Ferrari: Beste Strategie für Sebastian Vettel verbaut

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari wird sehr klug planen müssen, wann Sebastian Vettel in die Boxengasse zitiert wird

Ferrari wird sehr klug planen müssen, wann Sebastian Vettel in die Boxengasse zitiert wird

​Ferrari war im Abschlusstraining zum Grossen Preis auf der richtigen Spur, wie die Pirelli-Techniker enthüllen. Aber dann haben die Italiener ihrem Favoriten Sebastian Vettel diesen Weg verbaut.

Pirelli hat dargelegt, wie die schnellste Rennstrategie für den Nacht-GP von Singapur aussieht. Die Erläuterungen der Mailänder Reifenspezialisten zeigen: Ferrari war im zweiten Qualifying-Segment auf der richtigen Spur, konnte dann aber eine kluge Vorgehensweise nicht umsetzen. Zur Erinnerung: Im zweiten Quali-Segment versuchte Ferrari, auf ultraweichen Reifen durchzukommen. Das hätte fürs Rennen bedeutet: Start auf der zweitweichsten Mischung, damit die Chance, einen längeren ersten Rennteil zu fahren als die direkten Gegner auf dem hyperweichen Pirelli. Vettel und Räikkönen wären so bequem an den Gegnern vorbeigerauscht, wenn die mit abbauenden Walzen früher zur Box müssen.

Aber Renningenieur Riccardo Adami ermahnte Seb über Funk, als die Rundenzeiten auf den ultraweichen Pirelli mässig waren: «Das wir nicht reichen, das ist zu riskant, lass uns auf den hyperweichen Reifen wechseln.» Seb mäkelte eine Weile an dieser Entscheidung herum und sagte mehrfach: «Ich kann mindestens eine halbe Sekunde schneller fahren.» Letztlich richtete sich Adami an die Empfehlung seines treuen Wegbegleiters.

Vettel bedauerte später: «Schade, dass es mit der anderen Reifenstrategie nicht geklappt hat. Da waren zu viele Autos, die vor mir auf die Bahn kamen. Sonst bin ich überzeugt, dass dieser Plan durchaus aufgegangen wäre. Nun fahren wir alle auf dem gleichen Reifentyp los, das finde ich ein wenig langweilig. Gerade von Startplatz 3 wäre das eine sehr gute Ausgangslage gewesen.»

Das sind die Pirelli-Berechnungen für den schnellsten Weg vom Start bis ins Ziel in der Nacht von Singapur.

Ein Stopp
Start auf dem ultraweichen Reifen (violett markiert), 24 Runden Fahrt, dann Wechsel auf den weichen Pirelli (gelb) und ab ins Ziel. Dieser Weg ist den ersten Zehn der Singapur-Startaufstellung verwehrt: Sie müssen mit jenem hyperweichen Reifen (pink) losfahren, mit dem sie in Quali 2 ihre beste Zeit erzielt hatten.

Ein Stopp, die Alternative
Start auf hyperweichen Walzen, die ein wenig mehr als 12 Runden halten werden (abhängig davon, wie reifenschonend ein Chassis ist), dann Wechsel auf weiche Reifen und ab ins Ziel.

Zwei Stopps
Elf Runden auf hyperweich, dann zwei Mal je 25 Runden auf ultraweich. Obschon diese Variante schnellere Rundenzeiten erlaubt, ist die Strategie aufgrund des zusätzlichen Boxenstopps unter dem Strich langsamer.

Pirelli-Rennchef Mario Isola: «Die hyperweiche Mischung hat im Qualifying sehr schnelle Rundenzeiten erlaubt. Aber diese Reifen bauten im Dauerlauf markant ab. Die reinen Strategien sind klar, aber in Singapur kann eine Safety-Car-Phase jede Planung über den Haufen werden, dann ist Flexibilität gefragt. Der weiche Reifen ist reizvoll, weil er hier sehr haltbar ist.»

Eine Variable können Fahrer und Rennställe ausschliessen: Die Wetterfrösche von Méteo France quaken – es ist für das Rennen kein Regen in Sicht.

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