Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Fernando Alonso: McLaren um 2 Sekunden zu langsam

Von Mathias Brunner
Fernando Alonso

Fernando Alonso

Superstar Fernando Alonso vor seinem Heim-GP: Mit der verbesserten Aerodynamik seines Rennwagens will er McLaren als vierte Kraft in der Formel 1 etablieren. Der zweifache Weltmeister ist voller Energie.

Eine der grossen Fragen vor diesem GP-Wochenende auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya: Wie stark wird McLaren-Renault sein? Superstar Fernando Alonso will dank frisch gefönter Aerodynamik des Papaya-Renners McLaren als vierte Kraft im Formel-1-Feld zementieren. Der Asturier weiss aber: Die Konkurrenz schläft nie.

Fernando am Donnerstag: Ein 36jähriger Mann, der vor Energie sprudelt wie ein halb so junger Teenager. Kein Wunder – der Weltmeister von 2005 und 2006 hat in den Ardennen frische Energie getankt, mit einem Langstrecken-WM-Laufsieg in Spa-Francorchamps. Fernando: «Es fühlte sich sehr gut an, wieder auf dem Siegerpodest zu stehen. Langstreckenrennen sind schwer einzuschätzen, da kann sich schnell alles ändern. Es gab noch ein wenig Drama mit einem ungeplanten Boxenstopp. Wichtig für mich ist – ich konnte viel Erfahrung sammeln. Für mich war Belgien das beste Aufwärmtraining für das grosse Rennen, für Le Mans.»

Zur Situation mit McLaren sagt Fernando: «Wir liegen hinten. Wir sind nicht in der Position, die wir erwartet hatten. Gleichzeitig sind die ersten Rennen für uns sehr positiv verlaufen. Wir hatten als einziges Team beide Autos immer im Ziel, ich konnte jedes Mal in die Top-Ten fahren. Vor drei Monaten waren wir hier beim Wintertest jenes Team, das am wenigsten Runden fahren konnte. Ich bin glücklich mit unserer WM-Position, aber nicht mit der Konkurrenzfähigkeit von McLaren. Wir schaffen es nicht ins dritte Quali-Segment und nicht immer aus eigener Kraft in die Punkte.»

«Hier in Barcelona und dann auch in Monaco werden wir vielleicht ein anderes Bild erhalten als bei den ersten Rennen. Die fanden alle auf Kursen statt, wo Motorleistung eine übergeordnete Rolle spielt. Ich hoffe, wir rücken dank unserer Verbesserungen vor. Wir wollen diesen vierten Rang.»

«Ich gehe davon aus, dass sich das Kräfteverhältnis verschieben wird. Weil Barcelona und Monte Carlo andere Kurse sind als Melbourne, Sakhir, Shanghai und Baku; und weil die ganzen Verbesserungen zu Veränderungen führen werden. Der kraftvollste Eindruck für mich ist: Wir standen vor einem Jahr ohne WM-Punkte da, nun ist McLaren WM-Vierter und ich bin Sechster im Zwischenklassement. Darum sage ich: Mit dem Ergebnis dürfen wir zufrieden sein, aber wir müssen schneller werden.»

Wie sehr liegt McLaren denn hinten? Fernando: «In Quali-Segment 2 betrug unser Rückstand auf die Spitze zwischen 1,8 und 2 Sekunden. Und ich bin nicht mal sicher, ob die Spitzenautos im zweiten Qualifying alles gegeben haben. Also ist das realistisch unser Rückstand.»

«Im Mittelfeld spielen Nuancen eine ganz wichtige Rolle. Da liegen schnell mal acht Autos innerhalb von vier Zehntelsekunden. In der Regel sind da die Fahrer von Renault und von uns dabei. Das ist wichtig, denn Carlos Sainz und ich wollen den spanischen Fans schliesslich eine gute Show zeigen.»

Eine Show wie 2013 – vor fünf Jahren gewann Fernando Alonso seinen 32. Formel-1-WM-Lauf, vorderhand der letzte. Der McLaren-Pilot erinnert sich: «Wir hatten damals nicht mal das schnellste Auto. Mercedes hatte uns mit Nico Rosberg im Training sechs Zehntelsekunde aufgebrummt. Aber im Rennen kämpften alle mit stark abbauenden Reifen, wir konnten dank eines Extras-Stopps gewinnen. Klar war es überragend, vor den eigenen Fans gewinnen zu können. Aber ich weiss: Seither habe ich sehr viel bessere Formel-1-Rennen gefahren – aber das ist vielen Leuten gar nicht aufgefallen.»

Ein Fragezeichen ist für Fernando Alonso «der neue Asphalt. Schwer abzuschätzen, wie sich der auf die Arbeit an diesem Wochenende auswirken wird.»

Ein anderes Fragezeichen ist das Wetter: Derzeit sagen die spanischen Meteorologen – 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit am Samstagnachmittag, 75 Prozent Möglichkeit von Schauern am Sonntag!

Was erwartet Fernando aufgrund seiner Arbeit im Simulator mit dem neuen Aero-Paket? Fernando grinst: «Ein schnelles Auto.»

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