Alain Prost: «Ich wusste sofort: Das ist mein Ding»

Von Otto Zuber
Formel 1
Alain Prost: «Wir werden erst in einer Generation wissen, ob einer, zwei oder drei der heutigen Fahrer alle anderen überragen»

Alain Prost: «Wir werden erst in einer Generation wissen, ob einer, zwei oder drei der heutigen Fahrer alle anderen überragen»

Der vierfache Formel-1-Weltmeister Alain Prost erinnert sich an die Anfänge seiner Rennfahrer-Karriere. Er verrät auch, was einen guten Piloten ausmacht und von welchen GP-Stars er besonders beeindruckt ist.

Der letzte Formel-1-Einsatz von Alain Prost liegt zwar schon eine ganze Weile zurück: 1993 verabschiedete er sich beim Australien-GP mit dem zweiten Platz hinter dem grossen Ayrton Senna. Dennoch hat der Franzose – der selbst 51 GP-Triumphe und vier WM-Titel erobern konnte – den Kontakt zum WM-Zirkus nie abgebrochen.

Auch kann er sich noch gut an die Anfänge seiner Karriere erinnern, wie Prost im Gespräch mit dem SonntagsZeitung-Magazin «Encore!» erzählt: «Ich sass 1970 oder 1971 zum ersten Mal am Steuer. Ich war 16, uralt für heutige Verhältnisse. Der aktuell jüngste F1-Fahrer, Max Verstappen, ist mit 17 in die Formel 1 befördert worden. Er hat als Vierjähriger im Kart angefangen. In dem Alter galt meine Begeisterung dem Fussball, doch ich hatte nicht mit meinem Bruder gerechnet.»

«Er nahm mich mit und mietete ein Kart, das übrigens gar nicht schnell fuhr», schildert der Formel-1-Veteran. Und er gesteht: «Für mich war es eine Erleichterung. Ich wusste sofort: Das ist mein Ding. Ich wünsche jedem Menschen eine solche Klarheit. Ich habe mich voll im Kart eingesetzt, allen Enttäuschungen und den abschreckend hohen Kosten zum Trotz.»

Auch die Erinnerung an seine erste Formel-1-Fahrt ist noch präsent. Prost berichtet: «Man sagt sich: Ich werde das vielleicht nicht schaffen. Die Kraft des Fahrzeugs ist überwältigend. Nach und nach merkt man dann, dass es auf die Beherrschung ankommt.» Und er stellt klar: «Man spricht mich immer auf die Geschwindigkeit an, doch es geht eher um Kontrolle. Ich fahre nicht auf die starken Empfindungen bei mehr als 300 km/h ab. Das ist es nicht, was mich am meisten reizt. Mir gefällt vielmehr die Arbeit mit Ingenieuren und Mechanikern, die Auseinandersetzung mit der Technologie. Für Spitzenleistungen muss man alles, was man hat, optimieren, auf allen Ebenen. Darauf kommt es an.»

Auf die Frage, was einen guten Rennfahrer denn ausmache, erklärt der frühere GP-Star: «Er muss sein natürliches Talent einsetzen. Und er braucht den Willen, weiter zu kommen, Neugier auf Technologie und die Fähigkeit, sein Team zusammenzuschweissen. Er darf keinen Schwachpunkt haben.»

Mit Blick auf das aktuelle GP-Feld macht der 199-fache GP-Pilot gleich mehrere Ausnahmekönner aus und weigert sich deshalb, einen einzigen Namen zu nennen. «Es ist schwierig, einen einzigen Namen zu nennen, deshalb habe ich das immer abgelehnt. Mir fallen mehrere Leute ein, sichere Werte und vielversprechende Junge: Lewis Hamilton, Max Verstappen, Esteban Ocon, Charles Leclerc. Sie haben unterschiedliche Qualitäten, aber alle haben Persönlichkeit, was eine Zeit lang unterbewertet wurde. Aber wir werden erst in einer Generation wissen, ob einer, zwei oder drei der heutigen Fahrer alle anderen überragen.»

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