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Formel 1 ab 2021: Kosten halbiert, Motoren einfacher

​Formel-1-Grossaktionär Liberty Media und der Autoverband FIA haben den zehn Teamchefs in Bahrain eröffnet, wo ab 2021 die Reise hingehen wird: Budgetdeckel bei 150 Millionen pro Jahr, einfachere Motoren.

Formel 1

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Im Rahmen einer 75 Minuten langen Präsentation ist den zehn Rennstallchefs eröffnet worden, wie die Zukunft der Formel 1 aussehen wird. Formel-1-CEO Chase Carey hat erklärt, wie der Sport gesundschrumpfen und der Wettbewerb verbessert werden soll. Die Grossrichtung hat sich nicht geändert – die Motoren werden vereinfacht, die Kosten müssen runter, für 2021 ist ein Budgetdeckel von 150 Millionen US-Dollar pro Jahr angedacht. Das hat es in der Formel 1 noch nie gegeben.

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Chase Carey sagt: "Die Formel 1 ist reich an Historie. Wir wollen dieses Erbe schützen, pflegen und vertiefen. Wir wollen einen attraktiveren Sport, mit dem Fan im Mittelpunkt, profitabel für die Rennställe, technisch hochstehend."

Und das sind die Grundrichtungen der Vision von Chase Carey, in groben Zügen.

Die Motoren werden einfacher, lauter, kraftvoller, die Notwendigkeit von Strafversetzungen soll entfallen. Lauter durch höhere Drehzahl. Die Antriebseinheiten sollen serienrelevant bleiben, also Hybridtechnik aufweisen. Der Anteil kinetischer Energie wird verstärkt, der zweite elektrische Generator am Lader (die so genannte MGU-H) entfällt. Die Motoren sollen den Herstellern ermöglichen, einzigartige Triebwerke zu bauen. Die neuen Regeln sollen neue Teilnehmer und Kundenteams anlocken. Das ungeliebte Kraftstofflimit wird gelockert. Das Grundkonzept bleibt – ein 1,6-Liter-V6-Turbomotor mit Einzel-Lader.

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Die Kosten werden durch vereinheitliche Teile gesenkt, die Autos müssen aber ihre eigene Identität behalten. Ein Kostendeckel kommt, obgleich die Formel 1 ihre Position als Königsklasse behalten wird.

Die Preisgeldvergabe wird ausbalanciert und basiert auf Verdienst durch Rennergebnisse. Der historische Wert wird jedoch weiterhin geehrt. Will heissen: Ferrari erhält weiter Sonderzahlungen, die jedoch nicht dazu genutzt werden dürfen, die Entwicklung des Rennwagens voranzutreiben, sondern soll als Gewinn in die Buchhaltung einfliessen. Nach dem Liberty-Media-Modell müsste Ferrari 2021 in der Lage sein einen Gewinn in dreistelliger Höhe zu erwirtschaften. Ob das den rauflustigen Präsidenten Sergio Marchionne besänftigt?

Am Preisgeldtopf werden Auto- und Motorhersteller teilnehmen. Motorhersteller werden neu vergütet, weil sie Kundenteams mit Triebwerken ausrüsten und die ganzen Entwicklungskosten zu tragen haben. Die Rede ist von zehn Millionen Dollar.

Die Autos müssen besseren Sport erlauben, vor allem was das Überholen angeht. Während das technische Niveau überragend bleibt, soll das Können des Piloten in den Mittelpunkt rücken. Die Autos sollen ausdrücklich unterscheidbar sein durch Leistungsfähigkeit von Aerodynamik, Chassis und Motor. Bereiche, die für den Fans oder für den Sport wenig relevant sind, werden vereinheitlicht (sagen wir eine Batterie oder ein Turbolader).

Ferner wird die Entscheidungsstruktur zwischen Teams, dem Autoverband FIA und der Formel-1-Führung vereinfacht. Heute steht sich die Formel 1 selber im Weg. Künftig soll eine einfache Mehrheit gelten, in besonders kniffligen Fällen eine Hürde von 75 Prozent Zustimmung. Damit dürften die Tage der heutigen Entscheidungskaskade Arbeitsgruppe, Strategiegruppe, Formel-1-Kommission gezählt sein. In der Formel 1 soll es möglich werden, schneller zu reagieren.

Fazit: Die neue Formel-1-Führung ist der Ansicht – weniger ist mehr.

Der Kostendeckel von 150 Millionen Dollar wird von Liberty Media nicht ausdrücklich genannt und bleibt Gegenstand heisser Diskussionen. Gemessen am heutigen Budget eines Top-Teams käme dies einer Verringerung um die Hälfte gleich. Nicht in diesen 150 Millionen enthalten sind beispielsweise Fahrergehälter oder das Salär leitender Angstellter, auch das Marketing wird ausgeklammert. Das Signal von Liberty Media in Bahrain: Die Grundzüge stehen, wem das nicht passt, kann sich einen anderen Sport suchen gehen.

In der Idealvorstellung der Amerikaner muss ein Team lediglich 30 Millionen Dollar finden, um den Budgetdeckel zu erreichen. Der Rest wird aus dem Preisgeldtopf gespiesen.

Die Ansätze von Liberty Media sind vernünftig. Der Teufel steckt wie üblich im Detail. Und wie immer bei weitreichenden Entscheidungen sind mit diesem Fahrplan nicht alle glücklich.

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