team übrig, das mit einem Zigarettenhersteller liiert ist.

Seit 2008 sind keine Marlboro-Logos auf den Wagen mehr zu sehen (letztmals beim China-GP 2007), übrig blieben Strichkodes oder die angedeutete Dachform in Rotweiss. Seit dem britischen Grand Prix 2011 ist Marlboro nicht mehr Titelsponsor der Scuderia Ferrari, die Verbindung zu Philip Morris jedoch ist geblieben.

In Monte Carlo beispielsweise wurde 2013 und 2014 deutlich in Verbindung mit den Ferrari-Rennern geworben – zunächst mit dem Slogan «Be Marlboro» (sei Marlboro), dann mit «Get closer» (rück näher). Später war auf Werbepostern zu lesen «red is style» (Rot ist Stil), 2015 hiess es «red is action», erneut mit einem Ferrari, Vettel und dem Logo mit Rotweiss in Dachform, oder «red is innovation».

Vor Jahren verkaufte Ferrari die Werbefläche an den Tabakkonzern Philip Morris. Die wiederum suchten dann entsprechende Werbepartner, um ihr Investment wieder hereinzubekommen.

IQOS (steht für «I quit ordinary smoking», ich höre mit normalem Rauchen auf) ist die elektrische Zigarette von Philip Morris International. Philip Morris stellte in der Nähe des Haupteingangs der Suzuka-Rennstrecke im vergangenen Oktober 2017 einen grossen Pavillon auf, dort konnten die Fans die elektrische Zigarette IQOS kennenlernen. Anders als Konkurrenzprodukte verdampft IQOS keine nikotinhaltige Flüssigkeit, sondern erhitzt echten Tabak. Dadurch soll der Dampf weniger Schadstoffe enthalten als regulärer Zigarettenrauch. Gesundheitsbehörden warnen: Das Suchtpotenzial sei vergleichbar wie beim Genuss von Zigaretten.

IQOS kam 2014 auf den Markt – zunächst in Japan und in Italien, 2016 war das Produkt in zwanzig Ländern erhältlich. Gemäss Angaben des Tabakunternehmens wurden in die Entwicklung des Produkts drei Milliarden Dollar investiert, 2017 soll IQOS am Gewinn von Philip Morris 700 Millionen Dollar beigetragen haben.

Weltweit völlig uneinheitlich ist die Situation in Sachen Werbeverbot für E-Zigaretten. In Deutschland beispielsweise gilt für E-Zigaretten seit 2016 ein gleich strenges Werbeverbot wie für herkömmliche Zigaretten – also keine Werbung in Printmedien, im Hörfunk, im Fernsehen und auch nicht in Form von Sportsponsoring. In anderen Ländern wird unterschieden zwischen elektrischen Zigaretten, die Nikotin enthalten oder nicht. Wieder andere Länder haben überhaupt keine Werbe-Einschränkungen.

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